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Vorwurf von Mobbing

| 09.01.2014 15:43 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Mobbingvorwurf und Reaktionsmöglichkeit desjenigen, dem der Vorwurf konkret gemacht wird.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin leitender Angestellter in einem Unternehmen. Meine Leitungsbefugnis erstreckt sich auf alle Mitarbeiter, über mir steht nur die Geschäftsleitung.
Diese teilte mir heute in einem Telefongespräch mit, dass ein leitender Mitarbeiter, welcher unter mir arbeitet, den Vorwurf erhebt, ich würde ihn mobben.

Die Geschäftsleitung hat von ihm eine Art Mobbing-Tagebuch erhalten, auf das sie nun in Form einer Stellungnahme reagieren muss. Gespräche mit dem besagten Mitarbeiter zur Entschärfung des Konflikts hat es bereits gegeben. Ihm wurde u.a. angeboten, den Arbeitsbereich zu wechseln, damit er nicht mehr direkt mit mir zusammen arbeiten muss. Das wurde aus Gründen der Altersnachfolge bereits vor einem halben Jahr mit ihm besprochen. Bedauerlicherweise ist er dazu nun nicht mehr bereit und verlangt von der Geschäftsleitung die „Disziplinierung meiner Person und seine Rehabilitierung".

Ich muss offen zugegeben, dass es schon immer Spannungen im Umgang mit diesem Kollegen gegeben hat. Das heißt aber nicht, dass ich seine Arbeit nicht wertgeschätzt hätte. Auch habe ich ihn nie denunziert oder andersartig zu unrecht kritisiert. Aber genau mit diesen Vorwürfen konfrontierte er nun die Geschäftsleitung.

Ich arbeite hart und oft mehr als 10 Std. pro Tag. Das Wohl der Firma steht meist vor meinem Privatleben. Ich arbeite in diesem Unternehmen seit mehr als 10 Jahren und genieße vollstes Vertrauen der Geschäftsleitung, auch was den aktuellen Mobbingvorwurf betrifft.

Ich bin hart im nehmen, muss allerdings gestehen, dass dieser Vorwurf an meinen Nerven zehrt. Ich bin mir keiner Schuld bewusst und möchte mir diesen Vorwurf definitiv nicht gefallen lassen. Eine vernünftige Zusammenarbeit ist mit dem Kollegen unter diesen Umständen nicht mehr möglich.

Die Geschäftsleitung ist bereits in Kontakt mit unserem Anwalt und wird das Schreiben in Ihrer Stellungnahme auf alle Fälle abwehren. Wie dem auch sei, fühle ich mich zu unrecht angriffen und möchte entschieden dagegen vorgehen.

Bitte antworten Sie nur dann, wenn Sie über entsprechende Referenzen verfügen. Im Falle eines Rechtsstreit, wünsche ich mir die größtmöglichen Chancen auf Erfolg.

Vielen Dank für Ihr Interesse.

09.01.2014 | 17:42

Antwort

von


(750)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:



Frage 1:
"Wie dem auch sei, fühle ich mich zu unrecht angriffen und möchte entschieden dagegen vorgehen."




Ich entnehme Ihrer Schilderung keine konkrete Frage. Daher gehe ich davon aus, Ihnen geht es nun um die nächsten zweckmäßigen Schritte von Ihrer Seite aus.

Dass Sie von dem aus Ihrer Sicht zu Unrecht erhobenen Vorwurf schockiert sind, ist verständlich.

Ebenso verständlich ist Ihr Wunsch, nun umgehend mit allen Mittel entschieden dagegen vorzugehen.

Dabei gilt in jedem Fall die Maxime "weniger ist mehr". Wenn Sie nun wie ein Stier auf das rote Tuch zulaufen, um sich schnellstens von den erhobenen Vorwürfen zu befreien, würden Sie genau das Verkehrte tun.

Zu Ihren Gunsten spricht hier schon einmal, dass der Arbeitgeber zu Ihnen steht und dieser Vorwurf offenbar der erste in Ihrer bisherigen 10-jährigen Dienstzeit ist.

Weiterhin bieten die gesammelten Vorwürfe in dem Mobbingtagebuch eine hervorragende Basis um den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe gegen sie abzuklopfen. Denn wenn der Vorwurf hauptsächlich darin besteht, sie hätten den Mitarbeiter denunziert oder andersartig zu unrecht kritisiert, wird sich dies womöglich anhand der erhobenen Vorwürfe abarbeiten lassen.
Nachteilig ist dabei, dass Ihnen je nach Zeitraum des Tagebuchs die einzelnen Situationen nicht mehr vollständig im Gedächtnis sind, während der Mitarbeiter diese notiert hat. Dies ist aber nichts was Ihnen Sorgen bereiten müsste, da es völlig normal ist, sich an Begebenheiten aus der Vergangenheit nicht detailliert erinnern zu können.

Daneben kommt es auch auch darauf an wie der Mitarbeiter die erhobenen Vorwürfe unter Beweis gestellt hat. Waren es überwiegend "4-Augen-Situationen" oder gibt es gar Zeugen unter den Mitarbeitern.

