Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vorsätzliches Verwehren des Urlaubsanspruchs für Srudenten/Aushilfen


25.09.2006 18:01 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Zunächst die Fakten:

Seit 2002 als studentische Aushilfe bei einem großen Elektrofachmarkt angestellt. Vom 15.01.-14.04.05 Umzugsbedingter Wechsel in eine andere Filiale. Ab 15.04.05 wieder umgezogen und wieder in der alten Filiale angestellt.
Ich arbeite 2 Tage die Woche, ca. 60 Stunden im Monat.

Die Geschichte:

Ich habe im Zeitraum von 2002 bis Januar 2005 meine Vorgesetzten wiederholt auf Erholungsurlaub angesprochen, dies wurde aber lapidar mit der Bemerkung, dass Studenten keinen Urlaub haben, abgeschmettert. Der Wechsel in die andere Filiale hat mir jedoch die Augen geöffnet. Hier wurde ich sogar explizit darauf hingewiesen, dass ich meinen Urlaub eintragen muss. Nach der Rückkehr in den alten Markt habe ich die Geschäftsleitung auf meine Urlaubsansprüche angesprochen. Daraufhin wurde mir (natürlich nur unter vier Augen) gesagt, falls ich den Urlaub nehmen möchte, würde ich in nächster Zeit weniger eingeplant. Da ich auf den Job angewiesen war, habe ich die Sache zunächst ruhen lassen. Jetzt beende ich jedoch mein Studium und benötige Zeit zum Lernen. Ich habe den Herren der GL also eine freundliche Mail geschrieben, dass ich auf ihr Angebot vom letzten Jahr eingehe und gerne meinen Urlaub nehmen möchte. Also wurde ich wieder zum Chef zitiert und mir wurde leidlich vorgetragen, wie schlecht doch die Geschäfte laufen und dass ich dann wohl demnächst von einer fest angestellten Kraft ersetzt werde, wenn ich auf meinen Urlaub bestehe.

Mir geht es nicht um den Job. Ich sehe nur nicht ein, dass diese Ungerechtigkeit im Umgang mit erkämpften Arbeitsrechten einfach so stattfinden soll. (Für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall musste ich auch als Pionier die erste Krankmeldung eines Studenten durchsetzen.)

Zur Zeit nehme ich nun fleißig, tageweise meinen Jahresurlaub.

Meine Fragen:
1) Kann ich noch auf die Auszahlung meines Jahresurlaubs 2005 bestehen oder ist er verjährt? Dieser wurde mir ja vorsätzlich verwehrt, ohne das besondere betriebliche Gründe vorlagen. Dafür gibt es auch zahlreiche andere Studenten als Zeugen. Greift hier die Regelung zum Schadenersatz in Höhe des Urlaubs? Ich hatte ja nie die Möglichkeit einen Urlaubsantrag auszufüllen.

2) Ist es möglich den Urlaub von 2002 bis Januar 2005 einzufordern, oder gilt dieser mit Ende des damaligen Vertrages als verfallen? Ausnahmen? Ausschlussfristen?

3) Ist es richtig, dass mir Lohnfortzahlung zusteht, falls ich z.B: immer Dienstags arbeite und dieser auf einen Feiertag fällt? Wenn ich in der Vergangenheit unterschiedliche Stundenzahlen an diesem Arbeitstag hatte, wird dann gemittelt (über welchen Zeitraum) oder zählt die zuletzt geleistete Stundenzahl an diesem Wochentag?

4) Sollte ich mich mit dem Fall an die Konzernzentrale wenden, falls die Herren der Geschäftsleitung uneinsichtig sind?

Ich hoffe alles ausreichend präzise erläutert zu haben und bin gespannt auf die Ratschläge, die die Studenten aus Ihrer Knechtschaft befreien und der Geschäftsleitung aufzeigen, dass sogenanntes Humankapital so nicht behandelt werden kann.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Damen und Herren,

Zunächst haben Sie Recht damit, daß Sie auch als Student in jedem Kalenderjahr Anspruch auf Urlaub entsprechend Ihrer im Vergleich zur Vollbeschäftigung geleisteten Tätigkeit haben.

Leider kann ich Ihnen in der Sache aber keine große Hoffnung gmachen.

1. Denn eine Übertragung des Urlaubs auf das neue Jahr ist nur möglich, wenn Sie den Urlaub aus dringenden betrieblichen Gründen nicht nehmen konnten (vgl. § 7 Abs. 3 BUrlG). Andernfalls verfällt der Urlaub und es ist auch keine Abgeltung möglich.

Etwas anderes könnte sich nur aus den tariflichen Regelungen ergeben.

Die Übertragung eines Teilurlaubsanspruchs hätten Sie zudem verlangen müssen.

2. Eine rückwirkende Geltendmachung ist nicht möglich.

3. Als Stundent werden Sie in der Regel nur für die abgeleisteten Stunden bezahlt.

Falls Sie Rückfragen haben, nutzen Sie die Möglichkeit der einmaligen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.09.2006 | 20:57

Sehr geehter Herr Wille,

zu meinem Punkt 3) Entgeltzahlung an Feiertagen: Wenn §3 des Entgeltfortzahlungsgesetz für Studenten gilt, wieso sollte dann §2 nicht gelten? Wichtig wäre mir die Frage, wie ich bei einer, je nach Woche, unterschiedlichen Anzahl von Arbeitsstunden am entsprechenden Wochentag, die zu entgeltenden Stunden berechne.

MfG

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER