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Vor- und Nacherbschaft

30.11.2010 21:37 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Ich bitte Sie um Ihre Stellungnahme zu folgendem Sachverhalt:

Wir sind 8 Kinder (Sohn 1-4 und Tochter 1-4)
Der Vater starb 1980, die Mutter 2010.

Testament der Mutter von 1982, das 2008 und 2009 ergänzt wurde:

Tochter 1: erhielt 1968 3.000 DM
bis 1982 6.000 DM
1982 10.000 DM
Sohn 1: erhielt 1969 Bauplatz (ca.850qm)
im Wert von 10.000 DM
dazu 8.000 DM
Sohn 2: erhielt 1978 Stall u. Scheune (ca.400qm)
als Bauplatz im Wert von 6.000 DM
dazu 8.000 DM
dazu 1982 6.000 DM
Sohn 3: erhielt ein Studium im Wert von 9.000 DM
dazu Auto im Wert von 5.000 DM
dazu 1982 5.000 DM
Tochter 2: erhielt 1979 8.000 DM
dazu 2.000 DM
dazu 1982 10.000 DM
Tochter 3: erhielt 1979 8.000 DM
dazu 2.000 DM
dazu 1982 10.000 DM
Tochter 4: erhielt 1981 10.000 DM
dazu 2.000 DM
dazu 1982 10.000 DM
(insgesamt 2.000 DM mehr wg.
Halbwaisenrente)

Der Wert eines jeden Kindes beträgt nach Meinung der Mutter mit Ausnahme von Sohn 4 (noch nichts erhalten) ungefähr 20.000 DM.

Ergänzung der Mutter von 2008:
Sohn 4 soll anstatt 20.000 DM ein Wiesengrundstück mit 1.500 qm (Wert 3.000 €) erhalten. Sohn 4 hat deshalb bereits im Jahr 2008 7.000 € erhalten. Nach Meinung der Mutter ist dies der gleiche Anteil wie bei allen anderen Geschwistern.

Ergänzung der Mutter von 2009:
Sollte das Grundstück für Sohn 4 noch Bauplatz werden, so sollen deswegen keine Forderungen der Geschwister an ihn gestellt werden.

Sohn 2 soll das Elternhaus (Wert ca. 80.000 €) erhalten. (Bau des Hauses von Sohn 2 erfolgte 1978 direkt am Elternhaus)

Insgesamt sind im Nachlass noch Wiesengrund-stücke und Bargeld im Wert von ca. 100.000 € vorhanden.


Vorläufiges Ergebnis:
Keiner der Geschwister von Sohn 2 ist mit der Übergabe des Elternhauses an Sohn 2 einverstanden, da er wesentlich mehr erhalten würde.

Frage:
Soll Sohn 2 das Haus, wie im Testament niedergeschrieben, bekommen?

Ein Großteil der Geschwister schätzt den Wert des Baugrundes von Sohn 1 von 1969 höher ein, nämlich mind. 20.000 DM anstatt 10.000 DM. Könnte dies eine Auswirkung auf die Nachlassverteilung haben?

Entspricht das Erbe bei Sohn 4, das Wiesengrundstück und die 7.000 €, dem Wert von 20.000 DM (in der Zeit 1968 - 1982), den die Geschwister erhalten haben unter Berücksichtigung des Kaufkraftschwundes?

Sollte evtl. im Jahr 2011 ein Teil des Wiesengrundstückes zum Bauland (ca. 650 qm im Wert von ca. 50.000 €) werden, ist dann Sohn 4 zu einer Ausgleichszahlung an die Geschwister verpflichtet?

Wie kann der Wert des Baugrundes von Sohn 1 von 1969, verglichen werden mit dem Wert des Bauerwartungslandes des Sohnes 4? Die beiden Grundstücke liegen nebeneinander.

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Sehr geehrter Fragesteller:

gerne beantworte ich Ihre Fragen ich auf Grund des dargelegten Sachverhalts wie folgt:

Frage 1:
Keiner der Geschwister von Sohn 2 ist mit der Übergabe des Elternhauses an Sohn 2 einverstanden, da er wesentlich mehr erhalten würde.

Antwort:
Wenn nach dem Testament Sohn 2 das Elternhaus bekommen soll, so muss dies gemacht werden, außer das Testament würde angefochten.

Allerdings müsste Sohn 2 evtl. den Wert ausgleichen. Dies ist aber eine Frage des im Testament zum Ausdruck gekommenen Willens der Mutter, sodass eine Aussage dazu nur in Kenntnis des/der Testaments/e möglich ist.

Frage 2:
Ein Großteil der Geschwister schätzt den Wert des Baugrundes von Sohn 1 von 1969 höher ein, nämlich mind. 20.000 DM anstatt 10.000 DM. Könnte dies eine Auswirkung auf die Nachlassverteilung haben?

Sog. Vorausempfänge wie hier das Baugrundstück sind nur zu berücksichtigen, wenn die Übertragung/Schenkung zu Lebzeiten des Erblassers erfolgt ist und die gesetzliche Erbfolge eingetreten ist (§ 2050 BGB). Hier ist baer nach Ihren Angaben ein testament errichtet worden, sodass alleine dieses massgebend ist.

Sind laut Testament Vorausempfänge zu berücksichtigen, so hat dies zu erfolgen, andernfalls nicht.

Frage 3:
Entspricht das Erbe bei Sohn 4, das Wiesengrundstück und die 7.000 €, dem Wert von 20.000 DM (in der Zeit 1968 - 1982), den die Geschwister erhalten haben unter Berücksichtigung des Kaufkraftschwundes?

Durch das Testament wird dies anders geregelt (s.o.) wie bei der gesetzlichen Erbfolge.

Frage 4:
Sollte evtl. im Jahr 2011 ein Teil des Wiesengrundstückes zum Bauland (ca. 650 qm im Wert von ca. 50.000 €) werden, ist dann Sohn 4 zu einer Ausgleichszahlung an die Geschwister verpflichtet?

Nein, der Sohn 4 ist nicht zu Ausgleichszahlungen verpflichtet, das steht ausdrücklich im Testament.


Frage 5:
Wie kann der Wert des Baugrundes von Sohn 1 von 1969, verglichen werden mit dem Wert des Bauerwartungslandes des Sohnes 4? Die beiden Grundstücke liegen nebeneinander.

Ein Ausgleich erfolgt nicht gem. den obigen Ausführungen.


Nur wenn in dem/den Testament/en dazu besondere Reglungen getroffen worden wären, würde sich an diesen Ergebnissen etwas ändern
.

Wie bereits gesagt, hat ein Ausgleich dann auch nicht zu erfolgen. Diejenigen, die leer ausgegangen sein sollten, haben aber einen Pflichtteilsanspruch, bei dem auch der sog. Pflichtteilsergänzungsanspruch zum Zuge kommt. Allerdings werden Schenkungen, die länger als 10 Jahre vor dem Tod der Erblasserin liegen, nicht mehr berücksichtigt (§ 2325 BGB). Soweit hier die massgeblichen Zeitpunkte länger zurückliegen, scheidet eine Anrechnung aus (sofern im Testament nicht anderes geregelt).

Einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage hoffe ich gegeben und Ihnen damit weitergeholfen zu haben.

Sofern Sie weitere Hilfestellung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt


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