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Vorgehensweise bei Mobbing durch Vorgesetzten ?

12.08.2016 12:55 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Guten Tag,
seit 10 Monaten habe ich eine neue Stelle in einer Niederlassung eines größeren Konzerns. Mein Vorgesetzter fühlt sich durch meine Qualifikationen bedroht und hat bereits 2 Mitarbeiter, die vor mir für die Position als Sachbearbeiter eingestellt wurden, innerhalb der Probezeit heraus gemobbt. Es fanden 3 Gespräche mit der Geschäftsleitung statt - auf meinen Wunsch- welche aber fruchtlos blieben. Ich wurde immer weiter in meiner Arbeit eingeschränkt, indem mit Fehler untergejubelt wurden. Die entsprechenden Vorgänge durfte ich dann nicht weiter bearbeiten, so dass ich mittlerweile nur noch unbedeutende Arbeiten erledige, die man einem Praktikanten geben würde. Die GL interessiert das alles nicht, obwohl ihnen alle Probleme bekannt sind. (Details zum Mobbing, inkl. Notizen mit Datum der Vorfälle, kann ich zur Verfügung stellen).

Seit 5 Wochen gehe ich dort nicht mehr hin. Vor meinem Urlaub habe ich zwei Wochen Krankenschein gehabt. Nach 2 Wochen Urlaub einen Tag gearbeitet und aufgrund schwerer Magen-Darm-Beschwerden, ausgelöst durch eine erneute und sehr aggressive ungerechte Behandlung seitens meines Chefs, erneut eine Woche krank geschrieben worden. Nun bin ich durch einen Psychologen weiter krank geschrieben. Diagnose: Schlafstörungen, leichte Depressionen, Konzentrationsschwierigkeiten die zu weiteren physischen Problemen führen.

Da ich nicht in Krankengeld rutschen will und kann, weiß ich nicht was ich nun tun soll. Ich bewerbe mich bereits fleissig, teilweise auch bei Stellen die mir eigentlich nicht zusagen. Bis Ende September könnte ich es noch herauszögern. Habe ich bis Ende Aug. aber keine neue Stelle gefunden, weiss ich nicht weiter.

Daher die Frage, ob eine Anzeige wegen Mobbings mir Möglichkeiten eröffnet, um nicht wieder dort hin zu müssen, ohne dabei Arbeitslos zu werden, ins Krankengeld zu rutschen oder alternativ Schmerzensgeld einklagen zu können, womit ich etwas überbrücken kann.

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Der Arbeitgeber ist grundsätzlich aufgrund seiner Fürsorgepflicht gegenüber dem Arbeitnehmer verpflichtet, gegen Mobbing-Handlungen auch von eigenen Führungsleuten vorzugehen, insbesondere wenn Mobbing-Handlung dokumentiert sind und damit auch konkretisiert dargestellt werden können von dem betroffenen Arbeitnehmer. Dabei sind ernsthafte Gespräche nur der erste Schritt. Die zu ergreifenden Maßnahmen sind dann aber auch in arbeitsrechtlicher Natur zu ergreifen (Abmahnungen und ggf. Kündigung des mobbenden Vorgesetzten), wenn keine Besserung der Situation eintritt.
Verweigert Ihr Arbeitgeber jegliche Hilfe in dieser Situation, kann er sich mit diesem Unterlassen grundsätzlich auch schadensersatz- und schmerzensgeldpflichtig Ihnen gegenüber machen. Entsprechende zu beziffernde Schadensersatzansprüche bzw. Schmerzensgeldansprüche sind unmittelbar gegen den Arbeitgeber ggf. gerichtlich geltend zu machen. Die Höhe etwaiger Schmerzensgeldansprüche beurteilt sich dabei u.a. nach der eingetretenen Gesundheitsschädigung, ihre Auswirkung auf Ihre Arbeitsfähigkeit und die zu erwartende Dauer der Erkrankung.

Als betroffener Arbeitnehmer müssen Sie allerdings vollumfänglich nachweisen, dass die Mobbinghandlungen ursächlich im rechtlichen Sinne für die Krankheit sind. Es gilt insoweit keinerlei Vermutung zu Ihren Gunsten, dass eine bestimmte eine bestimmte Krankheit auslöst.
Die Mobbinghandlungen sollten auch tatsächlich sehr detalliert nachgewiesen werden können. Dies gilt auch für die Verweigerung des Arbeitgebers, Ihnen gegen den Vorgesetzten zu helfen. Auch hinsichtlich des Mobbing als Tathandlung wären Sie vor Gericht beweispflichtig. Als Arbeitnehmer müssten Sie diese Punkte vor Gericht beweisen, um einen Schadensersatzanspruch/ Schmerzensgeldanspruch durchsetzen zu können.
Es ist in diesem Fall auch ratsam, den Betriebsrat einzuschalten und diesen vollumfänglich zu informieren. Dieser sollte dann ebenfalls eingreifend tätig werden. Auch hinsichtlich der Beweissituation vor Gericht ist das hinzuziehen von Betriebsratsmitgliedern zu berücksichtigen.
Es ist allerdings zu bedenken, dass eine jetzige Klage Zeit beansprucht und nicht zu erwarten ist, dass aus dieser unverzüglich Schadensersatz- oder Schmerzensgelder an Sie gezahlt werden. Ein etwaiger Krankengeldbezug ist davon auch unabhängig zu betrachten. Sofern Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, könnte ggf. eine Eigenkündigung in Frage kommen, wobei diese unter der Voraussetzung des nachweisbaren Mobbings gegen Sie als nicht verschuldet einzustufen wäre. So könnten Sie zumindest dem Arbeitgeber und der Arbeitssituation zunächst entfliehen. Gegen den Arbeitgeber und Vorgesetzten sollten dann auch strafrechtliches Vorgehen und auch ein Unterlassungsverlangen geprüft werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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