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Vorladung Polizei!!

04.01.2009 18:24 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin


Guten Tag

Ich musste leider eine Eidesstaatliche Versicherung abgeben. Ich war im Jahr 2007 bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt
und habe nicht soviel verdient.Ich wollte aber unbedingt Familie und Neffen geschenke für Geburstag Weinachten kaufen.
Da brachten mich Freunde auf die Idee einfach mit falschen Vornamen zu bestellen die meinten da würde nix passieren.
Ich habe also auf den Vornamen Michaela bestellt nix großes und nix teures.Leider habe ich meine Arbeit verloren und konnte es dann nicht mehr bzahlen.
Jetzt habe ich eine Vorladung von der Polizei Für Mittwoch für Michaela wegen Warenkreditbetrug.Ich weiß jetzt nicht was ich machen soll und wie ich reagieren soll.Ich würde gerne mich mit dem Gläubiger einigen und die Schulden ausgleichen aber ich weiß leider nicht wer der Anzeigen steller ist.
Ich mache jetzt eine Fortbildung zum Kraftfahrer wo ich jetzt ein praktikum anfange wo ich im März übernohmen werden soll und es wäre doof wenn es nicht klappt weil ich angeklagt werde oder schlimmeres passiert.Ich werde jetzt eine Arbeit kriegen und mein Leben wieder im griff und will nicht das wegen dieser Sache wieder alles Schief läuft.
Was soll ich am besten machen wie soll ich reagieren? Soll ich zu Polizei gehen und aussagen?

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage.

Im Grunde haben Sie zwei Alternativen:

1. Die juristisch korrektere Empfehlung lautet: gehen Sie nicht nur polizeilichen Vernehmung, beauftragen Sie einen Anwalt, der zunächst Akteneinsicht nimmt, Sie über den genauen Tatvorwurf und die Beweislagee informiert und über das weitere sinnvolle Vorgehen berät. Nur so erhalten Sie alle gegen Sie vorliegenden Informationen, bevor Sie Gefahr laufen, sich unvorbereitet in einer polizeilichen Vernehmung "um Kopf und Kragen" zu reden.

Naturgemäß verursacht diese Vorgehensweise für die anwaltliche Beauftragung- die dafür erforderlichen finanziellen Mittel müssen vorliegen, würde Sie einen Anwalt für sich arbeiten lassen, aber nicht bezahlen, käme der nächste Betrugsvorwurf auf Sie zu.

2. Sind die finanziellen Möglichkeiten für eine anwaltliche Beauftragung nicht vorhanden, wäre es falsch, den Kopf einfach in den Sand zu stecken und abzuwarten, was passiert, da die Beweislage nach Ihrer Schilderung zunächst einmal gegen Sie spricht. Teilen Sie den Ermittlungsbehörden nichts mit, haben diese auch keine Möglichkeit, Ihre Tat in einem milderen Licht zu betrachten.

Sofern es nicht mehrere Bestellungen unter falschem Namen bei verschiedenen Versandhäusern gibt (denn dann bestünde natürlich die Gefahr von Taten zu berichten, die der Polizei noch gar nicht bekannt sind- Sie müssten das Gespräch also äußerst vorsichtig führen), hätte ein frühes Geständnis, verbunden mit der Erklärung des "warum und wieso" mildernden Charakter. Falls die Polizei Ihnen noch Ihren Gläubiger und evtl. dessen Vorgangnummer und die ausstehende Summe nennt, hätten Sie sogar die Möglichkeit zur Schadenswiedergutmachung, was ebenfalls mildernd wirken würde.

Falls Sie bislang nicht strafrechtlich vorbelastet sind, die Bestellsumme gering ist (100-200 €) und Sie evtl. sogar Schadenswiedergutmachung betreiben können, gehe ich davon aus, dass keine Strafe droht, die einen Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis zur Folge hätte.

Ich hoffe Ihnen auf diesem Weg eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht


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