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Vorfahrt missachtet

20.01.2008 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Tag,
mein Enkelsohn (24) kam am Neujahrsmorgen vom Nachtdienst nach Hause, befuhr mit seinem PKW bei grün eine große Berliner Kreuzung und stieß mit einem anderen PKW zusammen, der von rechts kam und ganz offensichtlich bei rot gefahren war. Die Polizei wurde geholt. Der gegnerische Fahrer - einer junger Schwede - behauptete, auch bei grün gefahren zu sein. Er hatte einen Beifahrer, der das bestätigte. Mein Enkelsohn war allein im Fahrzeug und hatte keinen Zeugen. Eine Alkoholprobe ergab bei beiden Fahrern 0 Promille. Der Schaden beim Auto meines Enkelsohns beläuft sich auf ca. 4.500 Euro, beim schwedischen Fahrzeug liegt er höher.
Wie ist die Rechtslage? Mein Enkelsohn hat leider keine Verkehrs-Rechtsschutz-Versicherung.

Danke im voraus für die Auskunft und freundliche Grüße von Helga

20.01.2008 | 16:36

Antwort

von


(200)
Hagenauer Str. 30
42107 Wuppertal
Tel: 0202/87046-0
Web: http://www.krant-multhaup.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes wie folgt.

Unstreitig dürfte Ihrem Enkel dem Grunde nach Schadensrsatz in Höhe des erlittenen Schadens zustehen, da der Unfallgegner den Unfall durch einen Rotlichtverstoß verursacht hat. Hier tritt oftmals sogar die Haftung aus der Betriebsgefahr hinter dem Verkehrsverstoß zurück, so dass der Schaden vollumfänglich auszugleichen ist.

Allerdings stellt sich in solchen Fällen regelmäßig das Problem zu bewiesen, wie die Ampelschaltung zum Unfallzeitpunkt tatsächlich gewesen ist. Wenn Sie mitteilen, dass der Verursacher einen Zeugen zur Verfügung hat, der (fälschlich) angibt, der Gegner sei bei "Grün" gefahren, wird die Angelegenheit haftungsrechtlich problematisch. So müsste Ihr Enkel in einem abzusehenden Rechtsstreit beweisen, dass die Gegenseite bei "Rot" in den Kreuzungsbereich eingefahren ist. In Ermangelung eines neutralen Zeugen kommt es im Weiteren auf den Auftritt des Zeugen der Gegenseite im Rahmen einer gerichtlichen Beweisaufnahme an. Kann der Zeuge (für das Gericht) glaubhaft bekunden, dass deren Ampel tatsächlich grünes Licht anzeigte, wird eine Klage Ihres Enkels nicht durchdringen. Er bliebe entsprechend auf seinem Schaden sitzen.

Steht nach einer durchgeführten Beweisaufnahme, bspw. aufgrund der nicht überzeugenden Aussage des Zeugen, zur Überzeugung des Gerichts nicht fest, welche ampel nunmehr "Grün" zeigte, wird es im Zweifel auf eine Haftungsteilung herauslaufen (so u.a. OLG Celle, Urt. v. 17.01.2006, Az. 14 U 169/05 ).

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass die Chance, dass Ihr Enkel seinen vollen Schaden ersetzt bekommt denkbar schlecht. Selbst der Erfolg des Versuches, einen Teil der Forderung ersetzt zu bekommen, mag als problematisch prognostiziert werden. Dies jedenfalls dann, wenn der Zeuge bei seiner Aussage bleibt, was zu erwarten ist.

Da es sich augenscheinlich um einen Unfall mit Beteiligung von Ausländern handelt, ist anwaltliche Vertretung dringend anzuraten. Ohne fachkundige Begleitung stehen die Chancen Ihres Enkels, wenigstens Teilersatz zu erlangen, relativ schlecht. Unglücklicherweise handelt es sich in Ihrem Fall wieder einmal um einen solchen der Kategorie "Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Paar Schuhe".

Ich bedauere, Ihnen keine bessere Nachricht geben zu können und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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