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Vorfälligkeitsentschädigung - falsche Beratung

27. Juli 2011 17:36 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Guten Tag,
ich habe kürzlich meine Wohnung verkauft. Es bestanden zwei Darlehen die es galt abzulösen. Am 19.4.11 teilte mir der Berater (telefonisch, mit Zeuge) die Höhe der Entschädigung mit. Die Höhe der Entschädigung war auch relativ wichtig bei der Endverhandlung mit dem Käufer um mir somit einen bestimmten Netto-Verkaufspreis (nach Abzug der Entschädigung) zu gewährleisten. Am 21.4.11 verkaufte ich die Wohnung. Der Notar informierte etliche tage später die Bank und am 17. Mai erhielt ich Post von der Bank und die Entschädigung war rund 3000€ höher wie mir gesagt wurde.
Auf mein Nachfragen hiess es die Angaben des Beraters waren nur "indikativ", aber genau das hat er nicht gesagt , geschweige denn irgendwas in der Richtung erwähnt. Aussserdem schwanken ja die Zinsen und somit auch die VFE.
Was kann ich machen ? Habe ich eine Chance eine fehlerhafte und unvollständige Beratung zu belegen ?

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Ein Schadensersatzanspruch aus vertraglicher Nebenpflichtverletzung durch die Bank nach § 280 BGB besteht dann, wenn die Bank eine Pflichtverletzung begangen hat. Eine solche Pflichtverletzung ist dann anzunehmen, wenn Sie falsch beraten wurden. Die Bank ist grundsätzlich verpflichtet, Ihnen richtige Auskünfte zu geben und Berechnungen korrekt vorzunehmen. Dies ist ganz offensichtlich nicht erfolgt. Allerdings ist vorliegend näher zu prüfen, inwieweit die telefonische Auskunft des Beraters verbindlich war und ob Sie von der Richtigkeit der Auskunft ausgehen durften. In dem Telefonat kann eine gesonderte Vereinbarung über die zu zahlende Vorfälligkeitsentschädigung gesehen werden, die grundsätzlich auch verbindlich wäre. Dies müssten Sie jedoch darlegen und beweisen.

Zu betrachten ist auch die Berechnungsmethode der Vorfälligkeitsentschädigung, die auf verschiedenen Wegen erfolgen kann. Nach der Rechtsprechung des BGH ist die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung nach der Cashflow-Methode in Verbindung mit der realen Zinsstrukturkurve zu berechnen. Da verschiedene Berechnungsmethoden möglich sind, ist die Bank verpflichtet, Ihnen die Berechnungsgrundlage herauszugeben und die Berechnung offen zu legen. Aus Ihren Angaben geht nicht hervor, dass dies bereits vollständig geschehen ist.

Sie sollten die Bank daher zunächst auffordern, die Berechnung zu beiden Auskünften vorzulegen, da die Höhe der VFE nicht nachvollzogen werden kann.

Grundsätzlich ist die Bank berechtigt, eine fehlerhafte Berechnung nachträglich zu korrigieren. Dies könnte vorliegend der Fall gewesen sein. Der Ihnen durch die falsche Berechnung entstandene Schaden ist dann jedoch zu ersetzen.

In jedem Falle tragen Sie die Beweislast für die fehlerhafte Beratung durch die Bank. Sie haben zwar einen Zeugen, der das Telefonat mit angehört hat, jedoch dürfte dessen Aussage in einem gerichtlichen Verfahren kaum verwertbar sein, wenn der Berater von dem mithörenden Zeugen keine Kenntnis hatte und sein Einverständnis zum Mithören nicht vorlag.

Es wird daher schwer werden, die fehlerhafte Beratung/Berechnung zu beweisen. Ich rate Ihnen dennoch, die Angelegenheit mit einem auf das Bankrecht spezialisierten Kollegen zu besprechen und weitere Ansprüche prüfen zu lassen, da es hier im Detail auf den Inhalt des Telefonats und dessen Verbindlichkeit ankommen wird. Auch sollte die Berechnung überprüft werden.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

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Rückfrage vom Fragesteller 27. Juli 2011 | 18:58

Vielen Dank für die Erläuterungen

Die Brechnungsmethode stört mich selbst nicht - ist auch nach Auskunft der Bank nicht das Problem - sondern der Zinsverlauf zwischen 19.4 und Abrechnung.

Bezüglich der Beweislast kann ich noch sagen dass der Berater, nachdem ich ihn auf die deutlich höhere VFE ansprach, schriftlich mitteilte "ich habe Ihre Anfrage an die Kollegen der Kreditabteilung weitergeleitet. Mit der Bitte um Prüfung bzw. Stellungnahme, wie zu so solchen Abweichungen kommen kann."
Hier gibt es doch zumindest einen Hinweis über die eigene Überraschung der grossen Abweichung, oder ?
Ausserdem schrieb noch sein Chef "Richtig ist, dass es zwischen Herrn X und Ihnen leider zu einem Missverständnis gekommen ist.
Das bedauere ich sehr."
Kann das helfen ??

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28. Juli 2011 | 11:04

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die genannten schriftlichen Äußerungen sind sicherlich ein Indiz für einen Fehler der Bank. Der Beweis ist damit zwar noch nicht erbracht, die Schriftstücke werden aber sicher weiter helfen. Lassen Sie die Bank von einem im Bankrecht tätigen Rechtsanwalt anschreiben. Evtl. reicht dies schon, um eine Einigung herbeizuführen. Der Bank ist in der Regel nicht daran gelegen, solche Angelegenheiten gerichtlich klären zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

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