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Vorfälligkeitsentgelt für Darlehen

| 14.09.2014 14:03 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung: Bei der Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitig zurückgezahlten Darlehen darf das Kreditinstitut den Schadensersatz sowohl nach der sogenannten Aktiv-Aktiv-Methode, als auch nach der Aktiv-Passiv-Methode berechnen.

Nach meinen Verkauf des Elternhauses mussten die Darlehen in Höhe von ca. 150.000,00 abgelöst werden. Dafür musste ich ein Vorfällikeitsentgelt von über 20.000,00 EUR entrichten, das nach der Aktiv-Passivmethode berechnet wurde. Nach meiner Ansicht müsste die Aktiv-Aktiv-Methode angewendet werden, da durch die Machenschaften der Banken die Zinsen im Passivbereich erheblich gesunken sind.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Beide Methoden sind anwendbar.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Aktiv-Passiv-Methode ausdrücklich zugelassen.

Aktiv-Passiv-Vergleichsmethode und Aktiv-Aktiv-Berechnungsmethode im Überblick:


Im Falle der außerordentlichen Kündigung eines Kreditvertrages nach § 490 Abs. 2 S. 1 und 2 BGB ist die Vorfälligkeitsentschädigung nicht wie ein Preis bis zur Grenze des § 138 BGB (Sittenwidrigkeit) oder des § 315 BGB frei aushandelbar, sondern die Bank hat sich bei der Bemessung der Vorfälligkeitsentschädigung an schadensersatzrechtlichen Grundsätzen zu orientieren. Die Vorfälligkeitsentschädigung kann alternativ nach verschiedenen Methoden – und zwar nach Aktiv-Aktiv-Berechnungsmethode (Berechnung aufgrund einer hypothetischen Darlehensneuausreichung, oder der Aktiv-Passiv-Vergleichsmethode (laufzeitkongruente Wiederanlage in sicheren Kapitalmarkttiteln) ermittelt werden.

Die Bank ist verpflichtet, alle für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung maßgebenden Faktoren offenzulegen, um dem Kreditnehmer eine Überprüfung der Höhe der geltend gemachten Vorfälligkeitsentschädigung zu ermöglichen.

Der BGH hat für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung die in der Kreditpraxis häufig angewandte Aktiv-Passiv-Methode ausdrücklich anerkannt.


Aktiv-Passiv-Berechnungsmethode:

Dieser Methode liegt der Gedanke der Wiederanlage der vorzeitig zurückgezahlten Darlehensmittel am Kapitalmarkt zugrunde. Der BGH knüpft dabei an das jetzt in § 19 Abs. 1 Nr. 2 i. V. m. § 4 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 PfandBG (Pfandbriefgesetz) verankerte Prinzip der sogenannten "Ersatzdeckung" in Form der Anlage auf dem allgemeinen Kapitalmarkt an. Der finanzielle Nachteil des Darlehensgebers ist die Differenz zwischen den Zinsen, die der Darlehensgeber bei Abnahme des Darlehens und vereinbarungsgemäßer Durchführung des Darlehens tatsächlich nach dem Zins- und Tilgungsplan gezahlt hätte und der Rendite, die sich aus einer laufzeitkongruenten Wiederanlage der frei gewordenen Beträge in sicheren Kapitalmarkttiteln (Zinsverschlechterungsrate) ergibt.

Aktiv-Aktiv-Berechnungsmethode:

Die Berechnung nach der Aktiv-Aktiv-Methode basiert auf der Hypothese, dass die vorzeitig zurückgezahlte Darlehensvaluta als festverzinslicher Grundpfandkredit neu ausgereicht wird. Die "Wiederanlage" der vorzeitig erhaltenen Darlehensvaluta erfolgt nicht in Pfandbriefen, sondern in einem neuen festverzinslichen Grundpfandkredit. Anstatt der Hypothekenpfandbriefrenditen sind deshalb die Zinssätze für entsprechende festverzinsliche und grundschuldgesicherte Neudarlehen heranzuziehen, wobei auch hier der Zahlungsstrom (Cash-Flow) den vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungsplan widerspiegeln muss.
Die Differenz zwischen dem ursprünglich vereinbarten Zins für das vorzeitig zurückbezahlte Darlehen und den aktuellen Zinssätzen für entsprechend hypothetisch ausgereichte festverzinsliche und grundschuldgesicherte Neudarlehen für die Restlaufzeit des vorzeitig zurückbezahlten Darlehens ist der Zinsverschlechterungsschaden.

Wie gesagt, beide Berechnungsmethoden sind zulässig. Wenn Ihnen die Bank nicht alle Informationen zur Verfügung gestellt hat, um Ihnen die Nachprüfung der Höhe der geltend gemachten Vorfälligkeitsentschädigung zu ermöglichen, empfehle ich, sich nochmals an die Bank zu wenden und alle Berechnungsunterlagen, die zur Nachprüfung erforderlich sind, anzufordern.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Dies gilt jedoch nicht für neue Fragen.


Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 16.09.2014 | 14:40

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"Der zentrale Punkt, ob überhaupt ein Vorfälligkeitsentgelt erhoben werden kann, wurde nicht berücksichtigt. Weder im Kreditvertrag noch in AGB bzw. in den allg. Kreditbedingen wird das Vorfälligkeitsentgeld erwähnt."
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für Ihre Bewertung, die leider unterdurchschnittlich ausgefallen ist, was ich bedaure. Sie hatten sich nach den unterschiedlichen Berechnungsmethoden einer Vorfälligkeitsentschädigung erkundigt und nicht danach, ob in Ihrem Fall eine Vorfälligkeitsentschädigung erhoben werden durfte oder nicht. Die von Ihnen tatsächlich gestellte Frage hatte ich Ihnen, wie Sie selbst schreiben, sehr verständlich beantwortet. Trotzdem Danke für Ihr Interesse an 123recht.net !
Freundliche Grüße, RA Lemmer
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