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Vorstrafe wegen Betrugs - was für eine Strafe muss ich bei einer Wiederholungstat erwarten?

16.12.2007 16:47 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Hallo,

Ich wurde im November 2006 durch einen Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen a 25,00 € wegen Warenkreditbetruges verurteilt.
Habe also eine Vorstrafe wg. Betruges.

Im Februar 2007 habe ich die eidesstattliche Versicherung abgelegt.
Danach kaufte ich im Juli 2007 Eintrittstickets (regulärer Warenwert laut Aufdruck insgesamt € 200 ) zum Sofortkaufenpreis von 800 € bei Ebay.
Diese habe ich erhalten und konnte Sie dann nicht bezahlen.
Es erfolgte eine Anzeige wegen Betruges, und nun wurde mir mitgeteilt das es zu einer Verhandlung kommt am Amtsgericht.

Mit welcher Strafe muss ich denn rechnen? Bin Student und bereue diese Dummheit. Habe extreme Bedenken das ich ins Gefängnis muss, und kann deswegen kaum schlafen.


Bitte um Rat

Sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst weise ich darauh hin, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine abschließende persönliche Beratung/Vertretung bei einem Rechtsanwalt kann hierdurch nicht ersetzt werden. Unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und des von Ihnen ausgelobten Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Da es Ihre größte Sorge zu sein scheint, dass Sie ins Gefängnis müssen, möchte ich Sie zunächst einmal beruhigen. Höchstwahrscheinlich müssen Sie das nicht. Da es sich hier um eine Wiederholungstat handelt und der eingetretene Schaden bei 800 € liegt, wird die zu erwartende Strafe erheblich über der des Strafbefehls liegen. Ob im Ergebnis eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe zur Anwendung kommen wird, kann ich hier nicht prognostizieren, da dies von allen Einzelheiten des Falles abhängt. Das Gericht wird sich einen umfassenden Eindruck von Tat und Täter verschaffen. Sollten Sie eine Freiheitsstrafe erhalten, wird diese jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach zur Bewährung ausgesetzt. Sollten Sie mit einer Geldstrafe davonkommen, so wird die Anzahl der Tafessätze sehr viel höher sein als beim ersten Mal. Der Betrag des einzelnen Tagessatzes kann jedoch aufgrund Ihrer wirtschaftlichen Lage darunter liegen. Sie sollten sich einen örtlichen Strafverteidiger beauftragen.

Abschließend weise ich darauf hin, dass Sie einen erneuten Betrug begehen, wenn Sie nicht sicherstellen, dass der hier ausgelobte Einsatz auch tatsächlich eingezogen werden kann. Dies würde Ihre Lage extrem verschlechtern.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben. Gerne können Sie die Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

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