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Vorwurf Täuschung bei Klausur Uni

2. März 2019 14:41 |
Preis: ***,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Zur Anwendung von Vorschriften einer Prüfungsordnung in Bezug auf Täuschungsversuche und Prüfungsausschluss sowie zur Möglichkeit einer Rücknahme der Sanktionsentscheidung.

Ich studiere neben meinem Vollzeitjob an der Fernuni Hagen Psychologie.
Gestern hatte ich wieder eine Klausur. Diese wurde in einem Hörsaal der Uni Köln geschrieben. In unserem Hörsaal befanden sich 3 Prüfungsaufsichten.
Die Prüfungen sind auf 4 Stunden angesetzt, mit Beginn 14 Uhr – Ende 18 Uhr. Man bekommt ein Aufgabenheft und Lotsebögen, in denen man die Multiple Choice Antworten markiert.
Gegen 16:15 Uhr kam eine der Aufsichten zu mir und sagte, dass wäre es jetzt. Ich müsste abgeben. Dazu nahm sie mir meine Prüfungsunterlagen aus der Hand. Sie forderte mich auf meine Sachen zu packen und den Raum zu verlassen. Ich war perplex und folgte den Aufforderungen. Ich verließ das Gebäude, atmete durch und ging zurück. Ich verlangte, dass man mir sagte warum ich ausgeschlossen wurde. Die Dame sagte, sie hätte den Vorgang zu Protokoll gebracht. Das Protokoll durfte ich weder lesen noch abfotografieren. Widerwillig gab sie mir ihren Namen. Eine weitere Aufsicht gab mir ebenfalls widerwillig ihren Namen. Den der dritten Aufsicht erfuhr ich nicht, da man sagte, dass nur besagte erste Aufsicht mein angebliches Fehlverhalten beobachtet hatte.

Auf Nachfrage gab sie an, dass mein Fehlverhalten darin bestanden haben soll, dass ich mich umgeschaut und zu meinem Sitznachbarn geguckt hätte.
In der Prüfungssituation ist es so, dass zwischen jedem Prüfling 2 Plätze frei sind. Die Distanz ist so weit entfernt, dass man keine Notizen des Nachbarn erkennen kann.
Weiterhin gab die Aufsicht an, dass ich verwarnt worden sei. Sie habe gesagt, dass jeder nur auf sein Blatt schauen soll.
Ich erklärte ihr, dass selbst wenn man zum Nachbarn schaut, man nichts sehen kann. Ich habe mich 6 Monate auf diese Prüfung vorbereitet und es nicht nötig abzugucken.
(Ich habe die letzten 3 Prüfungen mit 1,0 bestanden.)

Die Aufsicht ließ mich gegen 16:40 Uhr wieder in den Raum. Sie gab mir die Möglichkeit die Klausur noch einmal von vorne zu schreiben. Dazu wurde ich allein in die 1. Reihe gesetzt, ohne Personen um mich herum.
Sie sagte mir, dass sie sowohl den Täuschungsversuch und ihren Bericht, als auch die neu geschriebene Klausur abgeben werde. Ich müsste warten, wie das Prüfungsamt entscheidet.
Unter Zeitdruck sollte ich eine Stellungnahme über meine Sicht der Dinge schreiben. Allerdings blieb mir dafür so gut wie keine Zeit, da mich eine der Prüfungsaufsichten drängte, dass ich die Stellungnahme abgeben müsse, weil sie diese mit den Prüfungen in einen Koffer einschließen müsse.

Nach der Prüfung habe ich noch einmal meine Sitznachbarn angesprochen, diese haben die Verwarnung ebenfalls nicht gehört.

Ich habe weder betrogen noch getäuscht. Wie soll ich in diesem Fall vorgehen?

