Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vorwurf wegen vers. Vergewaltigung, Tatzeitpunkt VOR Bewährung

03.10.2014 10:28 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Zusammenfassung: Wenn eine Straftat vor einer anderen Straftat begangen wurde und die zweite Tat bereits abgeurteilt worden ist, muss eine nachträgliche Gesamtstrafenbildung nach § 55 StGB erfolgen.

Hallo,
vor ca. 1 Jahr wurde ich wegen räuberischer Erpressung auf Bewährung (1 Jahr auf 3 Jahre Bewährung) verurteilt.
Nun läuft ein Ermittlungsverfahren wegen vers. Vergewaltigung, wobei der Tatzeitpunkt vor ca. 2 Jahren war.
Das Mädchen und ihre Freundin sind ohne jeglichen Beweise zur Polizei und haben Anzeige erstattet, da sie als sie noch minderjährig War mir sämtliche freizügige Bilder geschickt hat, die ich aber nicht an Dritte weitergeleitet habe. Als ich damals aufgefordert wurde die bilder zu löschen habe ich aus Provokation abgelehnt, bis ich den ernst der Lage erst kapiert habe und sie damals dann auch gelöscht habe.
Das Mädchen stammt aus einem strengen Elternhaus und benutzt diesen Vorwand, um als unschuldig dazustehen weil einige ihrer Freunde von diesem intensiven Kontakt erfuhren. Es gab nie Geschlechtsverkehr o.ä. sie hat mich einfach nicht in ruhe gelassen und hat jetzt angst vor ihrer Familie als "unerzogen" dazustehen.
Nun zur Frage: ich wurde zur Aussage bei der Kripo geladen, soll ich eine Aussage machen oder auf meinen Anwalt beharren? Kann es ggf. Zur U-Haft kommen? Zu meiner Person: ich habe letztes Jahr mein Abitur erfolgreich abgeschlossen abgeschlossen und befinde mich derzeit in einer Ausbildung mit festem Wohnsitz.
Und wie wird der weitere Verlauf des verfahren sein? Ich hatte mit 15 Jahren (bin 22) eine Anzeige wegen rufmord, da habe ich aus dummer Aktion heraus den Geschlechtsakt gefilmt, was aber nicht zu einem Gericht kam. Dies erwähne ich weil ich aufgrunddessen angst habe von vornherein als schuldig dazustehen. Außerdem wurden die aktuellen bewährungsauflagen ohne Probleme Geleistet.

Ich hoffe auf informelle antwort.
Vielen Dank !

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Man kann natürlich ohne Kenntnis der Ermittlungsakte nicht genau einschätzen, welches Risiko für Sie gegeben ist. Ich sehe nach Ihren Angaben aber keine Gefahr für einen Haftbefehl. Sie leben in geordneten Verhältnissen und es besteht keine Fluchtgefahr. Allein die Tatsache das Sie schon auf Bewährung verurteilt sind rechtfertigt nach meiner Ansicht keinen Haftbefehl. Die neue Tat liegt zeitlich vor der Tat wegen der Sie zur Bewährung verurteilt sind.
Sie kann also keinen Bewährungswiderruf rechtfertigen, sondern im Fall einer Verurteilung wäre nachträglich eine Gesamtstrafe nach § 55 StGB zu bilden. Sie sind dann so zu stellen, als wenn beide Taten in einer Verhandlung abgeurteilt worden wären.

Es ist anhand Ihrer Angaben davon auszugehen, dass es in jedem Fall bei einer Bewährung bleiben würde.

Was den Fall selbst angeht, so wird es darauf ankommen wie Detailreich die angeblich Geschädigte aussagt. Da es sich nur um einen Vorwand handelt, sehe ich Ihre Chancen als gut. Sie sollten sich zur Sicherheit aber anwaltlich vertreten lassen. Ihr Anwalt wird dann die Ermittlungsakten anfordern und Sie werden eine Einlassung nach Akteneinsicht abgeben.

Von der Polizei wird der Vorgang an die Staatsanwaltschaft abgegeben und von dort erhalten Sie Akteneinsicht. Es wird dann nach Ihrer Einlassung entschieden ob Anklage erhoben wird, oder ob eine Einstellung erfolgt.

Der Vorfall aus Jugendzeiten spielt keine Rolle, weil es nach Ihrer Angabe zu einer Einstellung kam.

Insgesamt sehe ich ein überschaubares Risiko, allerdings ist der Vorwurf nicht unerheblich und daher sollten Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2014 | 13:33

Ich danke Ihnen für die informelle Antwort. Das beruhigt mich.
Nun habe ich aber noch nicht verstanden, ob ich VOR dem Termin bei der Kripo einen anwalt einschalten soll bzw. Kann, da ich nicht weiss wie ich das mit der Aussage so formulieren kann, dass ich mir am ende nicht selbst ein Bein stelle.
Könnte ich sogar vorerst eine Aussage ablehnen und trotzdem nicht gleich als schuldig eingestuft werden?
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2014 | 13:50

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie müssen bei der Polizei keine Aussage machen. Das ist Ihr gutes Recht als Beschuldigter. Ich würde auch dazu raten selbst keine Angaben zu machen.
Einen Anwalt können Sie schon jetzt einschalten, Sie müssen es aber nicht. Eine Verweigerung darf nicht als Schuldeingeständnis gewertet werden. Auf der anderen Seite haben Sie nach Akteneinsicht die Chance eine entlastende Aussage zu machen.

Es ist aber möglich, dass Sie zunächst keine Angaben machen und dann abwarten was die Staatsanwaltschaft aus der Sache macht.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70024 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle Bearbeitung, eine sehr kompetente,den Einzelfall betrachtende und freundliche Rechtsanwältin ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Top, super verständlich und schnell geantwortet. Würde ich immer wieder so machen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und Klare Antworte. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER