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Vorwurf der Untreue

| 22.09.2013 21:50 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


sehr geehrte damen und herren,
folgender sachverhalt:
ich war auf wunsch des betroffenen aufgrund starker zerwuerfnisse mit dem familienmitgliedern ( belegbar durch zahllose schreiben, gerichtsstreitigkeiten uswusw) generalbevollmaechtigter
in allen relevanten bereichen.
die betroffene person war mit der mutter meiner freundin zusammen, hat einige jahre zusammen mit ihr wie als auch von ihr getrennt gelebt, da die krankheit ( beginnende demenz, alkoholabus ,wahnvorstellungen ihn teilweise extrem haben "verrutschen "lassen.
die betroffene person besitzt ein haus,welches er gemeinsam mit seiner mutter ( allerdings raeumlich getrennt )bewohnt.
aufgrund seiner krankheitsentwicklung und auf seinen eigenen wunsch habe ich zusammen mit seiner freundin ein pflegeheimplatz hier am ort gesucht,ihn angemeldet und zeitgleich einen tagespflegeplatz gesucht.aufgrund der geringen rente ( ca 1200,-) und erfolglosen versuche gemeinsam mit der exfrau einen konsens zu finden ( sanierung der wohnung zur anschliessenden vermietung ) erfolglose pflegeeinstufung ( da koerperlich sehr fit) , war ich gezwungen mit dem sozialamt kontakt aufzunehmen,welches auch bereit war,eine eintragung in die grundschuld zu taetigen.
seit diesem zeitpunkt bin ich das personifizierte boese und ich wurde massivst angegangen,da ich das potentielle erbe nun angegriffen habe.
die voruwerfe waren zahllos,allerdings konnte mein anwalt ( der auch der anwalt des betroffenen) war, vieles entkraeften.
nun habe ich letzte woche ein schreiben der kriminalpolizei erhalten, welches mich
zum vorwurf der untreue in hoehe von ca 14.000 vorladen wollte.
mir wird konkret vorgeworfen,gelder von seinem konto abgehoben zu haben und fuer mich selber verwendet zu haben, mehr konnte der beamte mir nicht sagen ,da ich akteneinsicht ueber meinen anwalt beantragt habe.
ich habe einige fragen zu diesemr thematik,da ich nicht weiss ,wie lange es dauert bis die akte da ist und ich inzwischen mehr als normal am "drehen" bin.
vorab;
1) geldabhebungen erfolgten immer auf wunsch des betroffenen ( telephonat oder vorort)
2) geldabhebungen erfolgten teils (zu tageszeiten) in der bank, entweder mit dem betroffenen oder aber er hat im auto gewartet.
3)geldabhebungen erfolgten teils in ort a ( mein wohnort) wie als auch in ort b( wo der betroffene teils wohnte ,wenn er nicht in a wohnte ,wie als auch in ort c ( in welchem angehoerige von mir wohnen, wenn ich also zu besuch war.
4.) betroffene person ist NICHT geschaeftsunfaehig,koerperlich topfit,allerdings nicht mehr in der lage alleine zu leben und lebt inzwischen, basierend auf einem gerichtlichen bescheid durch das betreuungsgericht ,in einer geschlossenen einrichtung.

5) Ich habe noch nie einen Fuehrerschein besessen, so daß ich bei jedem Weg zur Bank
egal wo immer einen Zeugen habe bei der Gelduebergabe oder den Verwendungszweck.
nur
6) teilweise habe ich ( da ich selbststaendig bin )meine freundin entweder mit ihm ,oder wenn er im ort b war zu ihm geschickt.
7) ich war also NIE alleine mit ihm zusammen ,sondern wir sind immer zu zweit dort gewesen.
8) die kaeufe die er getaetigt hat bzw die wir fuer ihn getaetigt haben waren immer mit zeugen ( da ich eben keinen fuehrerschein besitze).Wenn die betroffene Person nicht dabei war,haben wir Belege und Rueckgeld ihm gegeben,.
9)Sein Zigarettenkonsum betrug zu diesem Zeitpunkt 2 Schachteln am Tag,Alkoholkonsum ca 2 Kaesten Bier in der Woche und laut dem Getraenkehaendler jeden Abend eine Flasche Wein.
10)Zu den Zeugen zaehlen die damalige Freundin,des Betroffenen sowie mehrere Mitarbeiter von mir ( habe mir immer den "freiesten" gegriffen.
11) Einzelne Belege liegen noch vor,allerdings haben wir aufgrund der Verhaeltnisse
( Freund der Mutter der Freundin,teils gemeinsames Leben in einem Mehrfamilienhaus)
aber auch nicht im entferntesten daran gedacht ihn zu bitten diese zu sammeln oder
diese selber zu sammeln.
Auch habe ich niemals irgendwelche Kosten in Rechnung gestellt,weder von den Mitarbeitern noch Tank oder aehnliche Belege,einfach weil er fuer mich ein Familienmitglied war.
Nochmals: Er ist nicht geschaeftsunfaehig und ich war Generalbevollmaechtigter auf
seinen Wunsch hin.
12) Die Angehoerigen stellen es ( wahrscheinlich) so dar,dass ich das komplette Geld abgeraeumt habe und seine Mutter ( 94) alle Kosten getragen hat.
Anders kann ich es mir momentan nicht vorstellen.
Meine Fragen:
1) Polizist wie als auch Anwalt meinten,dass man mir nachweisen muss ,dass ich das Geld veruntreut habe.Was bedeutet das? Wie kann ich die Vorwuerfe entkraeften,da
es zwar immer Zeugen ( Zwangslaeufig) gab,allerdings nach mehr als 1,5 Jahren eine zeitliche Zurodnung sehr sehr schwer mgl. ist.
Sind diese Zeugen weniger " wert"?
2) War ich ueberhaupt belegpflichtig?
3)Der Polizist meinte,dass ich entweder mit einer Strafe( bis zu 90 Tagen nicht vorbestraft, danach schon zu rechnen habe oder das Verfahren eingestellt wird,
Stimmt das ?
4) Da ich jetzt schon weiss,dass die Angehoerigen NIE Ruhe geben werden und mich ziemlich sicher zivilrechtlich verklagen werden, welche Bewertung seitens des Gerichtes
findet dann der Bericht der polizei,wenn mir nichts nachgewiesen werden kann.
5) Worst Case:Ich verliere den Prozess und muss 16.000 sofort zahlen.
Heisst das,dass sofort vollstreckt werden kann ? Auch in eine Firma hinein( E.K)
6) Kann es wirklich sein,dass absolut keine Lebenshaltungskosten miteinberechnet werden
oder angesetzt werden?
Oder andersrum gefragt: Muss man die Kripo darauf hinweisen?

Ich bin aufgrund der Situation mehr als angeschlagen,da ich noch nie in meinem Leben
vorbestraft war,immer sauber war und seit mehreren Monaten massivsten Vorwuerfen ausgesetzt bin und wirlklich nicht mehr kann.

Vielen Dank.





Sehr geehrter Fragesteller,


zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


I.

Zunächst sei darauf hingewiesen, daß Sie bereits das Richtige getan haben: Sie haben einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen beauftragt, der nun wiederum Akteneinsicht beantragt hat.

Sie sollten nun abwarten, was sich aus der Ermittlungsakte ergibt. Alles Andere käme der Kaffeesatzleserei gleich - und damit ist Ihnen nicht geholfen.

Anhand des Akteninhalts wird Ihr Anwalt mit Ihnen besprechen, wie die Verteidigungsstrategie aussehen soll.

Deshalb ist es jetzt auch unergiebig, Auszüge aus Ihren Schilderungen versuchen zu analysieren. Allein die Akte ist das "Arbeitspapier", das die Marschrichtung bestimmt.


II.

Zu Ihren Fragen:

1.

