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Vorzeitige Beendigung eines Angebotes bei eBay

| 01.06.2010 01:22 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe Sonntag abend bei eBay einen Artikel angeboten. Hierauf wurde bereits am Montag vormittag ein Angebot durch Person 1 abgegeben und kurze Zeit später von Person 2 überboten.

Gegen Montag mittag erhielt ich über eBay die Anfrage von Person 3, ob ich den Artikel nicht auch per Sofort-Kauf verkaufen würde. Über das eBay-Messaging-System habe ich mit Person 3 einen Preis ausgehandelt.

Nachdem ich mir mit Person 3 einig geworden bin, habe ich mehrfach versucht, mein Angebot dahingehend zu bearbeiten, daß ich die Sofort-Kauf-Option ergänze. Im Nachhinein weiß ich nun, daß dies nicht mehr möglich ist, sobald ein Gebot vorliegt.

Daher habe ich die Gebote von Person 1 und Person 2 gelöscht und das Angebot vorzeitig beendet. Im direkten Anschluß habe ich das nicht-aktive Angebot bearbeitet und die Sofort-Kauf-Option mit dem mit Person 3 vereinbarten Preis ergänzt und das Angebot sofort wieder eingestellt.

Person 3 hat natürlich sofort die Sofort-Kauf-Option genutzt und meinen Artikel gekauft.

Am späten Montag abend erhalte ich von Person 2 eine Nachricht über das eBay-Messaging-System, die mich mittels eines Links zu einem Urteil vom Oberlandesgericht Oldenburg vom 28.07.2005, Aktenzeichen <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20U%2093/05" target="_blank" class="djo_link" title="8 U 93/05 (2 zugeordnete Entscheidungen)">8 U 93/05</a> darauf hinweist, daß ich schon mit Person 2 einen Kaufvertrag eingegangen bin und Person 2 gegenüber nun schadensersatzpflichtig wäre.

Meine Fragen zu o.g. Sachverhalt sind nun:

1) Bin ich durch mein oben beschriebenes Verhalten nun gemäß o.g. Urteil gegenüber Person 2 schadensersatzpflichtig? Denn ich habe zwar ein Angebot vorzeitig beendet, mit der Begründung, daß mein Angebot einen Fehler enthält, aber ich habe den Artikel ja sofort wieder eingestellt.

2) Hätte ich vorher gewußt, daß durch die Abgabe der Gebote durch Person 1 und Person 2 bereits Kaufverträge entstehen, wäre ich niemals auf die nachträgliche Sofort-Kauf-Option eingegangen. Dies habe ich erst im Nachhinein herausgefunden. Kann ich mich hier auf § 119 BGB berufen und so vom Kaufvertrag mit Person 3 zurückzutreten?

3) Was kann ich tun, um glimpflich aus dieser Sache wieder rauszukommen?

4) Welcher Schaden kann mir hieraus maximal entstehen?

Vielen Dank im Voraus!

Sehr geehrte Fragenstellerin,

ich bedanke mich für Ihre Frage und hoffe Ihnen auf Basis Ihrer Angaben wie folgt weiterhelfen zu können:

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass tatsächlich das bloße Einstellen von Waren bei Online-Auktionen wie eBay bereits ein verbindliches Verkaufsangebot des Anbieters darstellt.

Das von Person 2 zitierte Urteil des Oberlandesgericht Oldenburg ist insoweit richtig. Dieses entschied nämlich, dass der Kaufvertrag selbst dann wirksam zustande kommt, wenn die Internet-Auktion wegen eines Fehlers der Ware vom Verkäufer vorzeitig abgebrochen wird (Urteil vom 28.07.2005; Az. : <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20U%2093/05" target="_blank" class="djo_link" title="8 U 93/05 (2 zugeordnete Entscheidungen)">8 U 93/05</a> ).

Indem ein Verkäufer Waren auf der Webseite von eBay einstellt und die Angebotsseite für die Versteigerung freischaltet, erklärt er ausdrücklich, er nehme das höchste wirksam abgegebene Gebot an.

Dies ist im Übrigen auch den allgemeinen Geschäftsbedingungen von eBay so zu entnehmen, wo auch bestimmt ist, dass mit dem Ende der Laufzeit der Online-Auktion oder im Fall ihrer vorzeitigen Beendigung durch den Verkäufer bereits ein Kaufvertrag zustande kommt. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung gelten Allgemeine Geschäftsbedingungen für Internet-Auktionen als Auslegungsgrundlage für die dort abgegebenen Erklärungen.

Nach diesen Grundsätzen ist das Angebot des Verkäufers auch im Fall der vorzeitigen Beendigung der Auktion durch ihn an den jeweils Höchstbietenden gerichtet.

Dieses Angebot ist auch nicht widerruflich, denn die grundsätzliche Möglichkeit des Widerrufs der Willenserklärung ist durch die AGB von eBay ausgeschlossen.

Zwar haben Sie mit dem von Ihnen zitierten § 119 (II) BGB absolut Rechts, dass eine Anfechtungsmöglichkeit die Sache ganz anders aussehen ließe.

Soweit Sie jedoch als Grund für einen Abbruch anführen, nicht gewusst zu haben wie die Rechtslage ist, stellt dies einen unbeachtlichen Motivirrtum dar, der vom Gesetzgeber nicht geschützt wird und daher leider unbeachtlich ist.

