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Vorweggenommene Erbfolge - wie wird die Restzahlung ermittelt?

20.03.2013 15:28 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Die Kernfrage kreist um § 14 Abs. 1 BewG (Bewertungsgesetz) bzw. um die Bewertung eines lebenslangen Wohnrechts. Hierzu ist neben der Miete anhand der Sterbetafeln und also an der statistischen Lebenserwartung der Berechtigten (Nießbraucher), der Wert des Wohnrechts zu betrachten.

Sehr geehrte Damen und Herren.

Ein Ein- bis Zweifamilienhaus welches derzeit noch im Besitz der Eltern ist (66 /72 Jahre) und für welches ein offizielles Gutachten besteht (310.000€) soll an den jüngeren Sohn (41) übertragen werden. Dieser lebt mietfrei im Obergeschoß der Immobilie (100qm) während die Eltern das Erdgeschoß (120qm) bewohnen. Im Zuge der Übertragung/Schenkung soll ein lebenslanges Wohnrecht für die Eltern im Grundbuch eingetragen werden. Die hiesige Miete ergibt laut Mietspiegel ca. 7€/qm. Der ältere Sohn (45) hat vor längerer Zeit ein eigenes Haus erworben, welches er selbst bewohnt und wofür er bereits erhebliche Geldmittel von den Eltern und vom jüngeren Bruder in Höhe von jeweils ca. 60t€ im Zuge der vorweggenommenen Erbfolge erhalten hat. Der jüngere Bruder hat keinerlei Geldmittel seitens der Eltern erhalten.

Frage: Wie wird im konkreten Fall die Höhe der Restzahlung des jüngeren an den älteren Bruder ermittelt und welche Rolle spielt hierbei das Wohnrecht der Eltern?

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),


vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben hier zusammenfassend, im Rahmen einer Erstberatung und unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:


Ihre Frage betrifft Fragen des Erbrechts (vorweggenommene Erbfolge, Wohnrecht, Nießbrauch, Bewertungsfragen, Nachlass).

Unterstellt die beiden Kinder (J=Jünger und Ä=Älter) von M (Mutter) und V (Vater) sollen zu gleichen Teilen erben, ist zunächst klar, daß der vorversterbende Elternteil neben J und Ä auch den letztversterbenden Elternteil beerbt. Nach beiden Eltern gibt es also einen eigenen Erbfall, Miterbengemeinschaften und ggf. Pflichtteilsansprüche. Bereits hier drängt sich also die Frage auf, ob das Ziel von M und V nicht durch eine andere Regelung (Testament, Berliner Testament, Erbvertrag) einfacher zu erreichen wäre.

Ä hat erhebliche Barmittel in Höhe von 120.000,- EUR oder 180.000,- EUR (?) erhalten.

J soll nun die Immobilie erhalten (könnte auch durch eine Teilungsanordnung erreicht werden).

Was künftige Ausgleichzahlungen usw, zwischen J und Ä betrifft, müssten diese von Fall zu Fall berechnet werden. Immerhin hat J offenbar mietfrei gewohnt, und so gesehen die Miete geschenkt bekommen.

Auf Basis des Verkehrswerts 310.000,- EUR der Immobilie, können Wohnrechte anhand von statistischen Lebenserwartungen der Berechtigten und der ortsüblichen Miete berechnet bzw. prognostiziert werden.

Einzelheiten regelt u.a. § 14 Abs. 1 BewG (Bewertungsgesetz)

Lebenslängliche Nutzungen und Leistungen : Der Kapitalwert von lebenslänglichen Nutzungen und Leistungen ist mit dem Vielfachen des Jahreswerts nach Maßgabe der Sätze 2 bis 4 anzusetzen. Die Vervielfältiger sind nach der Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes zu ermitteln und ab dem 1. Januar des auf die Veröffentlichung der Sterbetafel durch das Statistische Bundesamt folgenden Kalenderjahres anzuwenden. Der Kapitalwert ist unter Berücksichtigung von Zwischenzinsen und Zinseszinsen mit einem Zinssatz von 5,5 Prozent als Mittelwert zwischen dem Kapitalwert für jährlich vorschüssige und jährlich nachschüssige Zahlungsweise zu berechnen. Das Bundesministerium der Finanzen stellt die Vervielfältiger für den Kapitalwert einer lebenslänglichen Nutzung oder Leistung im Jahresbetrag von einem Euro nach Lebensalter und Geschlecht der Berechtigten in einer Tabelle zusammen und veröffentlicht diese zusammen mit dem Datum der Veröffentlichung der Sterbetafel im Bundessteuerblatt.

Auf Basis folgender Sterbetafel : https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/Tabellen/SterbetafelDeutschland.html
und unterstellt M ist 62 Jahre alt, hat eine Lebenserwartung von weiteren 23,23 Jahren, und einer Miete von 7,- EUR pro Quadratmeter, errechne ich sehr überschlägig einen Wert des Wohnrechts in Höhe von 234.200,- EUR. Verbleiben für J prognostizierte 75.800,- EUR. Diese beispielhafte Berechnung wäre selbstredend zu überprüfen. Dabei ist auch zu beachten, daß Sanierungs- und Renovierungskosten, Preisentwicklungen (Inflation), Pflegebedürftigkeit oder ein Eigenverbrauch des Nachlasses die Prognose ebenfalls erschweren.

Ich raten Ihnen sich aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung umfassend beraten zu lassen.


Ich hoffe, Ihnen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Eine Nachfrage beantworte ich gern. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung nicht eine umfassende Prüfung an Hand aller relevanten Unterlagen und gegebenenfalls weiter Ermittlungen zum Sachverhalt ersetzen kann.


Mit freundlichen Grüßen aus Weinheim


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt

Weitere Kontaktmöglichkeiten :

Rechtsanwaltskanzlei P. Lautenschläger
Horazweg 4
69469 Weinheim

http://www.lautenschlaeger.de

Mobil : 0162 774 7773
Festnetz : 06201 494244

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