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Vorerbschaft - Können meine Geschwister und ich das Erbe nicht vorzeitig antreten?

| 02.09.2010 14:21 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Meine Stiefmutter hat vor über dreißig Jahren mein Elternhaus
lt. testamentarischer Verfügung als Vorerbin bekommen.

In der Zeit bis heute hat Sie, nur die notwendigsten Reparaturen
vornehmen lassen. Das Haus ist einem „Sanierungswürdigen" Zustand.

Darüber hinaus, wohnt Sie seit ca. 6 Monaten in einem betreuten Wohnheim
und kann somit die Immobilie nicht mehr selber nutzen.

Hier nun meine Fragen:

1. In wie weit ist Sie zum Erhalt/ Werterhalt der Immobilie
verpflichtet?
2. Da die Immobilie seit nunmehr 6 Monaten leer steht und meine
Stiefmutter auch nicht mehr in diese zurückkehrt, wie verhält sich
das mit dem personifizierten Vorerbe?
3. Kann und darf Sie die Immobilie vermieten?
4. Haben wir in diesem Fall ein Recht auf ein z.B. vierteljährlichen
Bericht über den Zustand der Immobilie?
5. Können meine Geschwister und ich das Erbe nicht vorzeitig
antreten? Sprich die Immobilie verkaufen und das Geld aufteilen?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Gem. § 2109 BGB wird die Einsetzung eines Nacherben mit Ablauf von 30 Jahren unwirksam, wenn nicht vorher der Fall der Nacherbfolge eingetreten ist.

Die Einsetzung eines Nacherben bleibt nur dann nach dieser Zeit wirksam, wenn die Nacherbfolge für den Fall angeordnet ist, dass in der Person des Vorerben oder des Nacherben ein bestimmtes Ereignis eintritt, und derjenige, in dessen Person das Ereignis eintreten soll, zur Zeit des Erbfalls lebt oder wenn dem Vorerben oder einem Nacherben für den Fall, dass ihm ein Bruder oder eine Schwester geboren wird, der Bruder oder die Schwester als Nacherbe bestimmt ist.

Es müsste daher zunächst geprüft werden, ob die Einsetzung eines Nacherben bereits unwirksam geworden ist. Dazu sollten Sie einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit der Prüfung beauftragen.

Gerne steht Ihnen unsere Kanzlei dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet wird. Auch eine größere örtliche Entfernung steht einer Mandatsübernahme nicht im Wege, da die Kommunikation auch gut über Telefon, EMail, Post und Fax erfolgen kann.

2.
Sollte die Einsetzung des Nacherben noch wirksam sein, hat der Vorerbe die gewöhnlichen Erhaltungskosten zu tragen; § 2124 BGB.

Der Vorerbe darf auch die Immobilie vermieten. Die Mieterträge stehen dem Vorerben zu.

Über den Nachlass darf der Vorerbe, möglicherweise eingeschränkt durch Erblasser oder Gesetz verfügen bis der Nacherbfall eingetreten ist

Gem. § 2127 BGB ist der Nacherbe berechtigt, von dem Vorerben Auskunft über den Bestand der Erbschaft zu verlangen, wenn Grund zu der Annahme besteht, dass der Vorerbe durch seine Verwaltung die Rechte des Nacherben erheblich verletzt. Der Auskunftsanspruch kann erneut geltend gemacht werden, wenn neue Gründe dafür gegeben sind.

Die Nacherben können erst dann über den Nachlass verfügen, wenn der Nacherbfall eingetreten ist oder der Vorerbe den Nacherben den Nachlass überträgt.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.

Nachfrage vom Fragesteller 02.09.2010 | 15:29

Vielen dank für die schnelle und ausführliche Hilfe und Beratung.

Trotzdem noch einmal für mich zum Verständnis:

Die Steifmutter hat laut testamentarischer Verfügung das Vorerbe
1979 angetreten. Die Kinder (meine Geschwister und ich) sind laut Testament als
Erben auch im Grundbuch eingetragen.
Hat meine Stiefmutter nach 30 Jahren kein Anrecht mehr auf das Vorerbe?
Tritt somit automatisch unser Nacherbe in Kraft?
Sie hat und konnte auch nicht, ihr Vorerbe weitervererben.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.09.2010 | 15:48

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn die in meiner ersten Antwort aufgeführten Ausnahmen nach § 2109 BGB nicht einschlägig sind, wird der Vorerbe zum Vollerben und kann damit über den nun freien Nachlass beliebig verfügen. Der Nacherbe hat seine Nacherbenstellung verloren.

D.h. Sie als Nacherbe sollten daher zunächst prüfen lassen, ob die o.g. Ausnahmen bei Ihnen vorliegen.

Dazu ist es in erster Linie notwendig, das Testament auf die Bedingungen des Eintritts der Vor- und Nacherbschaft hin zu prüfen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 02.09.2010 | 16:00

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