Da Sie die Ware nun (quasi) doppelt verkauft haben, ist es Ihnen bezüglich eines Verkäufers nun unmöglich die Ware zu verschaffen, was Sie grundsätzlich zum Schadensersatz verpflichtet.

Welche nun die taktisch sinnvollere Weise ist, mit wem Sie den Vertrag nun abwickeln sollten, hängt ein wenig vom Kaufpreis und dem Angebot der Person 2 zum Zeitpunkt der Beendigung des Gebotes ab.

Denn soweit Person 2 bereits ein Angebot abgegeben hatte, mit dem Sie der Höhe nach leben könnten, würde es sich anbieten mit Person 2 den Vertrag abzuwickeln und zunächst auf Nachsicht bei der Person des Sofortkaufs zu hoffen.

Diese können Sie unter Umständen sogar rechtlich erwarten, wenn man hier eine sog. Störung der Geschäftsgrundlage annimmt.

Sollte es - und dafür dürften einige gewichtige Gründe sprechen - nämlich zu einer Anwendung der sog. Störung der Geschäftsgrundlage durch den Erstverkauf gekommen sein, könnte der zweite Vertrag mit der Person des Sofortkaufs aufgelöst werden und Sie müssten nur einmal, nämlich an Person 2 leisten.

Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Einblick* in die Rechtslage verschafft zu haben und stehe Ihnen jederzeit und ausgesprochen gern für (kostenlose) Rückfragen zur Verfügung!

Da wir bundesweit tätig sind, vertrete ich Sie auch gerne anwaltlich, wenn Sie dies wünschen, wobei die Kommunikation auch via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen kann und einer Beauftragung nicht entgegen steht.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen,

Ihr
Alexander Stephens

__________________________________________________________________________________

*Hinweis:
Bei der obigen Beantwortung Ihrer Frage, die ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Bitte berücksichtigen Sie deshalb, dass dies eine umfassende juristische Begutachtung nicht ersetzen kann und soll.
Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung unter Umständen sogar völlig anders ausfallen. Nutzen Sie deshalb die kostenlose Rückfragemöglichkeit, sollten noch Fragen offen stehen. Über eine positive Bewertung durch Sie würde ich mich sehr freuen.

Rückfrage vom Fragesteller 01.06.2010 | 09:14

Sehr geehrter Herr Stephens,

vielen Dank für Ihre unverzügliche Rückmeldung. Folgende Nachfrage habe ich zum o.g. Sachverhalt.

Welche Schadensersatzforderung könnte (maximal) in den folgenden Fällen auf mich zukommen:

a) Wenn ich an Person 2 verkaufe, deren Gebot bei 10,50€ stand, als Höchstgebot jedoch 234,56€ angegeben hatte.

b) Wenn ich an Person 3 verkaufe, die über den Sofort-Kauf 325,00€ zahlen würde.

Besten DAnk im Voraus!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.06.2010 | 10:52

Lieber Fragensteller,

der Schadensersatz richtet sich in diesem Falle nach dem sog. positiven Interesse, also mithin danach wie der Käufer stehen würde, wenn ordnungsgemäß geleistet worden wäre.

Hierzu müsste man den tatsächlichen und üblichen Marktwert ermitteln.

Angenommen der Markwert läge tatsächlich bei 325,00 dann müssten Sie der Person 1 eben diesen Betrag ausbezahlen, wenn Sie nicht mit ihm abschließen!

Deshalb würde ich Ihnen angeschts der Tatsache dass die Person des Sofortkaufs von der Herausnahme und Neueinstellung des Gebotes wusste und daher entweder eine Störung der Geschäftsgrundlage zur Vertragsauflösung mit Person 3 führen würde oder zumindest die Person ein Mitverschuldensanteil treffen könnte raten mit Person 2 abzuschließen, soweit diese bereit ist den Preis von 234,56 zu bezahlen.

Sollte Sie nur ebreit sein 10,50 zu bezahlen, wozu Sie rein rechtlich nur verpflichtet ist, außer man sähe den Preis als gegen Treu und Glauben verstoßend an, was leider nur sehr restriktiv gehandhabt wird, würde ich Ihnen empfehlen mit PErson 3 abzuschließen um tatsächlich Geld zu sehen und so den Schadensersatzposten der Person 2 für Sie persönlich niedriger halten zu können.

Zusammenfassend rate ich Ihnen also mit der PErson 2 irgendwie zu verhandeln und sollte Sie bereit sein für 234.56 € abzuschließen den Kaufvertrag mit ihr abzuwickeln ud bei Person 3 um Verständnis bitten, auf das sie bei Person 3 angesichts der tatsache dass diese Person von Ihrem Vorgehen wusste durchaus hoffen bzw rechtlich womöglich sogar erwarten können.

Ich hoffe Ihnen soweit geholfen zu haben und unterstütze Sie natürlich gerne anwaltlich, sofern dies nötig werden sollte.

Ich verbleibe mit herzlichen Grüßen aus München,

Ihr

Alexander Stephens

Bewertung des Fragestellers 01.06.2010 | 11:04

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"Sollte es hier zum Rechtsstreit kommen, würde ich sofort auf Herrn Stephens zurück greifen. Seine Antworten waren sehr ausführlich und verständlich!!!"