Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vorgänge vor dem Tod des Erblassers: Prüfung durch Kontoeinsicht?

23.08.2013 15:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Weise-Ettingshausen


Seit dem Tod eines Elternteils verwaltet ein angeheiratetes Familienmitglied lt. Testament den Nachlass der Erbengemeinschaft als TestamentsvollstreckerIn. Ein Antrag auf Entlassung gemäß § 2227 BGB ist beim Nachlassgericht anhängig.
Vor dem Tod des Elternteils bestand bereits eine uneingeschränkte Vorsorgevollmacht (keine offizielle durch das Gericht überwachte Betreuung!) für den Ehepartner der/des jetzigen TestamentsvollstreckerIn.
Meine Fragen:
Könnte ich für die Zeit der bestehenden Vorsorgevollmacht Rechnungslegung von dem Ehepartner der / des TestamentsvollstreckerIn verlangen?
Kann ich als Miterbe Kontoeinsicht in die Kontenführung des verstorbenen Elternteils verlangen, um diese auf etwaige Unregelmäßigkeiten zu überprüfen, und zwar für den gesamten Zeitraum seit der Ausstellung der Vorsorgevollmacht bis zum heutigen Tag?
Aufgrund welcher gesetzlichen Grundlage könnte ich dies tun?
Wie müsste ich vorgehen, wo den Antrag stellen, um eine solche Kontoeinsicht zu erhalten?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Der Testamentsvollstrecker war zunächst im Rahmen der Vorsorgevollmacht für den Elternteil tätig. Es handelte sich hierbei um ein Auftragsverhältnis. Dieses wurde mit dem Tod quasi mit vererbt, sodass nunmehr die Erben an die Stelle des verstorbenen Elternteils treten.
Nunmehr ist der Testamentsvollstrecker den Erben gegenüber zur Auskunftserteilung und Rechenschaft über seine Amtsführung verpflichtet. Diese Pflicht ergibt sich aus § 666 BGB.

Der Testamentsvollstrecker muss auf Verlangen den Erben Auskunft über seine Tätigkeit erteilen, d.h. Sie können den Testamentsvollstrecker auffordern, Ihnen Auskunft über die vorgenommenen Geschäfte zu erteilen. Zudem haben Sie einen Anspruch auf eine Rechnungslegung, die Sie – soweit die Testamentsvollstreckung länger andauert – jährlich abfordern können. Eine Form für die Rechnungslegung ist nicht vorgeschrieben, sodass es ausreicht, wenn Ihnen eine Übersicht über die Entwicklung des Nachlassvermögens mit zeitlich geordneten Belegen bzw. Kontoauszügen vorgelegt wird. Entscheidend ist nur, dass Sie aus den vorgelegten Belegen die Vermögensentwicklungen nachvollziehen können.

Fordern Sie daher den Testamentsvollstrecker schriftlich auf, Ihnen Auskunft über die vorgenommenen Geschäfte zu geben und eine Rechnungslegung vorzunehmen. Bestenfalls setzen Sie hierzu eine Frist. Diese sollte mindestens zwei Wochen betragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniela Weise, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2013 | 16:15

Sehr geehrte Frau Weise,
zunächst vielen Dank für Ihre zügige Antwort.
Ihre Darlegungen waren mir bereits weitestgehend bekannt.
Nicht der Testamentsvollstrecker hatte die Vorsorgevollmacht zu Lebzeiten des Erblassers inne, sondern dessen Ehepartner.
In erster Linie geht es mir um die Überprüfung der Kontobewegungen vor dem Tod des Elternteils, somit also um die Zeit vor der Testamentsvollstreckung.
Der Antrag auf Entlassung des Testamentsvollstreckers ist bereits beim Nachlassgericht anhängig.
Meine zu klärenden Fragen lauten:

Kann ich Kontoeinsicht für lebzeitige Kontobewegungen, also für die Bewegungen vor dem Tod des Elternteils, verlangen? Nur so könnte ich etwaige Unregelmäßigkeiten - nicht des Testamentsvollstreckers, sondern dessen Ehepartners - feststellen.

Auf welcher gesetzlichen Grundlage basiert mein etwaiges Recht auf Kontoeinsicht?

Wo kann ich offiziell eine solche Kontoeinsicht beantragen? Wer kann mir diese Einsicht offiziell "beschaffen"?

Vielen Dank für Ihre Mühe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.08.2013 | 21:37

Meine Ausführungen beziehen sich auch auf die Auskunftspflicht des Bevollmächtigten. Auch hier bestehen gegenüber de Erben Auskunfts- und Rechenschaftsfpflichten. Diesbezüglich besteht also eine Auskunfts- und Rechenschaftspflicht sowohl gegenüber dem Bevollmächtigten, als auch dem Testamentsvollstrecker. Auch hier gelten die Vorschriften über den Auftrag, also § 666 BGB.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus gelten sollte. Ob dem so ist, kann ich Ihrem Sachverhalt nicht entnehmen.

Gilt die Vollmacht nicht über den Tod hinaus, bestehen nur Auskunftsansprüche gegenüber dem Testamentsvollstrecker.

Wenn Sie Erbe sind, haben Sie aber auch die Möglichkeit bei der Bank selbst Auskunft zu verlangen. Hierzu benötigen Sie allerdings einen Erbschein.


FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71914 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Mack konnte mir eine ausführliche Antwort zu meinem speziellen Fall geben. Die Antwort erhielt ich zudem sehr schnell, verständlich und ausführlich. Ich bin jetzt sehr beruhigt und bedanke mich herzlich bei Herrn ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche und differenzierte Antwort, ganz herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER