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Vorladung wegen Fundunterschlagung nach Hausdurchsuchung

22.09.2012 16:20 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


18:20

Hallo,

ich hatte vor ca. 1 Monat eine Hausdurchsuchung wegen Computerbetrugs.

Mitgenommen wurde der Familienrechner, ein paar unnoetige Sachen und ein, zwei Bankdokumente von einer fremden Person.

Auf diesen Bankdokumenten stand soweit ich weiss nur Sachen wie 'Vielen Dank dass Sie ein Konto bei uns eröffnet haben' etc.

Zur Hausdurchsuchung kamen die Polizisten aus einem anderen Bundesland.

Nun habe ich von unserer örtlichen Kriminalpolizei eine Vorladung erhalten aufgrund von Fundunterschlagung als Beschuldigter.

Kann es nun sein, dass die mich wegen der Bankdokumente rufen oder hat das höchstwahrscheinlich gar nichts damit zu tun und es geht um etwas völlig anderes?

Mir faellt naemlich sonst nichts anderes ein.

Was würde ich in diesem Fall (also wenn es um die Bankdokumente geht) bekommen?
Und sind das dann wahrscheinlich 2 unterschiedliche Faelle oder werden die einfach meine Aussage zu der Fundunterschlagung zu den Ermittlungen (mit der Hausdurchsuchung) zum Computerbetrug "mitreintun"?

Ich habe bisher bekommen:
1. wegen Computerbetrug 80 Sozialstunden und 1 Freizeitarrest (war aber schon 20, wurde trotzdem nach dem Jugendstrafrecht verurteilt)
2. wegen Computerbetrug 900 EUR Geldstrafe (60 Tagessaetze mal 15 EUR)

İch habe zwar schon einen Anwalt bin jedoch gerade im Urlaub und brauche da etwas Klarheit.
İch werde die kommenden Monate 22 Jahre alt.

İch werde jedoch nicht zur Vorladung erscheinen und direkt nach meinem Urlaub Kontakt zu meinem Anwalt aufnehmen.

-- Einsatz geändert am 22.09.2012 16:29:09

22.09.2012 | 17:11

Antwort

von


(9)
Lietzenburger Str. 51
10789 Berlin
Tel: 030 20627990
Web: http://www.jura-express-online.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf der Grundlage, des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und der darin gemachten tatsächlichen Angaben. Sollten weitere Umstände hinzutreten, kann der Sachverhalt gegebenenfalls anders zu beurteilen sein.

Nach Ihrem Sachverhalt wurde offenbar gegen Sie ein Ermittlungsverfahren wegen Computerbetrug nach § 263a StGB geführt, während der Durchsuchung sind dann Unterlagen gefunden worden, die auf eine weitere Straftat schließen lassen, die Bankunterlagen.

Da die Bankunterlagen einer dritten Person gehören wurde gegen Sie ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet, wegen „Fundunterschlagung".

Dies ist eine Unterart der Unterschlagung nach § 246 Abs. 1 StGB . Die Straftat besteht in der Manifestation des Willens, sich die fremde bewegliche Sache anzueignen, die schon in Ihrem Gewahrsam war (dem eigenen Vermögen einzuverleiben). Dabei kann es sich auch um wertlose Sachen handeln. Sie hätten also die Bankunterlagen, unterstellt Sie hätten diese auf der Straße gefunden im Fundbüro abgeben müssen. Je nachdem wie Sie tatsächlich in den Besitz der Unterlagen gekommen sind kann auch ein Diebstahl vorliegen.

In Betracht kommen also je nach dem Einzelfall, dass heißt je nachdem wie Sie bei den einzelnen Taten vorgegangen sind Computerbetrug § 263a StGB und § 246 StGB .

Diese Tatbestände sehen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe vor. Die Höhe der Strafe hängt davon ab wie viele Taten Ihnen nachweisbar sind und wie hoch der Schaden ist. Dies kann anhand Ihres Sachverhaltes nicht abschließend beurteilt werden.

Beide Verfahrenskomplexe werden wahrscheinlich zusammen angeklagt und es wird im Falle eines Schuldspruches eine Gesamtstrafe gebildet.

