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Vorwurf arglistige Täuschung beim Autoverkauf

25. November 2022 16:03 |
Preis: 70,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


14:01

Ich habe vor einiger Zeit einen Audi A6 / Bj 2007 mit circa 250.000km verkauft. Verkaufspreis 4000,-Davor hatte der Audi ein Ladedruckregelproblem, was sich mitunter in dem Aufleuchten der Motorkontrollleuchte und Notlauf bemerkbar machte. Der Wagen hatte schlichtweg keine Leistung mehr. Ich kontaktierte die Werkstatt, und fragte nach den Kosten für die Suche nach dem Probem fehlender Ladedruck.- dies würden sich auf 4-stellig belaufen.
Da ich Kosten sparen wollte, las ich den Fehler mit einem Gerät aus (20 Euro/Ebay)- und dort stand: 0299-zu niedriger Ladedruck. Dann schaute ich mir youtube Videos an, wie man solche Fehler repariert, bzw woran es liegen könnte. Ich stiess auf mehrer Möglichkeiten, die ich eine nach der anderen reparierte. Alleine und daheim in meiner Garage. Defekte Ventildeckeldichtung getauscht, Kraftstofffilter,getauscht den Agr Kühler habe ich getauscht, dann ein Magnetventil getauscht. (Mittels Rauchprüfgerät -für 25 Euro gemietet-die Schläuche überprüft und dabei einen defekten Anschluss entdeckt - Plastik war gebrochen).

Der Fehler war immer noch da, bzw. der Wagen ging sofort wieder in den Notlauf bei Belastung. Nächster Versuch war das Ladedruckregelventil. Nach dem Tausch desselben lief der Wagen wieder ohne in den Notlauf zu gehen. Die Motorkontrolllampe leuchtete auch nicht mehr auf. Ich fuhr den Wagen mehrmals auch über längere Zeiträume unter Volllast, alles ohne Probleme. Bin damit auch wieder täglich gefahren, ohne das Fehler aufgetaucht sind.
Jetzt behauptet der Käufer, den ich ausführlichst über diesen Sachverhalt aufgeklärt habe. ich hätte ihn arglistig getäuscht. da auf dem Weg nach Hause direkt nach dem Kauf die Motorkontrollleuchte mehrmals aufleuchtete. Die Ölpumpe sei defekt gewesen, sagte die im Anschluss besuchte Werkstatt.
Er hat auch ein Fehlerprotokoll vorliegen, das besagt, das der Fehler vorher schon, also vor dem Kauf abgelegt wurde. Und das eine defekte Ölpumpe nicht in diesem kurzen Zeitraum kaputt gehen könne. Zwischen dem ersten und zweiten Fehler liegen circa 250 km. Der Fehler deutet laut Werkstatt auch auf eine defekte Ölpumpe hin, was mir aber nicht bekannt war.

Er hat mir angeboten, nach einer ersten Stellungnahme meinerseits sich die Reparaturkosten zu teilen, bevor er das anwaltlich lösen lasse.
Ich habe den Audi guten Gewissens verkauft, in der Annnahme, das der Fehler mit dem Ladedruck behoben sei. Das nach Tausch des Ladedruckreglers die Motorkontrollleuchte nicht mehr leuchtete, und der Wagen nicht mehr in den Notlauf ging bestätigten mir als Laie das der Fehler behoben sei. Nie wäre ich darauf gekommen, das das ursächlich an einer defekten Ölpumpe liegen soll.

Meine Frage: Soll ich auf die Forderung des Käufers eingehen, die Reparaturkosten zu teilen, oder warten bis das ganze vor Gericht landet?

25. November 2022 | 17:14

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ich nehme an, dass Sie die Gewährleistung vertraglich ausgeschlossen haben, denn dann kann der Käufer nur noch Ansprüche geltend machen, wenn er tatsächlich beweist, dass er hier arglistig getäuscht wurde.

Hierzu müsste er beweisen, dass überhaupt ein Mangel vorliegt und Sie hierüber arglistig getäuscht haben.

