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Vorenthaltung des Erbes nach Pflege des Erblassers


15.09.2006 11:13 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Meine Schwester und ich sind seit dem Tod unserer Mutter 2001 eine Erbengemeinschaft.Eine Immobilie, die im Grundbuch als ungeteilte Erbengemeinschaft (Mutter/Sohn/Tochter)eingetragen war, wurde in einer Teilungsversteigerung von meiner Schwester mit ca. 35% des Verkehrswertes ersteigert. Die jährl. Mieteinnahmen betragen ca. 30% ihres Anteiles. Der Verteilung des Erbes wird von meiner Schwester nicht zugestimmt.
Ich hatte von meiner Mutter eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung u. eine Patientenverfügung. Meine Mutter lebte ihre letzten vier Jahre in meinem Haus (Pflegestufe II und III, Blindheit). Für diese Zeit verlangt meine Schwester nun eine detaillierte Rechnungslegung, obwohl sie für alle Konten selbst Vollmacht hatte und auch eigenhändig darüber verfügte.
Frage: Kann meine Schwester die Auszahlung meines Erbanteiles verweigern, mit der Begründung, dass ich vorab die Rechnungslegung erstellen muss? Erpressung???
15.09.2006 | 12:54

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Vorab folgendes: die Erben sind gemeinsamschaftlich zur Verwaltung des Nachlasses berechtigt (vgl. § 2038 Satz 1 BGB). Alle Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen werden. Etwas anderes gilt nur, wenn der Erblasser einen Testamentsvollstrecker eingesetzt hat. In diesem Fall verwaltet er den Nachlass.

2.Sie haben Anspruch auf Ihren Erbteil. Ihre Schwester hat nicht das Recht, das Erbteil zurück zu halten. Sie müssen auch dieselbe Zugriffsmöglichkeit auf Ihr Erbe haben wie Ihre Schwester. Wenn das nicht der Fall ist, so müssen Sie sich dieses Recht verschaffen lassen.

3.Aufgrund Ihrer Schilderung hat Ihre Schwester eine Immobilie im Wege der Teilungsversteigerung erworben. Wenn es nun um die Mieteinnahmen geht, haben Sie daran keinen Anteil mehr. Denn mit Verkauf des Hauses wurde es aus dem Nachlass ausgelöst und ist nicht mehr Bestandteil. Hinsichtlich des übrigen Nachlasses ist dieser nach den Erbquoten im Rahmen der Auseinandersetzung zu teilen. Sollte Ihre Schwester die Teilung verweigern, müssen Sie sie im Klagewege dazu verpflichten.

Gerne vertreten wir Sie in dieser Angelegenheit.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

Weiler Rechtsanwälte
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80331 München
Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 15.09.2006 | 13:28

Die Kernfrage: Kann man die Aufteilung des Erbe verweigern, wegen meiner Tätigkeit als Betreuer bzw. Vollmachtnehmer
und der daraus resultierenden Verpflichtung zur Rechnungslegung?
Das mir zustehende Erbe wird mir nach Gutdünken meiner Schwester vorenthalten. Dies wäre nicht möglich, wenn ich mich nicht um unsere Mutter gekümmert hätte.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.09.2006 | 17:08

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ihre Schwester hat nicht das Recht, Ihren Anteil zurück zu halten. Gegebenenfalls gibt es aus Ihrer Position als Betreuer heraus bestimmte Aufklärungspflichten. Dies berechtigt jedoch nicht, IHnen bis zur Rechnungslegung das ERbe vorzuenthalten. Wenn Ihre Schwester ebenfalls Vollmacht hatte, kann sie sich die Informationen im Rahmen dieser Vollmachten selbst besorgen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
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