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Vorsteuerabzug bei Reisekosten von Arbeitnehmern


| 13.10.2007 13:13 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

nachfolgende Fragestellung bezieht sich auf die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs durch den Arbeitgeber als umsatzsteuerlicher Unternehmer bei nachgewiesenen Reisekosten eines Arbeitnehmers.

Sachverhalt:

Von einem Arbeitnehmer werden Rechnungen über Reisekosten (Übernachtung, Verpflegung, Fahrtkosten wie z.B. Mietwagen etc.) bei seinem Arbeitgeber eingereicht.

Der Arbeitgeber erstattet die nachgewiesenen Reisekosten und beabsichtigt als umsatzsteuerpflichtiger und vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer aus den vorliegenden Rechnungen des Arbeitnehmers den Vorsteuerabzug geltend zu machen.

Die Rechnungen wurden allerdings nicht auf den Arbeitgeber als Leistungsempfänger ausgestellt, sondern auf den Arbeitnehmer. Bei den vorliegenden Rechnungen handelt es sich ebenfalls nicht um Kleinbetragsrechnungen im Sinne des § 33 UStDV. Sämtliche Rechnungsbeträge liegen demnach über 150,- EUR. Die Vereinfachungsregelungen sind folglich nicht anwendbar.

Damit der Arbeitgeber den Vorsteuerabzug geltend machen kann, benötigt er damit grundsätzlich eine ordnungsgemäße Rechnung im Sinne des § 14 UStG. Dies ist jedoch im vorliegenden Fall nicht gegeben, da ausgewiesener Leistungsempfänger nicht der Arbeitgeber sondern vielmehr der Arbeitnehmer ist.

Ein Vorsteuerabzug scheidet demnach im Grunde nach aus.

Fragen:

1. Gibt es in Bezug auf den oben geschilderten Sachverhalt bestimmte Vereinfachungsregelungen (z.B. Verwaltungsanweisungen), quasi als Ausnahme vom Grundsatz des Vorliegens einer ordnungsgemäßen Rechnung im Zusammenhang mit dem Vorsteuerabzug aus Reisekosten von Arbeitnehmern?

Hinweise:
- Kleinbetragsrechnungen im Sinne des § 33 UStDV sind nicht Gegenstand der Prüfung.
- Nicht die Reisekostenabrechnung des Arbeitnehmers sondern dessen vorliegende Rechnungen über Reisekosten beim Arbeitgeber sind Gegenstand der Prüfung.
- Eine ordnungsgemäße Rechnung liegt nicht vor, da der Arbeitgeber als umsatzsteuerlicher Unternehmer nicht ausgewiesener Leistungsempfänger ist.

2. Wie kann der Arbeitgeber neben der prinzipiellen Möglichkeit über die Anforderung einer korrigierten Rechnung den Vorsteuerabzug trotzdem geltend machen?

Vielen Dank!
Sehr geehrter Fragesteller,

vorliegend scheitert der Vorsteuerabzug nicht nur daran, dass die Rechung (richtigerweise) auf den Arbeitnehmer lautet, sondern auch daran, dass Leistungsempfänger nicht der Arbeitgeber, sondern unmittelbar der Arbeitnehmer war.

Wenn der Arbeitgeber dieses Ergebnis zukünftig verhindern will, muß er die entsprechenden Leistungen selbst beauftragen und dem Arbeitnehmer sodann zur Verfügung stellen. Eine Ausnahmeregelung, wie von Ihnen angedacht, existiert für Ihren Fall nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 13.10.2007 | 14:14

Sehr geehrter Herr Meisen,

leider habe ich zu Ihrer Antwort auf meine Fragestellung noch einige Nachfragen. Ihrer Aussage, dass die Rechnung (richtigerweise) auf den Arbeitnehmer lautet möchte ich mich so nicht anschließen. Dies ist wahrscheinlich auf meine undeutliche Sachverhaltsschilderung zurückzuführen.

Der Arbeitnehmer führte die Dienstreise im Auftrag des Arbeitgebers durch, demnach müsste der eigentliche Leistungsempfänger der Arbeitgeber sein, da er diese Dienstreise ausch veranlsste bzw. beauftragte. Es ist oft zu beobachten, dass der Arbeitgeber die Leisung beauftragt und auch bezahlt, jedoch der Arbeitnehmer als Leistungsempfänger erscheint. [...]

Ihre Antwort auf meine Fragestellung erscheint mir leider etwas zu unscharf formuliert, da die Beauftragung und Bereitstellung der Leistungen durch den Arbeitgeber zur Geltendmachung des Vorsteuerabzugs nichts anderes als den Regelfall darstellt.

Ich versuche die Antwort auf meine Fragen nochmals zusammenzufassen:

1. Es gibt keinerlei Vereinfachungsregelungen, sei es in der Gesetzgebung, den Verwaltungsanweisungen oder der Rechtsprechung die vereinfachte Anforderungen an die Ordnungsmäßigkeit der Rechnung im Sinne des § 14 UStG im Zusammenhang mit dem Vorsteuerabzug aus Reisekosten von Arbeitnehmern stellen bzw. die andere Anforderungen an die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs knüpfen.

--> Es muss eine ordnungsgemäße Rechnung (oderKleinbetragsrechnung) vorliegen.

2. Als einziger Lösungsweg zur Geltendmachung des Vorsteuerabzugs verbleibt dem Arbeitgeber die Möglichkeit, eine korrigierte Rechnung auf sich als Unternehmer ausstellen zu lassen. Andere Lösungsansätze gibt es nicht.

--> Die Anforderung einer korrigierten Rechnung durch den Arbeitgeber befähigt als einzige Möglichkeit zum Vorsteuerabzug.

Vielen Dank bereits im Voraus!



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.10.2007 | 22:50

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben die Antwort zutreffend zusammen gefasst. Wobei allerdings (wg. Ziffer 2. Ihrer Nachfrage) noch darauf hinzuweisen ist, dass das bloße Umschreiben der Rechnung immer noch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt, solange der Arbeitnehmer der Leistungsempfänger ist, erforderlich ist regelmäßig eine Vertragsbeziehung zwischen dem Leistungserbringer und dem Arbeitgeber. Dass die Leistung dem Arbeitgeber wirtschaftlich/mittelbar zugute kommt, reicht nicht aus!

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht

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