Schließlich kommt es auch noch auf die Art des Mobbingtagebuchs an. So ist z.B. eine chronologische Aneinanderreihung von Einzelzetteln wesentlich zu Beweiszwecken ineffektiver als die gebundene Buchform, weil im letzteren Fall Situationen nicht beliebig austauschbar sind.

Problematisch an der ganzen Situation sind die bereits seit langem gärenden Spannungen in Bezug auf den Mitarbeiter, der zudem auch noch Ihnen untersteht (sog. Machtgefälle). Hier können sich kleine Spitzen auf Dauer - vom Vorgesetzen oftmals unbemerkt - zu einem handfesten Mobbingvorwurf zusammenspinnen.

Allerdings ist auch zu beachten, dass der Mitarbeiter scheinbar den Konflikt offen sucht, da er sich zu einem Wechsel des Arbeitsbereichs nicht bereit zeigt.

Klar ist natürlich, dass Sie sich unberechtigte Vorwürfe nicht zu gefallen lassen brauchen. Und selbstverständlich steht Ihnen auch das Recht zu, die Arbeitsaufgaben entsprechend zu delegieren und notfalls auch entsprechende Ansagen zu machen, wenn etwas nicht wunschgemäß läuft.

Dies führt zu der Ausgangsfrage zurück wie Sie sich nun am besten verhalten sollen.


Zunächst einmal sollten Sie in genau dieser Frage zunächst noch einmal das Gespräch mit der Betriebsleitung suchen. Hier können Sie darauf hinweisen, dass Sie auch gerne bereit sind, zusammen mit dem Arbeitgeber ein klärendes Gespräch mit dem Mitarbeiter zu führen, um das Arbeitsklima nicht weiter zu belasten. Im besten Falle könnte man durch ein solches Gespräch die Lage deutlich entschärfen. Jedenfalls bräuchten sie für ein solches Gespräch - falls dies überhaupt von der Betriebsleitung für zweckmäßig erachtet wird - Einsicht in die gegen Sie erhobenen Vorwürfe, um darauf möglichst substantiiert antworten zu können.

Jedoch dürfte dies nach Ihrer Schilderung wenig Aussicht bieten, da wohl bereits derartige Gespräche stattgefunden haben.

Zudem sollten Sie in diesem Gespräch vorab klären, wie Sie den weiteren Umgang mit dem Mitarbeiter gestalten sollen, falls es Anlass zu einer berechtigten Kritik geben sollte. Hier kann es sich eventuell anbieten, einen von der Betriebsleitung benannten Zeugen hinzuzuziehen, wenn dies den Arbeitsablauf nicht über Gebühr behindert.


Dem Mitarbeiter gegenüber sollten sie sich unbedingt absolut sachlich verhalten. Jegliche Polemik oder Vorwürfe in seine Richtung sollten Sie vermeiden.
Ebenso sollten Sie diese Angelegenheit nicht während der Betriebszeit im Kollegenkreis "hochkochen" lassen. Ein absolut neutraler, sachlicher und der Arbeit angemessener Umgang mit dem Mitarbeiter ist das Beste was Sie tun können solange dieser weiterhin unter Ihrer Regie im Arbeitsbereich beschäftigt ist.

Daneben sollten Sie beginnen, Ihren Umgang mit dem Mitarbeiter ebenso - am besten von nun an lückenlos - kurz in einer Buchform zu notieren, um für einzelne Situationen, die womöglich zukünftig auftreten, eine Gedächtnisstütze zu haben.

Der weitere Ablauf wird so sein, dass Ihr Arbeitgeber auf den Vorwurf des Mitarbeiters nach Rücksprache mit dem Firmenanwalt reagieren wird. Nach Ihrer Schilderung wird er den Vorwurf entweder zurückweisen oder gar nicht reagieren.

In beiden Fällen müsste dann der Mitarbeiter reagieren. Dieser müsste dann nachweisen, dass hier tatsächlich die Schwelle zum Mobbing überschritten ist. Hierfür trägt er grundsätzlich die Beweislast (BAG, 16.05.2007 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20AZR%20709/06" target="_blank" class="djo_link" title="BAG, 16.05.2007 - 8 AZR 709/06: Persönlichkeitsverletzung - Mobbing - Ausschlussfrist">8 AZR 709/06</a> ).

Kann eine gedeihliche Zusammenarbeit


Einer weitergehenden Reaktion von Ihrer Seite als bisher geschildert bedarf es nicht.





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael Fork, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Raphael Fork

Ergänzung vom Anwalt 09.01.2014 | 17:47

Der unvollständige Satz "Kann eine gedeihliche Zusammenarbeit"


Sollten lauten :

Kann eine gedeihliche Zusammenarbeit aus Gründen die der Mitarbeiter zu vertreten hat ( daher auch Ihre Aufzeichnungen oder Hinzuziehung von Zeugen für "kritische" Situationen ) tatsächlich zukünftig nicht möglich sein, so wird der Arbeitgeber die einzelnen Verstöße gegenüber dem Mitarbeiter abmahnen.

Bewertung des Fragestellers 12.01.2014 | 08:57

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