Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
501.403
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vorsteuervorauszahlung falsch angeben

| 23.09.2018 17:43 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Berichtigung einer Umsatzsteuervoranmeldung gem. § 153 AO

Sehr geehrter Rechtsanwalt,

leider habe ich bei den monatlichen Umsatzsteuerklärungen einen Vorsteuerabzug offensichtlich zu hoch angegeben, und erst bei der Jahressteuererklärung bemerkt. Ich bin freiberuflicher Softwareentwickler und mache EÜR.

Kann ich das noch nachträglich beheben bzw. was kann mir drohen ? Wie soll ich mich verhalten ?

Mit freundlichen Grüßen

23.09.2018 | 19:31

Antwort

von


(22)
Tackheide 74a
47804 Krefeld
Tel: 02151 4467408
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Gem. § 153 der Abgabenordnung sind Sie für den Fall, dass Sie eine falsche Steuererklärung, zu der auch die Umsatzsteuervoranmeldung gehört, verpflichtet, dies unverzüglich anzuzeigen. Ich empfehle Ihnen, den
hier unterbreiteten Sachverhalt dem Finanzamt mitzuteilen und zugleich den Nachzahlungsbetrag an das FInanzamt zu überweisen. Da es sich um ein Versehen handelteliegt keine Steuerstraftat vor, so dass Ihnen nichts weiteres droht.

Das gilt selbst dann, wenn das Finanzamt entgegen meinen Erwartungen von einer vorsätzlichen Steuerhinterziehung ausgeht. In diesem Fall wird das Finanzamt ihre Berichtigung als strafbefreiende Selbstanzeige gem. § 371 AO werten, so dass kein Strafverfahren durchgeführt wird. Bei Voranmeldungen gilt für eine Selbstanzeige gem. § 371 Absatz 2a AO nicht die strengen Regeln wie bei Jahreserklärungen. Sie können also beruhigt sein.

Lesen Sie bitten die unten abgedruckte Vorschrift des § 371 Absatz 2 AO gut durch, weil in diesen Fällen, die wahrscheinlich nicht vorliegen, keine Straffreiheit eintritt. Bei Verständnisschwierigkeiten rufen Sie mich am besten kurz an.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Franz Meyer
Rechtsanwalt
Steuerrecht Steuerstrafrecht

Gesetzestexte

Abgabenordnung

§ 153 Berichtigung von Erklärungen
(1) Erkennt ein Steuerpflichtiger nachträglich vor Ablauf der Festsetzungsfrist,

1.
dass eine von ihm oder für ihn abgegebene Erklärung unrichtig oder unvollständig ist und dass es dadurch zu einer Verkürzung von Steuern kommen kann oder bereits gekommen ist oder


so ist er verpflichtet, dies unverzüglich anzuzeigen und die erforderliche Richtigstellung vorzunehmen.


§ 370 Steuerhinterziehung

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1.
in großem Ausmaß Steuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt,
2.
seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder Europäischer Amtsträger (§ 11 Absatz 1 Nummer 2a des Strafgesetzbuchs) missbraucht,
3.
die Mithilfe eines Amtsträgers oder Europäischen Amtsträgers (§ 11 Absatz 1 Nummer 2a des Strafgesetzbuchs) ausnutzt, der seine Befugnisse oder seine Stellung missbraucht,
4.
unter Verwendung nachgemachter oder verfälschter Belege fortgesetzt Steuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt,
5.
als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Taten nach Absatz 1 verbunden hat, Umsatz- oder Verbrauchssteuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Umsatz- oder Verbrauchssteuervorteile erlangt oder
6.
eine Drittstaat-Gesellschaft im Sinne des § 138 Absatz 3, auf die er alleine oder zusammen mit nahestehenden Personen im Sinne des § 1 Absatz 2 des Außensteuergesetzes unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden oder bestimmenden Einfluss ausüben kann, zur Verschleierung steuerlich erheblicher Tatsachen nutzt und auf diese Weise fortgesetzt Steuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt.


371 Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung

(1) Wer gegenüber der Finanzbehörde zu allen Steuerstraftaten einer Steuerart in vollem Umfang die unrichtigen Angaben berichtigt, die unvollständigen Angaben ergänzt oder die unterlassenen Angaben nachholt, wird wegen dieser Steuerstraftaten nicht nach § 370 bestraft. Die Angaben müssen zu allen unverjährten Steuerstraftaten einer Steuerart, mindestens aber zu allen Steuerstraftaten einer Steuerart innerhalb der letzten zehn Kalenderjahre erfolgen.

