Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vorfahrt missachtet !?

09.04.2008 11:23 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Meine Frau ist von einer Seitenstrasse in eine mehrspurige Hauptstrasse in den fliessenden Verkehr ganz auf die rechte Spur eingefahren.
genau zu diesem Zeitpunkt ist ei LKW von der mittleren in eben diese rechte Spur gewechselt und hat dem Fz. meiner Frau die vordere Stossstange auf der rechten Seite nach vorne weggerissen.
Die Polizei wirft meiner Frau nun Vorfahrtmissachtung vor.
Können sie das bestätigen, in Berlin ist es doch gang und gäbe sich in die Lücken einzureihen!?
mfg
M.

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Grundsätzlich hat derjenige, der sich aus einer Nebenstraße in den fließenden Verkehr der Vorfahrtsstraße einreiht, die Vorfahrt dieser Straße zu achten und sein Einfahren dementsprechend anzupassen. Bei mehrspurigen Straßen kann jedoch, je nach Situation und Lage des Verkehrs, etwas anderes gelten, wenn davon auszugehen ist, daß eine Fahrspur freigehalten wurde, eben um ein anderes Fahrzeug einfädeln zu lassen.
So hat z.B. das LG Hamburg mit Urteil vom 14.11.2003 (Az: 313 S 114/02 ) entschieden,

„dass sich ein wartepflichtiger Einbieger ohne besonderen Grund grundsätzlich nicht darauf einstellen braucht, ein Benutzer der bevorrechtigten Straße, der eine bestimmte Fahrspur einhält, bei deren Beibehaltung der Wartepflichtige gefahrlos einbiegen kann, werde unversehens die Spur wechseln und daher die Gefahr einer Kollision herbeiführen.“

Eine generelle Aussage, daß Ihre Frau hier die Vorfahrtsregelung mißachtet und somit zu 100% den Unfall verursacht hat, ist also nicht möglich. Es könnte jedoch der Anscheinsbeweis gegen sie sprechen. Dennoch kommt es auf die genauen Umstände bei Entstehung des Unfalls an, also die Verkehrslage, das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer, insbesondere des LKW-Fahrers. Beispielsweise kann entscheidend sein, ob dieser seine Absicht, die Fahrspur zu wechseln, bereits vor Einfahrt Ihrer Frau in die Straße angezeigt hat oder ob er unvermittelt nach rechts zog.

Letztlich ist also vieles Frage des konkreten Einzelfalls. Auch die entstandenen Schäden können oftmals genaueres über den Unfallvorgang aufzeigen. Wie allerdings beim KFZ Ihrer Frau die Stoßstange rechts nach vorne abgerissen wurde, erschließt sich mir nach Ihrer Schilderung nicht.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

Rückfrage vom Fragesteller 09.04.2008 | 15:10

natürlich die Stossstange an der LINKEN Seite. Pardon.
Ein Zeuge will gesehen haben, das meine Fau aus einer Parklücke kam.
Kam sie aber nicht.
Lohnt hier ein Rechtstreit?
mfg
Metzke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.04.2008 | 16:04

Sehr geehrter Fragesteller,

die linke Seite ergibt mehr Sinn :-)

Grundsätzlich wäre es egal, ob Ihre Frau aus einer Parklücke oder aus einer nicht vorfahrtsberechtigten Straße auf die Vorfahrtstraße eingefahren ist. Es hängt vom Einzelfall ab, je nachdem, wie sich die Situation dargestellt hat – und natürlich beweisbar ist. Sollte also der LKW-Fahrer ohne vorheriges Blinken die Fahrspur gewechselt haben, Ihre Frau hingegen mit der nötigen Vorsicht sich deswegen in den Verkehr eingefädelt haben, weil sie davon ausging, daß ihre eigene Spur frei bleiben würde, und könnte dies bestenfalls bewiesen werden, dann würde sich ein Rechtstreit in jedem Fall lohnen, da dann eine Kostentragungspflicht für die Unfallschäden zu einem Großteil auf den LKW-Fahrer abgewälzt werden könnte.
Auch wenn dies nicht beweisbar sein sollte oder zumindest strittig bleiben würde, könnte sich ein Rechtstreit für Sie lohnen, denn in jedem Fall haben beide Fahrzeuge eine sogenannte Betriebsgefahr, die dazu führt, daß nur in den Fällen eine 100 %ige Haftung zustande kommt, in denen nachweislich nur einer der Fahrer allein den Unfall verursacht hat. Allein das Wechseln der Fahrspur mit dem darauf folgenden Unfall indiziert aber, daß auch der LKW-Fahrer möglicherweise nicht sorgfältig genug gefahren ist; eine Haftungsquote wäre somit durchaus möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90223 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Eine sehr sehr schnelle (<2h) und ausführliche sowie passende Antwort. Super Service vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Sehr freundlich und hilfreich. Würde ich bei einem nächsten Fall, gern wieder Fragen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und kompetent. Danke ...
FRAGESTELLER