Nicht Sie müssen den Beweis erbringen, die Tat(en) nicht begangen zu haben, sondern man muß Ihnen die Tatbegehung nachweisen. Bleiben Zweifel, gilt der Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten". Wobei derzeit noch nicht einmal gesagt werden kann, ob es überhaupt zu einer Anklage kommen wird.

2.

Ob Sie "belegflichtig" gewesen sind, läßt sich anhand der Schilderung nicht eindeutig sagen.

3.

Der Polizeibeamte hat Ihnen eine korrekte Auskunft gegeben.

4.

Werden Sie auf Schadenersatz verklagt, wäre das Zivilgericht nicht einmal an ein Urteil des Strafrichters gebunden, wenn dieser Sie verurteilt hätte. Das Zivilgericht wird die Strafakte voraussichtlich beiziehen und prüfen, ob sich daraus entscheidungserhebliche Tatsachen ergeben.

5.

Vollstrecken kann man im Rahmen der Pfändungsgrenzen. Das heißt, Ihnen muß genügend verbleiben, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können.

6.

Sie müssen die "Kripo" derzeit auf gar nichts hinweisen.

Hier gilt: Ruhe bewahren!



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 22.09.2013 | 22:37

Hallo Herr Raab,
Vielen Dank fuer die schnelle und gute Antwort,
eine Frage sei mir noch gegoennt, da ich mich wahrscheinlich missverstaendlich ausgdrueckt habe


5. Vollstrecken kann man im Rahmen der Pfändungsgrenzen. Das heißt, Ihnen muß genügend verbleiben, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können

-> Fragestellung war dahingehend gemeint,dass wenn ich wider Erwarten meinerseits und meines RA den Prozess doch verliere:
Kann der Gegner die Forderung in Hoehe von ca 18.000 ( incl. fremde RA Gebuehren) sofort vollstrecken und dann da auch neben dem Privatkonto AUCH das Geschaeftskonto?.Firmenform ist E.K, Mitarbeiterzahl liegt bei 8 Stk.
Waere bei der Summe mehr als belastend ,eventuell schon existenzbedrohend.
Zumindest verstehe ich den Passus " Das Urteil ist vorlaeufig vollstreckbar bzw 110% an die "Gerichtskasse", so dass unabhaenhig von der Berufung der Klagende bei mir pfaenden kann.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.09.2013 | 10:54

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.

Da Sie Einzelkaufmann sind, könnte im Fall des Unterliegens auch die Zwangsvollstreckung bezgl. des Geschäftskontos erfolgen.

2.

Der Ausspruch der vorläufigen Vollstreckbarkeit betrifft jedoch eine andere Rechtslage.

Angenommen die Gegenseite würde in einem Prozeß obsiegen, könnte die Gegenseite aus dem Urteil die Zwangsvollstreckung betreiben. Allerdings hätten Sie die Möglichkeit, gegen das für Sie nachteilige Urteil Berufung einzulegen. Wäre die Vollstreckung gegen Sie erfolgreich verlaufen, d. h., wäre die Gegenseite wegen der (angeblichen) Forderung in vollem Umfang befriedigt, bestünde die Gefahr, daß dann, wenn die Berufungsinstanz das erstinstanzliche Urteil aufhebt und zu Ihren Gunsten entscheidet, die Rückforderung aus der Vollstreckung aufgrund des erstinstanzlichen Urteils erfolglos bleiben könnte, wenn die Gegenseite beispielsweise vermögenslos geworden wäre.

Um diesen Zustand zu vermeiden, muß bei einem berufungsfähigen Urteil derjenige, der obsiegt hat und die Zwangsvollstreckung betreiben will, Sicherheit leisten, wobei die Sicherheitsleistung die Hauptforderung und die voraussichtlichen Kosten umfaßt. Die vorläufige Vollstreckbarkeit ist also gewissermaßen ein Schutz für die unterliegende Partei in einem Prozeß.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.09.2013 | 22:39

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"sehr schnell,vor allem am abend.danke vielmals"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 22.09.2013 5/5,0
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