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Vorgehensweise bei Rückgabe der Erbanteile

12.09.2013 08:19 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Hallo,

ich habe Fragen zur grundsätzlich besten Vorgehensweise in unserem Erbfall:

Wir sind 5 Geschwister und haben aufgrund des plötzlichen Todesfalls unseres Vaters den gesetzlichen Pflichtanteil geerbt. Das betrifft natürlich auch das gemeinsame Haus meiner Eltern, welches zum jetzigen Zeitpunkt noch abzutragen ist (ca. 75.000 Euro).
Wir haben nach Absprache untereinander und der Mutter beschlossen, das wir unbedingt unsere Anteile des Gebäudes wieder zu 100% auf unsere Mutter übertragen/schenken wollen. Sie ist voll Beschäftigt und will das Gebäude bis zur Rente selbst abtragen und zudem möchten wir das sie die Immobilie zur "freien Verfügung"/Absicherung komplett besitzt. Es ist Teil Ihrer Altersvorsorge und wir möchten heute, wo wir uns einig sind, keine zukünftigen Probleme deswegen produzieren. Meine konkreten Fragen wären:

- Geht das überhaupt (wegen der offenen Schulden)?

- Was ist der beste Weg - soll das Erbe erstmal von allen angenommen oder abgelehnt werden?

- Wie ist die konkrete Vorgehensweise um die Immobilie wieder meiner Mutter zu 100% überschreiben zu lassen

- Ist es sinnvoll einen Anwalt oder Notar hinzu zu ziehen. Kann einer das für alle regeln (wir wohnen sehr zerstreut in Baden-Württemberg) oder muss jeder seinen Erbteil einzeln abwickeln?

Vielen Dank, Roland

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern nehme ich zu dem von Ihnen geschilderten erbrechtlichen Problem wie folgt Stellung:

Ich verstehe Ihre etwas missverständliche Sachverhaltsschilderung so, dass Sie, Ihre Geschwister sowie Ihre Mutter Erben nach Ihrem Vater geworden sind. Sie bilden damit alle zusammen eine Erbengemeinschaft an dem von Ihrem Vater hinterlassenem Vermögen.

Der Pflichtteil ist demgegenüber ein Zahlungsanspruch auf die Hälfte des eigentlichen Erbteils eines durch Testament enterbten gesetzlichen Erben.

Die einfachste Lösung für Ihr Vorhaben wäre, dass alle Geschwister das Erbe ausschlagen. Diese Ausschlagung muss jedoch innerhalb von 6 Wochen ab Kenntnis von dem Todesfall durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht erfolgen. Die Ausschlagung der Kinder bewirkt, dass die Mutter allein Erbe wird.

Sollte die 6-Wochen-Frist bereits abgelaufen sein, müssen Sie, Ihre Geschwister sowie Ihre Mutter einen Notar hinzuziehen und einen Vertrag aufsetzen lassen, wonach alle Kinder Ihren jeweiligen Erbanteil auf die Mutter übertragen. Das ist völlig unproblematisch möglich (§ 2033 BGB). Mit entsprechender Vollmacht durch die anderen Beteiligten kann hier ein Einzelner die Formalitäten auch allein in die Hand nehmen.

Beachten Sie aber, dass auch bei notarieller Übertragung der Erbanteile durch die Kinder an die Mutter die Erbenstellung der Kinder - anders als bei rechtzeitiger Ausschlagung - bestehen bleibt. Die Kinder haften daher auch weiter für die auf dem Nachlass lastenden Schulden (§ 2382 BGB).

Sollten noch Fragen offen geblieben sein, so nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion dieses Portals. Ansonsten bedanke ich mich für das mir entgegen gebrachte Vertrauen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Wundke
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.09.2013 | 09:48

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe noch eine weitere Frage: Es gibt noch zwei recht junge (unter 10 Jahre) Enkelkinder. Da diese Ehe geschieden wurde leben diese bei Ihrer Mutter zu der ein schwieriges Verhältnis besteht. Besteht die Gefahr, wenn wir alle das Erbe ausschlagen, dass die Anteile den Enkelkindern bzw. deren Erziehungsberechtigter Person zugeschrieben werden? Das möchten wir unbedingt verhindern.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.09.2013 | 09:55

Vielen Dank für Ihre Nachfrage!

Ja, diese Gefahr besteht. Ich hatte insoweit bereits meine ursprüngliche Antwort konkretisiert. Es müssen demgemäß auch Enkelkinder etc. ausschlagen.

Sollte es hier Probleme geben, empfiehlt sich doch allein der Gang zum Notar und die Übertragung der Erbanteile. Die Enkelkinder erlangen über diesen Weg keine Rechte an dem Erbe.

Mit freundlichen Grüßen

Wundke
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 12.09.2013 | 09:51

Ich möchte meine Antwort noch wie folgt konkretisieren:

Im Falle der Ausschlagung des Erbes durch Sie und Ihre Geschwister könnten Erbberechtigte in niedrigeren Rangordnungen nachrücken, etwa Kinder der Kinder etc. Diese müssen selbstverständlich auch das Erbe ausschlagen, um die gewünschte Rechtsfolge herbeizuführen.

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