2. März 2019 | 16:11

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

§ 18 Abs. 3 der Bachelor-Prüfungsordnung und § 16 Abs. 3 der Master-Prüfungsordnung haben den folgenden identischen Wortlaut:

Versucht eine Kandidatin oder ein Kandidat, das Ergebnis einer Prüfungsleistung durch Täuschung, z.B. durch Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel, zu beeinflussen, so gilt die betreffende Prüfungsleistung als mit "nicht bestanden" (5,0) bewertet; die Feststellung wird von der jeweiligen Prüferin oder von dem jeweiligen Prüfer bzw. der oder dem Aufsichtführenden getroffen und aktenkundig gemacht. Eine Kandidatin oder ein Kandidat, die oder der den ordnungsgemäßen Ablauf einer Prüfung stört, kann von der jeweiligen Prüferin oder dem jeweiligen Prüfer oder der oder dem Aufsichtführenden einer Klausurarbeit, in der Regel nach Abmahnung, von der Fortsetzung der Prüfung ausgeschlossen werden; in diesem Fall gilt die betreffende Prüfungsleistung als mit "nicht bestanden" (5,0) bewertet. Die Gründe für den Ausschluss sind aktenkundig zu machen. Wird die Kandidatin oder der Kandidat von der weiteren Erbringung einer Prüfungsleistung ausgeschlossen, kann sie oder er innerhalb von 4 Wochen verlangen, dass diese Entscheidung vom Prüfungsausschuss überprüft wird. In schwerwiegenden Fällen der Täuschung kann der zuständige Prüfungsausschuss die Betreffenden von der Erbringung aller weiteren Prüfungsleistungen ausschließen.

Eine Prüfung beeinflusst auch durch Täuschung, wer bei seinem Nachbarn abschreibt. Wer trotz Aufforderung ("Abmahnung") "nicht nur auf sein Blatt schaut", stört ggf. den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung. Nach Ihren Schilderungen weiß die Aufsichtsperson wohl selber nicht, was sie Ihnen vorwerfen will: entweder "Täuschungsversuch" oder "Störung der Prüfung". Da passt es ins Bild, dass nicht gesagt wird, was genau in das Protokoll als Entscheidung aufgenommen wurde. Letztlich werden aber dermaßen gravierende Sanktionen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz beachten müssen (das ist die Frage, ob es vorher wirklich eine berechtigte "Abmahnung" gab).

Zuständig für die Vergabe der Note "nicht bestanden" und den Ausschluss von der weiteren Prüfung (Klausur) ist "die Aufsichtführende". Mit der Ihnen eingeräumten Möglichkeit, die Klausur fortzusetzen, hat diese aber konkludent ihre (Ausschluss-) Entscheidung zurückgenommen. Darauf dürften Sie sich rechtlich berufen können, auch wenn die Aufsichtsperson auf eine spätere Entscheidung des "Prüfungsamtes" verwies.

Sie sollten jetzt abwarten, was auf Sie zukommt. Höchst vorsorglich sollten Sie sich aber umgehend schriftlich beim Prüfungsausschuss beschweren, dass Ihnen zu Unrecht das Neuschreiben der Klausur abgefordert wurde. Das kann wichtig sein für spätere Rechtsbehelfe, wenn die wiederholte Klausur in nicht einmal der Hälfte der Schreibzeit mit zusätzlicher Aufgabe (Stellungnahme) und unter hohem Stress (Drängeln der Aufsichtsperson, Täuschungsvorwurf und Prüfungsausschluss) dann nicht Ihren Erwartungen gemäß bewertet werden sollte.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Gero Geißlreiter
Fachanwalt für Verwaltungsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 2. März 2019 | 16:51

Sehr geehrter Herr Geißlreiter,

vielen Dank für Ihre umgehende Antwort.

Bezüglich der schriftlichen Beschwerde beim Prüfungsausschuss, macht es Sinn ein anwaltlich aufgesetztes Schreiben zu verschicken, oder reicht ein von mir aufgesetztes Schreiben aus?


Vielen Dank für die folgende Antwort und mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 2. März 2019 | 17:15

Sehr geehrte Fragestellerin,

natürlich reicht es auch aus, wenn Sie selber etwas formulieren. Immerhin läuft es auf der Gegenseite schon nicht wirklich "rund". Andererseits ist es auch die Erfahrung, dass Schreiben mit Anwalts-Kopfbogen scheinbar ernster genommen werden.

Falls Sie es wünschen, stehe ich gerne zur Verfügung!

Beste Grüße von Gero Geißlreiter, Rechtsanwalt

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