Da Sie bezüglich des Computerbetruges bereits zweimal bestraft wurden ist eine Freiheitsstrafe, die wohl zur Bewährung ausgesetzt werden würde nicht ausgeschlossen.

Machen Sie also gegenüber der Polizei oder Staatsanwaltschaft keine Angaben und suchen Sie umgehend nach Ihrer Rückkehr einen Rechtsanwalt auf. Dieser kann Akteneinsicht beantragen und nach der Einsicht kann ggf. vom Rechtsanwalt eine Stellungnahme gefertigt werden. Bereits im Ermittlungsverfahren können so die Weichen für das weitere Verfahren gestellt werden.




§ 246 StGB Unterschlagung
(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe
bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe
bedroht ist.
(2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf
Jahren oder Geldstrafe.
(3) Der Versuch ist strafbar.

§ 263a StGB Computerbetrug.
(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er das Ergebnis eines Datenverarbeitungsvorgangs durch unrichtige Gestaltung des Programms, durch Verwendung unrichtiger oder unvollständiger Daten, durch unbefugte Verwendung von Daten oder sonst durch unbefugte Einwirkung auf den Ablauf beeinflusst, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) § 263 Abs. 2 bis 7 gilt entsprechend.
(3) Wer eine Straftat nach Absatz 1 vorbereitet, indem er Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist, herstellt, sich oder einem anderen verschafft, feilhält, verwahrt oder einem anderen überlässt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(4) In den Fällen des Absatzes 3 gilt § 149 Abs. 2 und 3 entsprechend.


Ich hoffe Ihnen im Rahmen dieser Erstberatung einen ersten Überblick verschafft zu haben. Ich weise daraufhin, dass insbesondere wegen des kurzen Sachverhalts hier nur eine vorläufige Einschätzung gegeben werden kann, die eine weitere Beratung mit Kenntnis des Inhaltes der Ermittlungsakte nicht ersetzen kann.


Mit freundlichen Grüßen

Arwin Kieback
Rechtsanwalt



Rückfrage vom Fragesteller 22.09.2012 | 17:20

Vielen Dank für İhre Antwort.
Einen Anwalt habe ich schon beauftragt aufgrund der Hausdurchsuchung und dieser hat schon eine Akteneinsicht eingefordert.

Dann noch eine letzte Frage:
Die Bankdokumente gehoeren einer Person die nicht existiert.
Von Person A wurde ein Bankkonto auf eine nicht reale Person erstellt, allerdings wurde mit diesem Bankkonto nichts angestellt, die Karte und alle Unterlagen wurden vernichtet, bis auf die 2 Dokumente die in meinem Zimmer gefunden wurden.

İn wie weit ist dies nun 'schlimmer' fuer mich?
Kann es sogar 'besser' fuer mich ausgehen, da ich quasi von der Person die Unterlagen gar nicht geklaut haben kan, da diese nicht existiert?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.09.2012 | 18:20

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn die Person nicht existiert und die Unterlagen Ihnen übergeben wurden kann eine Unterschlagung oder ein Diebstahl nicht vorliegen. In Betracht kommt dann aber unter Umständen eine Urkundenfälschung nach § 267 StGB , da bei Beantragung des Kontos falsche Unterlagen erstellt wurden und falsche Angaben gegenüber der Bank gemacht wurden.

Insoweit könnte also ein anderer Straftatbestand verwirklicht worden sein. Wenn es sich bei Person A nicht um Sie selbst handelt kommt Mittäterschaft, Anstiftung oder Beihilfe zu diesem Delikt in Betracht, was jedoch hier nicht abschließend beurteilt werden kann.

§ 267 StGB Urkundenfälschung.
(1) Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Betrug oder Urkundenfälschung verbunden hat,
2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt,
3. durch eine große Zahl von unechten oder verfälschten Urkunden die Sicherheit des Rechtsverkehrs erheblich gefährdet oder
4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger missbraucht.
(4) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer die Urkundenfälschung als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.

Mit freundlichen Grüßen
Arwin Kieback
Rechtsanwalt

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