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Vor-und Nacherbschaft

| 22.07.2011 11:47 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag,
ich beabsichtige, für meine Eigentumswohnung Vor-und Nacherbschaft anzuordnen.
Vorerben sollen meine Tochter ( 2 Kinder) und mein Sohn ( 1 Kind) sein.

Nacherben sollen die Kinder meiner Kinder, also meine drei Enkel,zu unterschiedlichen Anteilen sein (Erbengemeinschaft).

Den Eintritt des Nacherbfalles will ich genau terminieren.

Frage:
Kann ich testamentarisch anordnen, dass beim Anfall des Nacherbfalles oder innerhalb eines bestimmten Zeitraumes danach die Nacherben die Wohnung verkaufen müssen und dann die entsprechenden Erbanteile in Geld gezahlt werden?
(Zweck: Verhinderung möglicher Auseinandersetztungen der Erbengemeinschaft über Behalt/Verkauf).

MfG
E.Pf.

Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Wenn Sie davon schreiben, den Verkauf Ihrer Wohnung anordnen zu wollen, gehe ich davon aus, dass es sich bei der Wohnung im Wesentlichen um Ihr gesamtes Vermögen handelt und Ihnen daher an der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft insgesamt gelegen ist (also auch bezüglich ggf. vorhandener weiterer Vermögenswerte).

Nach § 2048 BGB können Sie als Erblasser durch letztwillige Verfügungen Anordnungen für die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft treffen.

Es ist jedoch fraglich, ob die von Ihnen in Erwägung gezogene Bestimmung tatsächlich eine Auseinandersetzung vermeidet.

Grundsätzlich kann jeder Erbe die Auflösung der Erbengemeinschaft verlangen. Die Auseinandersetzung erfolgt durch Verkauf der Immobilie oder Zwangsversteigerung, wenn die Erben sich nicht auf einen Verkauf einigen können.

Wenn Sie den Verkauf zur Auseinandersetzung anordnen, werden sich die Nacherben möglicherweise nicht auf einen Kaufpreis und Käufer einigen können, sodass insoweit weiterhin Streitpotenzial besteht. Insofern ist es zweifelhaft, ob Ihre Bestimmung Streitigkeiten tatsächlich verhindern kann. Allenfalls Streit über das „Ob" der Auseinandersetzung kann so vermieden werden.

Sie sollten daher erwägen anzuordnen, dass einer der Erben oder ein Dritter (Testamentsvollstrecker) die Auseinandersetzung durch Veräußerung übernehmen soll. Dies würde Streitigkeiten vermeiden, da lediglich diese eine Person die Entscheidung über Kaufpreis und Käufer zu treffen hat und damit alleine handlungsfähig ist.

Ich rate Ihnen, sich beim Entwurf Ihres Testamentes durch einen Rechtsanwalt oder Notar unterstützen zu lassen. Auf diese Art können Sie dem Risiko, dass Ihre Kinder oder Enkel sich nach Ihrem Tode über die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft streiten, am Besten entgegentreten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 23.07.2011 | 12:02

Sie sollten daher erwägen anzuordnen, dass einer der Erben oder ein Dritter (Testamentsvollstrecker) die Auseinandersetzung durch Veräußerung übernehmen soll. Dies würde Streitigkeiten vermeiden, da lediglich diese eine Person die Entscheidung über Kaufpreis und Käufer zu treffen hat und damit alleine handlungsfähig ist.

Frage:Kannauch einer der Vorerben "Testamentsvollstrecker" in diesem Sinne sein?
Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.07.2011 | 12:40

Sehr geehrter Fragesteller,

für gewöhnlich werden an der Erbschaft nicht beteiligte Dritte zum Testamentsvollstrecker ernannt, häufig z.B. ein Rechtsanwalt oder Notar. Dies geschieht mit dem Hintergedanken, dass ein an der Erbschaft nicht beteiligter Dritter seine Entscheidungen regelmäßig objektiver fällt als ein Beteiligter.

Soweit sich die Vollstreckung ausschließlich auf die Nacherbschaft beziehen soll - so habe ich Sie verstanden - ist es möglich, dass einer der Mit-Vorerben insoweit zum Nacherbentestamtensvollstrecker ernannt wird (BayObLG NJW-RR 1989, 96).

Es sollte dann aber darauf geachtet werden, dass die Begrenzung der Vollstreckung auf die Nacherbschaft sprachlich deutlich gemacht wird.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Sonntag!

Mit freundlichen Grüßen
Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 22.07.2011 | 15:24

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