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Vor Elternzeit aus der PKV zurück in die GKV

04.05.2017 13:55 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin derzeit voll berufstätig, privat krankenversichert und erwarte um den 06.12.2017 mein erstes Kind. Ich bin nicht verheiratet,33 Jahre alt und seit etwa 3 Jahren in der PKV.
Auf Nachfrage bei meiner PKV habe ich erfahren, dass ich auch während der Elternzeit den kompletten Versicherungsbeitrag (AG + AN) zu zahlen habe.
Da mir diese finanzielle Belastung aufgrund des gedeckelten Elterngeldanspruchs (Netto-Verdienstausfall von 50 %) eindeutig zu hoch ist, muss ich wohl zurück in die GKV. Erreichen möchte ich die Versicherungspflicht mit der anschließend ohnehin notwendigen Reduzierung meiner Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden.
Da ich während des MuSchu mein gewöhnliches Nettogehalt aus dem laufenden Arbeitsverhältnis erhalte, möchte ich die Anpassung meines Arbeitsvertrages natürlich gerne möglichst spät wirksam werden lassen.
Mein Plan, ausgehend vom errechneten Geburtstermin wäre:
29.09.2017 Antragstellung auf Teilzeit ab 01.01.2017 (3 Monate Antragsfrist)
25.10.2017 Beginn MuSchu (6 Wochen vor der Geburt)
06.12.2017 Geburt
01.01.2017 Beginn Teilzeit = Versicherungspflicht / Wechsel in GKV / Verringertes MuSchu-Geld
05.02.2017 Ende MuSchu / MuSchu-Geld (8 Wochen nach der Geburt)
06.02.2017 Beginn Elternzeit

Ich gehe davon aus, dass ich den wirksamen Wechsel in die GKV nicht während der Elternzeit erreichen kann. Daher würde ich vorsichtshalber einen Monat früher als nötig (01.01. statt 01.02.) in die Teilzeit wechseln, da sich aus einem früheren Geburtstermin sonst ein Risiko ergeben würde.

Ist diese Überlegung korrekt?

Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Eingabe!

Mit den besten Grüßen

Alexandra
09.05.2017 | 12:05

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie haben zunächst Recht, dass Sie auch während der Elternzeit grundsätzlich den kompletten Versicherungsbeitrag zu zahlen haben.

Sie können Ihre Überlegungen so weiter verfolgen.

Ergänzend (eventuell trifft etwas davon auf Sie zu) möchte Ihnen jedoch noch Folgendes mit an die Hand geben, damit Sie mehrere Möglichkeiten kennen:

Es ist so, dass Sie von der PKV in die GKV wechseln müssen, wenn Sie dort versicherungspflichtig werden. Allerdings ist es manchmal möglich, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen und privat versichert zu bleiben.

Diese Versicherungspflicht entsteht nach § 5 SGB V:
-Arbeitnehmertätigkeit mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze (2017: 57.600 Euro; für AN) Egal ist dabei, ob Sie erstmalig angestellt werden, den Arbeitgeber wechseln, das Gehalt sinkt oder die Versicherungspflichtgrenze angehoben wird und Ihr Gehalt übersteigt.
-Erhalt von Arbeitslosengeld I oder Unterhaltsgeld
-Aufnahme eines Studiums

Sie können sich als Privatversicherte gem. § 8 SGB V von der Versicherungspflicht befreien lassen wenn:
-Die Versicherungspflichtgrenze angehoben wird und lediglich deswegen Ihr Gehalt übersteigt
-Sie Arbeitslosen- oder Unterhaltsgeld erhalten und binnen der letzten 5 Jahren nicht gesetzlich krankenversichert waren
-Sie im Rahmen der Elternzeit höchstens 30 Stunden wöchentlich arbeiten (§ 2 Bundeserziehungsgeldgesetz, § 1 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz)
-Sie Ihre Arbeitszeit auf maximal die Hälfte der Arbeitszeit vergleichbarer Vollbeschäftigter des Betriebes reduzieren und seit mindestens 5 Jahren aufgrund Ihres Einkommens versicherungsfrei sind. Das gilt auch, wenn Sie für die Teilzeitbeschäftigung den Arbeitgeber wechseln.

Eine Besonderheit:
Wenn Sie Elternzeit in Anspruch genommen haben und eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen, wird Ihre „Auszeit" bei der 5-Jahresfrist mit berücksichtigt. Waren Sie also z. B. 3 Jahre als Arbeitnehmerin in Vollzeit privat versichert und haben dann 2 Jahre Elternzeit genommen, können Sie sich bei Wiederaufnahme Ihrer Arbeit als Teilzeitbeschäftigung von der Versicherungspflicht befreien lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie bei Vollzeitbeschäftigung ein Einkommen über der aktuellen Versicherungspflichtgrenze hätten.

Um privat versichert zu bleiben, müssen Sie innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht einen Befreiungsantrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse stellen. Die Befreiung kann nicht widerrufen werden; sie dauert so lange an wie der Grund, der zur Befreiung geführt hat (in Ihrem Fall die Teilzeitbeschäftigung)

Ändert sich die Situation, stellt sich die Frage erneut, ob Sie versicherungsfrei oder -pflichtig sind.

Sollte es jedoch so sein, dass eine Befreiung nicht möglich, eine spätere Rückkehr in die PKV jedoch sehr wahrscheinlich ist, empfehle ich Ihnen eine Anwartschaftsversicherung.

Ich wünsche Ihnen für die verbleibende Schwangerschaft und die Geburt alles erdenklich Gute, vor allem Gesundheit.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.

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