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Vorwurf der sexuellen Belästigung


11.02.2006 10:35 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Hallo,

ich habe aktuell ein Problem und bin mir nicht sicher, wie ich dem entgegentreten soll.

Die Story:

Kollegin und ich sind zusammen im Außendienst. Das Fahrzeug ist ein Opel Corsa, also recht eng, zumal die Kollegin und auch der Kollege (ich) ein paar Pfunde zuviel auf den Rippen hat...also passiert es, dass man an das Bein des Beifahrers kommt, wenn man beispielsweise die Schaltung betätigt bzw. wenn einer der Kollegen in den hinteren Bereich des Fahrzeuges greift um beispielsweise Unterlagen aus der Tasche zu nehmen oder einfach mal einen Schluck zu trinken. Ich habe zu keinem Zeitpunkt bewusst meine Hand auf irgendein Körperteil der Kollegin gelegt.

Im Vorfeld erkennt die Kollegin und ich, dass unsere Geburtsorte nicht weit voneinander weg sind. Es handelt sich hierbei um typische Eifeldörfer. Ich bemerke, aus dem reinen Spaß heraus, dass in diesen kleinen Dörfern, "die Oma die Tante sein könnte und der Vater der Onkel"....weil im Mittelalter und/oder noch früher, sich viele kleine Dörfer durch inzestiöse Verheiratungen überhaupt erhalten haben....also wieder REINER SPAß!

Der nächste Schritt im Bezug auf die Nähe der beiden Geburtsorte ist dann, dass sie erzählt, dass sie noch nicht in die Wohnung ihrer Eltern in deren Haus ziehen kann, weil dort ein Paar wohnt, die keine Miete zahlen und auch in die Richtung "Messi" tendieren und die Wohnung unbewohnbar machen. Auf ihre Aussage, dass sie den Mietern am liebsten den Hals umdrehen, die Möbel auf die Straße und die Türschlösser austauschen will, sagte ich ihr noch, dass ihr dazu die rechtliche Grundlage fehlt.

Der Dienst dauert eine Woche, die Kollegin erzählt, dass ihre Beziehung wohl nicht der Hit ist, dass ich sie erstmal sehen soll, wenn sie abends auf die Rolle geht und ob ich nicht mal mit ihr in eine bestimmte (Namen vergessen) Disco gehen will, dann würde ich ja sehen, wie sie so drauf ist. Sie sagte, dass sie mir ein Foto per Mail schicken wolle, damit ich mal sehen könne, wie sie aussieht, wenn sie auf die Rolle geht. Ich sagte "mach mal".Ich habe dies nicht zu- oder abgesagt, weil ich privates und den Beruf stets trenne.

Durch die Tatsache, dass sie die ganze Woche "gut drauf" war, ließ ich mich zu der wirklich spaßig gemeinten Bemerkungen hinziehen "Was hast Du geraucht?" und "Du kriegst zum Frühstück doch bestimmt Psychopharmaka - sonst könntest Du nicht immer soooo lustig drauf sein!" Die Reaktion darauf war ein lustiges Gelächter....also Spass und nicht mehr.....

Gut, Dienst zu ende, man sieht sich im Büro...halt im normalen Dienst, redet kaum miteinander. Beim morgentlichen Talk mit mehreren Kollegen und Kolleginnen, erzählt sie, dass ich ja der Meinung wäre, dass sie irgendwas nehmen müsse, um so gut drauf zu sein. Die Reaktion VON IHR und den Kollegen war lautes Lachen! Also in meinen Augen reiner Spaß.

Tage später kommt die Kollegin auf mich zu und zeigt mir Bilder der Wohnung im elterlichen Haus, nachdem die Mieter ausgezogen sind.

Wochen später, ergibt sich im Dienst eine Situation, die rein spaßig im Kollegenkreis umhergeht. Ich bin ein lustiger Mensch, also sage ich als spaßige Reaktion auf eine Bemerkung "...und mit Dir wollt ich mal schlefen tztztz...", übrigens eine Bemerkung, die ich im lustigen Sinne öfter bei Kolleginnen UND auch Kollegen anbringe....also wieder Spaß....die Kollegin meldet eine Beschwerde wegen sexueller Belästigung, in besagtem Frühdienst, gegen mich an. Daraufhin versetzt mich mein Abteilungsleiter erstmal auf einen anderen Posten, um sie vor mir zu schützen....das muss er wohl tun....