(2) Straffreiheit tritt nicht ein, wenn

1.
bei einer der zur Selbstanzeige gebrachten unverjährten Steuerstraftaten vor der Berichtigung, Ergänzung oder Nachholung

a)
dem an der Tat Beteiligten, seinem Vertreter, dem Begünstigten im Sinne des § 370 Absatz 1 oder dessen Vertreter eine Prüfungsanordnung nach § 196 bekannt gegeben worden ist, beschränkt auf den sachlichen und zeitlichen Umfang der angekündigten Außenprüfung, oder
b)
dem an der Tat Beteiligten oder seinem Vertreter die Einleitung des Straf- oder Bußgeldverfahrens bekannt gegeben worden ist oder
c)
ein Amtsträger der Finanzbehörde zur steuerlichen Prüfung erschienen ist, beschränkt auf den sachlichen und zeitlichen Umfang der Außenprüfung, oder
d)
ein Amtsträger zur Ermittlung einer Steuerstraftat oder einer Steuerordnungswidrigkeit erschienen ist oder
e)
ein Amtsträger der Finanzbehörde zu einer Umsatzsteuer-Nachschau nach § 27b des Umsatzsteuergesetzes, einer Lohnsteuer-Nachschau nach § 42g des Einkommensteuergesetzes oder einer Nachschau nach anderen steuerrechtlichen Vorschriften erschienen ist und sich ausgewiesen hat oder

2.
eine der Steuerstraftaten im Zeitpunkt der Berichtigung, Ergänzung oder Nachholung ganz oder zum Teil bereits entdeckt war und der Täter dies wusste oder bei verständiger Würdigung der Sachlage damit rechnen musste,
3.
die nach § 370 Absatz 1 verkürzte Steuer oder der für sich oder einen anderen erlangte nicht gerechtfertigte Steuervorteil einen Betrag von 25 000 Euro je Tat übersteigt, oder
4.
ein in § 370 Absatz 3 Satz 2 Nummer 2 bis 6 genannter besonders schwerer Fall vorliegt.

Der Ausschluss der Straffreiheit nach Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a und c hindert nicht die Abgabe einer Berichtigung nach Absatz 1 für die nicht unter Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a und c fallenden Steuerstraftaten einer Steuerart.
(2a) Soweit die Steuerhinterziehung durch Verletzung der Pflicht zur rechtzeitigen Abgabe einer vollständigen und richtigen Umsatzsteuervoranmeldung oder Lohnsteueranmeldung begangen worden ist, tritt Straffreiheit abweichend von den Absätzen 1 und 2 Satz 1 Nummer 3 bei Selbstanzeigen in dem Umfang ein, in dem der Täter gegenüber der zuständigen Finanzbehörde die unrichtigen Angaben berichtigt, die unvollständigen Angaben ergänzt oder die unterlassenen Angaben nachholt. Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 gilt nicht, wenn die Entdeckung der Tat darauf beruht, dass eine Umsatzsteuervoranmeldung oder Lohnsteueranmeldung nachgeholt oder berichtigt wurde. Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für Steueranmeldungen, die sich auf das Kalenderjahr beziehen. Für die Vollständigkeit der Selbstanzeige hinsichtlich einer auf das Kalenderjahr bezogenen Steueranmeldung ist die Berichtigung, Ergänzung oder Nachholung der Voranmeldungen, die dem Kalenderjahr nachfolgende Zeiträume betreffen, nicht erforderlich.


Rechtsanwalt Franz Meyer

Nachfrage vom Fragesteller 23.09.2018 | 20:32

Guten Abend, Herr Meyer,

eine Rückfrage hätte ich noch: Ist eine korrekte Jahresumsatzsteuerabgabe ausreichend, oder soll ich für den betreffenden Monat eine Ust.-Steuerberichtigung abgeben, oder evtl. sogar eine soforte Berichtigung per Brief ?

Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.09.2018 | 22:27

Sehr geehrter Fragesteller,

die Abgabe einer korrekten Umsatzsteuerjahreserklärung reicht auch aus, wenn sie so weit fertiggestellt ist, dass sie unverzüglich eingereicht werden kann. Mir ging es nur um die schnelle Einreichung der Berichtigungserklärung.

Mit freundlichen Grüßen.

Franz Meyer
Rechtsanwalt
Steuerrecht Steuerstrafrecht

Franz Meyer

Bewertung des Fragestellers 24.09.2018 | 07:51

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort von Herrn RA Meyer war sehr verständlich, umfassend und hat mir in meinem Anliegen vollumfänglich weitergeholfen. Vielen Dank!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank, gerne immer wieder
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Franz Meyer »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 24.09.2018
5/5,0

Die Antwort von Herrn RA Meyer war sehr verständlich, umfassend und hat mir in meinem Anliegen vollumfänglich weitergeholfen. Vielen Dank!


ANTWORT VON

(22)

Tackheide 74a
47804 Krefeld
Tel: 02151 4467408
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Familienrecht, Steuerrecht, Insolvenzrecht, Strafrecht