Ich bin kein Techniker, weshalb es hier einer verlässlichen Expertise bedarf, um zumindest die technische Seite zu beurteilen.

Von der defekten Ölpumpe wussten Sie nichts, also können Sie hier auch nicht getäuscht haben.

Wenn dies die Hauptursache etwaiger Fahrprobleme sein sollte, kann sich der Käufer nicht auf Arglist berufen.

Zudem haben Sie den Käufer über die Ihrer Meinung nach bestehenden Probleme aufgeklärt, so dass dies, vorausgesetzt, Sie könnten diese Aufklärung beweisen, ebenfalls für Sie spricht.

Insofern sehe ich ohne weitere Informationen das größere Prozessrisiko bei dem Käufer.

Insgesamt käme es aber auch auf die Höhe der Rechnung an.

Liegt die bei 2000 €, dann würde ich sagen: Zu viel zum Teilen, bei einem ursprünglichen Kaufpreis von € 4.000,00.

Liegt die Rechnung bei € 500,00 sollten Sie teilen.

Nicht selten wird in derartigen Angelegenheiten auch vor Gericht ein Vergleich geschlossen.

Sind Sie hier anwaltlich vertreten, erhöht dieser Vergleich aber wiederum die Anwaltsgebühren, so dass in dem Fall sehr wahrscheinlich drauf gezahlt würde.

Also geht abschließend meine Tendenz in Richtung des Teilens, sofern die Rechnung bis insgesamt
€ 800,00 liegt.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wilke

Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 26. November 2022 | 09:00

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Die Gewährleistung ist vertraglich ausgeschlossen worden. Es ist so, das ich den Käufer mündlich aufgeklärt habe, und seine Freundin derweil in einem anderen Auto sass. Bei der Probefahrt war ich allein mit dem Käufer unterwegs. Die Reparaturen habe ich ja wie schon eingangs erwähnt selbst durchgeführt-könnte dies mittels der Rechnungen für die Ersatzteile nachweisen. Die Werkstätten hier im Ort verbauen keine fremden, bzw. selbstmitgebrachten Teile.
Nun ist es so, das der Käufer einen Kostenvoranschlag erstellen lässt und sich die erste Schätzung seiner Werkstatt auf 3000,- Euro beläuft. Er hat auch aufgelistet für wieviele Probleme der eigentliche Fehler steht, bzw. hält mir vor davon gewusst zu haben, inkl. Der defekten Ölpumpe. Und das dieser eklatante Mangel eben nicht in dieser kurzen Zeit hätte passieren können. etc.
Den behaupteten Mangel vorausgesetzt, ist das Fahrzeug nicht fahrbereit. Eine genaue Erklärung mit "Werkstattkommentaren" habe ich vom Käufer erhalten.

Wenn ich sie richtig verstanden habe, müsste ich die Aufklärung beweisen, und nachvollziehbar erklären wie die Reparatur vonstatten ging? Ist das korrekt?
Danke im voraus für ihre Zeit und Mühe.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26. November 2022 | 14:01

Sehr geehrter Fragesteller,

das ist nicht ganz korrekt:

Zunächst muss der Käufer folgendes beweisen:

1. Es liegen Mängel vor.
2. Diese lagen schon beim Kauf vor.
3. Sie haben über diese Mängel nicht nur Bescheid gewusst, sondern auch arglistig! darüber getäuscht.

Wenn der Käufer diese Punkte nicht beweisen kann, verliert er die Klage, denn der Ausschluss wäre dann wirksam.

Sie müssten ggf. beweisen:

1. Der Käufer kannte die von Ihnen benannten Mängel, wobei dieser Punkt nur dann vom
Gericht beleuchtet wird, wenn der Käufer beispielsweise beweisen oder schlüssig darlegen konnte, dass Sie über die von ihm angegebenen Mängel Wissen hatten.

Deshalb sehe ich hier die Chancen des Käufers eher als schlecht an, was ein gebrauchtes Fahrzeug dieser Preisklasse anbetrifft.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wilke

Rechtsanwalt

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