Wie soll ich diesen Vorwurf nun entkräften? Wenn diese spaßigen Äußerungen sie irgendwie verletzt haben, dann tut es mir ja aufrichtig leid! Wieso hat sie mitgelacht und nichts gesagt???

Danke

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Zunächst muss der genaue Vorwurf geklärt werden. Hiergegen können Sie natürlich zum Arbeitgeber eine genaue Gegenerklärung abgeben.

Weiteres Risiko ist, dass der Vorwurf auch strafrechtlich bedeutsam sein könnte. Hier wäre zunächst abzuklären, ob eine entsprechende Anzeige gegen Sie vorliegt.

Gegen die Versetzung als solche können Sie sich gerichtlich wehren. Sie können Feststellung verlangen, dass diese Unwirksam ist oder auf den alten Arbeitsplatz klagen.

In diesem Zusammenhang wäre interessant, ob ein Betriebsrat besteht und dieser ggf. gehört wurde. Wenn es einen solchen gibt, können Sie sich zunächst an diesen wenden.

Gegen die Kollegin können Sie natürlich wegen Verleumdung und übler Nachrede selbst Anzeige erstatten.

Letztendlich handelt es sich wirklich um eine unschöne Situation, die auf ein „aussage gegen Aussage“ herausläuft und dann leider oft der Frau geglaubt wird.

Um Ihre Rechte umfangreich wahrzunehmen, sollten Sie eine Vertretung durch einen Kollegen vor Ort überlegen. Dieser kann an Hand genauerer Schilderungen das weitere vorgehen mit Ihnen besprechen und einen auf Ihre Situation abgestimmten Ratschlag erteilen. So etwas ist hier in dieser Form leider nicht möglich.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Erfolg und alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.02.2006 | 09:25

Hallo Herr Steininger,

es gibt einen Personalrat (öffentl. Dienst) und mit diesem werde ich die Vorwürfe in den nächsten Tagen abklären. Für mich ist nun noch die Frage offen, wenn mir keiner glaubt, mit welchen Folgen ich zu rechnen habe? Kündigung/Versetzung/Eintrag in der Personalakte??? Irgendwas bleibt ja von so einem Vorwurf immer hängen.

Der konkrete Vowrwurf ist wohl, dass sich die Kollegin durch mich sexuell Belästigt fühlt - also nichts, was strafrechtlich bedeutsam wäre. Ich habe mich aber zu keinem Zeitpunkt mit irgendeiner Absicht der Kollegin genähert. Weder "beziehungsmäßig" noch "sexuell"!

Im Gegenteil, ich erzähle im Beruf so gut wie nichts aus meinem privaten Umfeld, für mich sind Beruf und Privatleben strickt getrennt.

Übrigens, ca. 4 Wochen vor der besagten Woche bin ich einen neue Beziehung eingegangen und jeder, der sowas im Erwachsenenalter schon mal hatte, weiß, dass es dann keinen anderen als den neuen Partner geben kann, da ist "auf Wolke 7" einfach kein Platz für eine weitere Person/Sache/etc.

Vielleicht ist das Wunschdenken der Kollegin - aber das sei mal dahingestellt.

Danke und Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.02.2006 | 21:42

Natürlich besteht das Risiko, dass "etwas hängen bleibt".
Allerding scheint der Vorwurf hier doch eher schwach zu sein.
Letztendlich besteht die Möglichkeit, dass Sie eine Anmahnung erhalten. Hiergegn können Sie eine Gegenerklärung zur Personalakte abgeben.
Eine Kündigung erhalte ich nach Ihrer Schilderung für eher unwahrscheinlich.

Auf jeden Fall sollten Sie eine Erklärung zu der Persoinalakte reichen, da ja Ihre Versetzung momentan aktenkundig ist.

Besprechen Sie sich wie gesat mit dem Personalrat.

Auf jeden fall nochmals viel Erfolg (beruflich wie privat).

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