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Vorschaden in der Unfallversicherung nachmelden

| 20.01.2010 19:24 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

bevor ich eine Fehler bei der Geltendmachung einer Invalidität mache, wollte ich folgende Frage geklärt haben.

Ich habe im letzten Jahr beim Joggen einen Unfall gehabt und einen schweren Meniskus-, Knorpel und Kreuzbandschaden erlitten. Diesbezüglich wurde ich 3x operiert. Ich habe massivste Probleme und werde mein Knie leider nicht mehr richtig nutzen können. Nun hat die private Unfallversicherung von sich aus bereits Erkundigungen eingeholt und mir mitgeteilt, dass ich gar keine Invalidität beantragen solle, da diese sowieso abgelehnt werden würde, da ein Vorschaden am Kreuzband vorliegen soll, welcher Schuld an allem sein soll.
Der Ärzt hat nämlich in seinem Bericht geschrieben, dass das Kreuzband von einem ältern Unfall scheinbar ausgeleiert war und somit diese Instabilität den Unfall überhaupt ermöglicht hat.

Bei Rücksprache mit dem Arzt wurde mir gesagt, dass die Kreuzbandverletzung mit diesem Unfall passiert sein könnte, es jedoch wahrscheinlicher ist, dass eine Vorschädigung vorläge.

Nun habe ich nachgedacht und tatsächlich war ich drei Monate zuvor aufgrund eines kleineren Unfalles (Knie verdreht und draufgefallen) mit dem Knie in Behandlung. Ich und der Orthopäde haben dem jedoch keine besondere Bedeutung zugemessen, weil nach zwei Wochen wieder alles ok war und ich keine weiteren Behandlungen deshalb hatte.

Jetzt sagen die Ärzte, dass genau dieser Unfall 1 die Ursache für Unfall 2 gewesein sein könnte, da dies genau passen würde. Andererseit hat der Orthopäde bei Unfall1 in seiner UnNtersuchung festgestellt, dass das Kreuzband in Ordnung war.

Beide Unfälle sind nun noch keine 12 Monate her. Soll ich den bisher nicht gemeldeten Unfall 1 sofort nachmelden und eine Invalidität geltend machen (innerhalb der 12-Monatsfrist)?

Ich müsste nun wissen, ob es möglich ist diesen Unfall1 nachzumelden ohne dass die Versicherung mit hier eine Obliegenheitsverltzung vorwerfen kann und die Leistung für alles verweigert??

In den AUB2000 steht, dass ich meinen Unfall melden soll, sofern eine Leistung der Versicherung zu erwarten sei. Das war ja damals nicht so, da ich und der Othopäde dachten es wäre nicht so schlimm. Sonst hätte ich es ja gemeldet.

In Urteilen habe ich gelesen, dass der Versicher frei ist, wenn man den Unfall nicht gemeldet hat, obwohl man weiter behandelt wurde. Ich wurde ja bis Unfall 2 nicht behandelt (nur dieser einzige Arztbesuch direkt nach dem Unfall1).

Entweder dieser Unfall1 ist die Ursache für Unfall 2 oder der Unfall1 beweist aufgrund der Untersuchungen, dass das Kreuzband zu dieser Zeit noch in Ordnung war und dieses somit allein bei Unfall 2 geschädigt sein muss. Wie sehen Sie das?

Die 12 Monate nach dem Unfall 1 sind bald um.

Was soll ich am Besten tun?
Nachmelden oder nicht? Und wie sind die Aussichten, dass dieser Unfall 1 noch anerkannt wird?

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage anhand Ihrer Angaben sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Wie Sie bereits richtig nachgelesen haben, haben Sie nach einem Unfall diesen der Versicherung anzuzeigen, sofern "voraussichtlich eine Leistungspflicht" der Versicherung besteht. Es ist insofern zu klären, ob anhand Ihrer Verletzungen bei Unfall 1 Sie davon ausgehen konnten, dass Sie durch diesen Unfall 1 Anspruch auf eine Leistung aus der Unfallversicherung haben.

Hierfür ist insbesondere eine ärztliche Stellungnahme des Sie wegen Unfall 1 behandelnden Arztes erforderlich. Sofern sich Ihre Angaben bestätigen, wird der Arzt zum einen die damalige Funkionalität des Kreuzbandes bestätigen, zum anderen, dass der Vorgang nach zwei Wochen abgeheilt gewesen ist. Aus hiesiger Sicht - wie erwähnt vorbehaltlich der entsprechenden ärztlichen Unterlagen - sprechen somit keine Anhaltspunkte dafür, dass Sie seinerzeit von einer dauerhaften Gesundheitsschädigung und damit einer Anzeigepflicht gegenüber der Versicherung ausgehen mussten.

Ich empfehle Ihnen daher, unverzüglich diesen Unfall 1 aufgrund der oben dargelegten Argumentation nachzumelden und innerhalb von 15 Monaten nach Unfall 1 dies auch ärztlich gegenüber der Versicherung zu belegen. Um auch bereits gegenüber der Versicherung einen klaren Standpunkt zu beziehen, sollten Sie sich dabei von einem im Versicherungsrecht versierten Rechtsanwalt vertreten lassen. Es bleibt dann abzuwarten, wie die Versicherung hierauf reagiert. Der Umstand, dass die Versicherung "von sich aus" bereits im Vorfeld ablehnend reagiert, sollte immer mit Vorsicht genossen werden. Um so wichtiger ist es, dass Sie kompetent vertreten sind, um nicht durch formelle Fehler Nachteile zu erleiden.

Ihren Ausführungen ist nicht klar zu entnehmen, ob Sie auch Unfall 2 gemeldet haben (wovon ich aber ausgehe, da ansonsten wohl kaum die Versicherung von sich aus Erkundigungen eingeholt hätte). Vorsorglich sollten Sie - sofern noch nicht erfolgt - selbstverständlich auch dieses Unfallgeschehen fristgerecht anzeigen und ärztlich belegen.

Die Frage, ob nun letztlich Unfall 1 die ursprüngliche Voraussetzung für einen Unfallschaden darstellt, wird medizinisch zu klären sein. Unterstellt, Ihre Schilderungen lassen sich auch medizinisch untermauern, bestehen auf jeden Fall Erfolgsaussichten bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Nachfrage vom Fragesteller 24.01.2010 | 21:50

Sehr geehrter Herr Rabauer,
vielen Dank für Ihre schnelle und mich beruhigende Antwort.
Soll ich diese Unfallnachmeldung nun erstmal sofort selbst machen (ohne Arzt und ohne Anwalt) und dann innerhalb der 12 (!) Monate ärztliche die Invalidität feststellen lassen und einreichen oder soll ich Nachmeldung gleich mit der ärztlichen Invaliditätsmeldung tätigen?

Vielen Dank und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.01.2010 | 07:15

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie sollten die Meldung unverzüglich nachholen und sodann auch umgehend und innerhalb der Frist eine ärztliche Bestätigung nachreichen. Falls Sie letztere kurzfristig erhalten können, können Sie natürlich die Meldung auch gemeinsam mit der ärztlichen Bestätigung einreichen.

Bewertung des Fragestellers 24.01.2010 | 21:50

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FRAGESTELLER 24.01.2010 5/5,0
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