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Vortäuschen einer Straftat

01.08.2018 16:05 |
Preis: 30,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Tag,

Anfang Juli war ich mit einem Freund gegen 23 Uhr unterwegs zu einem Club. Wir beide waren zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich alkoholisiert. Da ich selten Alkohol trinke wurde mir daraufhin direkt übel und mein Freund und ich stiegen kurz bei einem Bahnhof aus um etwas frische Luft zu tanken. Durch den starken Alkohol habe ich von nun an klare Filmrisse.


Ich weiß jedoch sicher, dass wir auf einmal beide von einer Gruppe (circa 5 Leute) umgeben waren welche uns bedrängte und mir immer wieder sagte wir sollen uns "verpissen". Ich weiß nicht wie das Ganze anfing. Ich beobachtete wie meinem Freund ins Gesicht gespuckt wurde und ich erinnere mich klar an eine Szene in welcher er von allen Beteiligten mit flacher Hand "geschlagen" wurde (den genauen Aufprall kann ich nicht einschätzen). Zudem fielen Beleidigungen. Ich weiß noch, dass mein Freund auch ein paar Dinge gesagt hat welche nicht in Ordnung waren aber an viel kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Ich habe jedoch immer wieder versucht bei beiden Parteien zu schlichten - ohne Erfolg.

Als mein Freund die Polizei rufen wollte ist die Gruppe abgehauen - kam jedoch später wieder als die Polizei am Ort des Geschehens war.

Ein Polizist hat mich befragt und ich habe ihm nach bestem Wissen Antworten gegeben. ich muss erneut dazu sagen, dass ich immer noch stark alkoholisiert war und auch noch sehr aufgeregt durch die Situation. Ich wurde teils mit meinem Freund zusammen befragt und teils alleine. Ich kann mich nicht mal mehr an meine Aussagen direkt erinnern, nur dass die Gruppe immer wieder auf uns los ist und nicht locker gelassen hat.

Mein Freund wurde dann mit in die nahe gelegene Wache genommen - ich blieb draußen stehen. Von ihm wurde ein Alkoholtest gemacht - von mir nicht. Er hat dann meines Wissens nach dort die Anzeige aufgegeben.

Mein Freund hatte danach ziemliche Striemen am Hals und Schmerzen am Kiefer - zudem ist er nochmals ins KH gegangen um sich durchzuchecken.

Nun habe ich vor einer Woche zwei Briefe erhalten. Eine Vorladung als Zeugin für die Delikte Schwere Körperverletzung/Körperverletzung/Beleidigung und eine Vorladung für mich für das Delikt Vortäuschen einer Straftat. Beide Termine am selben Tag und zur selben Uhrzeit - Ich war etwas schockiert.

Wie kann es sein dass ich eine Vorladung erhalte? Ich war klar alkoholisiert, was ich dem Polizisten auch mitteilte und aufgelöst. Ich habe keine Anzeige aufgegeben oder etwas unterzeichnet sondern eben nach bestem Wissen geschildert was sich zugetragen hat.

Ich habe mittlerweile erfahren, dass die andere Partei eben widersprüchliche Dinge behauptet. So zB, dass mein Freund mit einer Glasflasche geworfen hätte. Ich weiß wir hatten nur Plastikflaschen dabei und zudem kann ich mich daran nicht erinnern.

Mein Freund hat eben auch eine Anzeige erhalten aber muss lediglich schriftlich schildern was vorgefallen ist. Ich wurde mündlich eingeladen.

Da ich vorher noch nie mit der Polizei in Verbindung kam bin ich sehr unsicher wie ich mit dieser Situation umgehen soll und freue mich auf einen anwaltlichen Rat. Die Gesetzeslage zu §145 d ist mir bereits bekannt, jedoch verstehe ich den Zusammenhang in meinem Fall nicht, da ich nicht mit Vorsatz gelogen habe. Zudem war meine Wahrnehmung klar eingeschränkt.

Vielen Dank vorab und beste Grüße

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie sollten den/die Termin/Termine nicht wahrnehmen.

Sie müssen nicht erscheinen. Sie müssen auch nicht als Zeugin aussagen; schon gar nicht, weil wegen des gleichen Sachverhaltes auch gegen Sie ermittelt wird.

Beauftragen Sie einen Anwalt, damit dieser zunächst einmal Akteneinsicht beantragt. Dann ist überhaupt ersichtlich, worauf der Vorwurf Ihnen gegenüber gestützt wird.

Wie Sie zutreffend ausführen haben Sie die Angaben gemacht, an die Sie sich an dem Abend erinnert haben.

Machen Sie aber jetzt keine Angaben, sondern lassen über einen Anwalt die Akte anfordern. Im Anschluss an die Akteneinsicht kann dann entschieden werden, wie weiter vorzugehen ist.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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