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Voraussetzung doppelte Haushaltsführung

| 24.08.2017 23:43 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

seit 2014 wohne ich mit meinem Mann in B., hier kam auch unser Sohn zur Welt. 10 Monate nach der Geburt hat mein Mann 600 km von hier entfernt eine Arbeit gefunden, ist seitdem Wochenendpendler mit doppelter Haushaltsführung. Ich selbst war zu diesem Zeitpunkt in Elternzeit, nach deren Beendigung ich den Arbeitgeber gewechselt habe und nun wieder Vollzeit arbeite. Allerdings ist meine neue Arbeitsstelle mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nun nicht mehr in vertretbarer Zeit zu erreichen, also habe ich entschieden, mit dem Auto zu fahren und dabei in der Planung den Berufsverkehr unterschätzt: Für 28 km benötige ich 60-70 Minuten.

Seit Ende der Probezeit überlege ich nun, ob ich auch einen Zweitwohnsitz in der Nähe meiner neuen Arbeitsstelle suchen soll. Hinzu kommt, dass mein Sohn bald in die Betriebs-Kita im Gebäude meines Arbeitgebers geht, und ihm will ich diese 2-2,5 Stunden täglich im Auto, wenn nur irgend möglich, ersparen. Ich würde also mind. für die drei Jahre des Kita-Besuchs mit meinem Sohn eine Zweitwohnung nehmen wollen. Die Hauptwohnung aufgeben will ich aus mehreren Gründen nicht: Wohnraum an meinem Arbeitsort in passender Größe für eine Familie ist sehr teuer, wir sind an unseren jetzigen Wohnort gewöhnt, kennen die Infrastruktur, haben soziale Kontakte hier, er ist generell günstiger und wir haben zudem eine Miete aus Zeiten vor der Mietpreisexplosion in dieser Region. Man weiß letztlich auch nie, wie sich Arbeitsverhältnisse entwickeln, und für den Fall der Fälle möchte ich keine so teure Mietwohnung an einem Ort zu bezahlen haben, an den ich dann nicht mehr gebunden bin.

Erfülle ich damit die Voraussetzungen, ebenfalls wie mein Mann doppelte Haushaltsführung geltend zu machen? Ist die einzige Voraussetzung, dass die Zweitwohnung weniger als die Hälfte der Distanz von der Arbeitsstelle entfernt sein muss? Gibt es auch Anforderungen wie eine maximale Quadratmeter- oder Zimmerzahl? Wegen des Kinds scheiden WG-Zimmer oder Kleinstwohnungen ja aus. Ist es egal, ob man kauft oder mietet?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
25.08.2017 | 08:35

Antwort

von


(567)
Saalestraße 20
63667 Nidda
Tel: 06043 801 59 60
Web: http://ra-krueckemeyer.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

ihre Frage beantworte ich auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.
 
Gemäß § 9 (1) Nr. 5 EStG sind notwendige Mehraufwendungen für eine berufliche veranlasste doppelte Haushaltsführung Werbungskosten. Eine doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn der Steuerpflichtige seine erste Tätigkeitsstätte außerhalb des Orts hat, wo er einen eigenen Hausstand unterhält, und er nicht täglich von der Arbeitsstätte zu seinem eigenen Hausstand zurückkehrt, sondern am Beschäftigungsort eine (zweite) Wohnung unterhält. Grundsätzlich sind die Voraussetzungen bei Ehegatten jeweils getrennt zu beurteilen. Es ist daher möglich, dass beide Ehegatten jeweils Mehraufwendungen für eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten geltend machen können.
 
Ich verstehe Ihre Ausführungen so, dass Sie am Beschäftigungsort eine Zweitwohnung suchen, die sie unter der Woche gemeinsam mit Ihrem Sohn bewohnen möchten. Wenn Sie dann jeweils an den Wochenenden an Ihren Erstwohnsitz gemeinsam mit Ihrem Mann zurückkehren, ist eine steuerliche Anerkennung grundsätzlich möglich.
 
