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Vorzeitige Beendigung der Wohlverhaltensphase durch Einmalzahlung/Ratenzahlung

| 10.02.2021 14:11 |
Preis: 30,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


15:30

Ich habe im Novemver 2017 Privatinsolvenz anmelden müssen. Befinde mich nun seit Juni 2018 in der Wohlverhaltensphase. Bin seit August 2019 berufstätig und von meinem Gehalt sind bis dato insgesamt ca. 3300€ an den Treuhänder gegangen. Damit dürften die Verfahrenskosten ja bezahlt sein und ich könnte nach 5 Jahren das Insolvenzverfahren beenden oder? Das wäre dann im November 2022. Bis dahin würden noch ca. 4200€ an den Treuhänder gehen. Wie hoch stehen die Chancen es vorzeitig zu beenden, wenn man allen Gläubigern anbietet, eine Einmalzahlung zu machen und/oder Ratenzahlung anzubieten, sodass die Gläubiger mehr bekommen als aus der Insolvenz? In ca. 5-6 Monaten wäre es mir möglich, eine Einmalzahlung über den gesamten Betrag + etwas mehr, den die Gläubiger aus der Insolvenz bekommen würden, zu machen. Aber dann unter der Bedingung, dass das Verfahren damit vorzeitig beendet wird und sie auf den Rest der Schulden verzichten. Somit hätten sie das Geld sofort. Hat das Aussicht auf Erfolg?

Mit freundlichen Grüßen

10.02.2021 | 14:58

Antwort

von


(17)
Heiliger Weg 8-10
44135 Dortmund
Tel: 0231-99766430
Web: http://www.dm-kanzlei.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich anhand des dargestellten Sachverhalts wie folgt:

1) Restschuldbefreiung nach 5 Jahren

Nach fünf Jahren können Sie einen Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung stellen, sofern sichergestellt ist, dass die Verfahrenskosten (Gerichtskosten, Vergütung Insolvenzverwalter/Treuhänder) bezahlt werden können. Dies scheint bei Ihnen der Fall zu sein. Hierzu sollten Sie bei ihrem Treuhänder über die Höhe Verfahrenskosten informieren, um hierauf eine entsprechende Zahlung an ihn leisten zu können.

2) Vorzeitige Restschuldbefreiung durch Vergleich mit Gläubigern

Auch die von Ihnen angedachte vorzeitige Restschuldbefreiung im Wege eines Vergleichs mit Gläubigern ist grundsätzlich möglich. Da Sie sich allerdings bereits in der Wohlverhaltensphase befinden, müssten sämtliche Gläubiger einen solchen Vergleich zustimmen, um eine vorzeitige Restschuldbefreiung zu erlangen. Dies ist nach meiner bisherigen Erfahrung in solchen Vergleichsverhandlungen eher schwierig, insbesondere wenn sie 10 und mehr Gläubiger haben sollten.

3) Vorzeitige Restschuldbefreiung nach drei Jahren

Sie haben jedoch die Möglichkeit bereits nach Ablauf von drei Jahren ab Insolvenzeröffnung eine vorzeitige Restschuldbefreiung zu erlangen. gemäß ihrer Sachverhaltsschilderung dürften die drei Jahre bereits abgelaufen sein. Für eine vorzeitige Restschuldbefreiung nach drei Jahren müssen zum einen die Verfahrenskosten gedeckt und zum anderen genügend Masse vorhanden sein, so dass hiervon 35 % der festgestellten Insolvenzforderungen bezahlt werden können.

Vorteil dieser Variante ist, dass sie dies beim Insolvenzgericht beantragen können und somit nicht auf eine 100 %-ige Zustimmung ihrer Gläubiger angewiesen sind. Hierzu müssten Sie beim Treuhänder gleichfalls in Erfahrung bringen, wie hoch die voraussichtlichen Verfahrenskosten sind und zusätzlich die Höhe der insgesamt festgestellten Insolvenzforderungen (Schlussverzeichnis) erfragen, um die Quote der notwendigen 35 % ermitteln zu können.



Mit freundlichenGrüßen
Daniel Meintz
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Insolvenzrecht


Rückfrage vom Fragesteller 10.02.2021 | 15:19

Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Aus welchen Gründen lehnen die Gläubiger so etwas denn ab? Sie würden doch das Geld direkt bekommen, was ich (in meinem Fall) jetzt noch 21 Monate abzahle. Eventuell könnte ich ja sogar ein paar Prozent mehr anbieten, als sie aus der Insolvenz bekommen würden. Das müsste doch auch für die Gläubiger erstrebenswert sein, schnellstmöglich das Geld zu bekommen. Dass sie keine Ratenzahlung wollen, verstehe ich. Aber eine Einmalzahlung hat für die Gläubiger doch keine Nachteile oder?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.02.2021 | 15:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Nach meiner Erfahrung mit Vergleichsverhandlungen im Rahmen der Wohlverhaltensphase ist es schlichtweg so, dass einige Gläubiger die Anfrage einfach ignorieren. Sie können keinen Gläubiger dazu zwingen, einem solchen Vergleichsangebot zuzustimmen. Es ist aber in einem solchen Prozess zwingend erforderlich, dass sämtliche Gläubiger diesen Vergleich zustimmen, woran solche Vergleichsbemühungen nach meinen bisherigen Erfahrungen regelmäßig scheitern. Nicht alle Gläubiger entscheiden ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, insbesondere dann nicht, wenn es um geringe Beträge geht.

Sie können es gern versuchen, allerdings müssen Sie damit rechnen, nicht von allen Gläubigern eine Rückmeldung zu erhalten. Sofern nur ein Gläubiger den Vergleich ablehnen sollte oder erst gar nicht reagiert, wären die Vergleichsbemühungen gescheitert. Es kommt hierbei insbesondere auf die Anzahl der Gläubiger sowie auch deren Zusammensetzung an.

Eine dezidierte Prüfung der Erfolgsaussichten sprengt allerdings den Rahmen dieser Frage.

Mit freundlichenGrüßen

Daniel Meintz
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Insolvenzrecht

Bewertung des Fragestellers 10.02.2021 | 15:35

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