Die Zweitwohnung sollte nicht dazu geeignet sein dauerhaft als Familienwohnsitz nutzbar zu sein, d.h. sie sollte möglichst kleiner sein. Es ist egal, ob Sie die Wohnung kaufen oder mieten. Beachten Sie aber, dass nur die tatsächlichen Aufwendungen (Miete bzw. AfA [Absetzung für Abnutzung] und Schuldzinsen, Nebenkosten) bis zu einer Höhe von 1.000 € monatlich abzugsfähig sind. Des Weiteren sollte die Wohnung deutlich näher an der ersten Tätigkeitsstätte liegen, insbesondere aber unter dem Zeitaspekt besser nutzbar sein.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen sie bitte die kostenlose Nachfrageoption.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 25.08.2017 | 20:57

Konkret: Die Familienwohnung hat 3 Zimmer, 70 qm, 28 km vom Arbeitsort entfernt, im Berufsverkehr 90-100 Minuten mit Auto+ÖPNV und 60-70 Minuten mit dem Auto.

Ich suche: 1-2 Zimmer, 35-50 qm, max. 12 km entfernt, max. 20-25 Minuten im Berufsverkehr mit dem Auto, idealerweise ÖPNV-Anbindung.

Würde das die Rahmenbedingungen erfüllen? Liebend gern würde ich direkt am Arbeitsort suchen, aber das ist zu teuer. Ich muss schon auf die Nachbarorte ausweichen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.08.2017 | 22:16

Auch wenn bereits ihr Familienwohnsitz recht klein ist müsste nach allgemeiner Erfahrung ein kleinerer Wohnsitz der deutlich näher am Arbeitsplatz ist (wie von Ihnen vorgetragen) ausreichen um der Zweitwohnungsregelung zu genügen.
Es hängt aber auch immer viel vom jeweiligen Sachbearbeiter ab.

Die bessere Verbindung zum Kindergarten ihres Sohnes kann als Argument kein Berücksichtigung finden da es sich hierbei um eine private Veranlassung handelt. Sollte sich ihr Kind außerdem zu sehr dort einleben könnten sie nach einiger Zeit Probleme bekommen, dass ihr Hauptwohnsitz nicht mehr anerkannt wird weil er nicht mehr den Lebensmittelpunkt darstellt.

Ich hoffe, ihre Frage nunmehr abschließend beantwortet zu haben, sollte dies nicht der Fall sein können sie mich per E-Mail erreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Krueckemeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 27.08.2017 | 13:11

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"Zu vage Antwort. Ich brauche ein Ja oder Nein um über die Finanzierung zu entscheiden. Abwarten, was der Finanzamtsachbearbeiter entscheidet, könnte ich auch ohne einen Anwalt zu konsultieren."
Stellungnahme vom Anwalt:
Eine deutlicher Antwort als "kleinerer Wohnsitz der näher am Arbeitsplatz ist reicht aus" wird es wohl nicht geben.
Es ist aber klar, dass ein nur wenig näherer Wohnsitz der nur um ein geringes kleiner ist einen Ermessensspielraum des Sachbearbeiters offen lässt. Bei den angegebenen Daten dürfte es kein Problem geben. Da sie aber noch auf der Suche sind wollte ich auf diese Problematik hinweisen. Wenn Ihnen dies zu vage erscheint tut es mir leid. Fakt ist aber, dass es keine gesetzlichen Grundlagen gibt die die Raumgröße bestimmt und daher ein Ermessenspielraum bleibt.
Mit freundlichen Grüßen
Krueckemeyer
Rechtsanwalt
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 27.08.2017
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Zu vage Antwort. Ich brauche ein Ja oder Nein um über die Finanzierung zu entscheiden. Abwarten, was der Finanzamtsachbearbeiter entscheidet, könnte ich auch ohne einen Anwalt zu konsultieren.


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