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Von Tischler angebrachte Schränke von der Wand gestürzt

6. Juli 2011 08:52 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Für eine neue Wohnung habe ich eine Küche von IKEA gekauft und für die Montage der Küche einen Tischlermeister beauftragt. Ich habe die Arbeiten mit ihm gemeinsam durchgeführt und eine Rechnung dafür erhalten.

Gestern Abend sind die Hängeschränke von der Wand gestürzt und haben dabei meine Freundin verletzt. Außerdem sind die Schränke selbst und auch weitgehend der Inhalt (z.T. altes Porzellan) zersört.

Die Rechnung des Tischlers enthät den Satz "Wir übernehmen keine Gewährleistung auf die Küchenmöbel und Materialien, die vom Kunden bei IKEA gekauft und geliefert wurden!" Die Haken, die zur Befestigung der Schränke an der Wand verwendet wurden, hatte der Tischler mitgebracht, diese sind nicht von IKEA.

Meine Fragen dazu:
1. In wie weit haftet der Tischler? Insbesondere für die zerstörten Möbel, die erneuten Montage-Kosten für neue Schränke, zerstörter Inhalt der Schränke, ggf. Schmerzensgeld für die verletzte Person, evtl. Verdienstausfall, etc.? Die Rechnung ist noch nicht bezahlt, muss ich sie vor dem Hintergrund der Ereignisse in voller Höhe bezahlen?

2. Wie wirken sich die folgenden Punkte auf die Haftung des Tischlers aus:
- Spielt es eine Rolle, dass ich dem Tischler bei den Arbeiten geholfen habe? Die für die Wandanbringung relevanten Entscheidungen hat er getroffen und auch.
- Ist es relevant, dass die Küchenmöbel von IKEA stammen? Die Wandanbringung hat nicht gehalten (die Haken kamen aus der Wand), so dass also nicht die Möbel selbst, sondern die Art der Montage mangelhaft waren.

Für Auskünfte zu den genannten Fragen bin ich dankbar!

6. Juli 2011 | 10:33

Antwort

von


(2153)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Sie haben mit dem Tischler einen Werkvertrag geschlossen, wonach dieser die unter anderem die Hängeschränke an der Wand befestigen sollte. Diese Verpflichtung hat der Tischler mangelhaft ausgeführt, da die Schränke nicht ausreichend sicher an der Wand angebracht wurden. Etwas anderes würde nur gelten, wenn die Ursache des Mangels in Ihren Verantwortungsbereich fällt, also z.B. die fehlerhafte Montage aufgrund Ihrer Anweisungen erfolgte, ein Mangel des Schrankes selbst das Herabstürzen verursachte oder Sie den Schrank überladen haben. Aber selbst in diesen Fällen träfe den Tischler eine Aufklärungs- und Beratungspflicht, wenn er aufgrund seines Fachwissens erkennen konnte, dass die Wandmontage möglicherweise nicht hält.
Da nach Ihrer Schilderung aber die Wandanbringung selbst den Schaden verursacht hat und der Tischler die Wandanbringung eigenverantwortlich ausgewählt und angebracht hat, ist für mich kein Mitverschulden Ihrerseits erkennbar.

Der Tischler muss daher für den entstandenen Schaden haften, der durch die von ihm verschuldete fehlerhafte Montage und das Daraus resultierende Herabstürzen der Schränke entstanden ist. Dies umfasst neben dem Ersatz der Schränke selbst beispielsweise die Schäden am Geschirr (aber auch anderen Küchenmöbeln, Küchenboden etc.), Behandlungskosten und Schmerzensgeld und auch entgangenen Gewinn bzw. Verdienstausfall aufgrund von Aufräumarbeiten (vgl. Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 14.09.2001 – Az. 22 U 52/01 ). Zudem schuldet Ihnen der Tischler die mangelfreie Anbringung neuer Schränke. Solange dies nicht geschieht, können Sie die Zahlung des Werklohns unter Hinweis auf die mangelhafte Montage verweigern.

Bitte beachten Sie hierbei aber die Verjährungsfrist des § 634a BGB , die ab Abnahme des Werkes läuft. Sie sollten den Tischler daher umgehend über den Mangel informieren und ihn zur Beseitigung der Schäden auffordern.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

Rückfrage vom Fragesteller 8. Juli 2011 | 01:08

Sehr geehrter Herr Wilking,

vielen Dank für Ihre hilfreiche Antwort. Verjährung ist in diesem Fall kein Thema, da die Schränke nur ca. eine Woche gehalten haben, bevor sie herunter fielen.

Ich habe noch einige kurze Rückfragen:

Sie haben Entschädigung wegen Verdienstausfall angesprochen. Ich habe an dem Tag nach dem Unfall einen Tag Urlaub genommen, um das Chaos in der Küche zu beseitigen. Kann ich hierfür "mein Monatsgehalt geteilt durch die Anzahl der Arbeitstage im Monat" vom Tischler fordern?

Wenn ich einen Anwalt hinzuziehe (wie zB auch hier auf diesem Wege), der mich bei dem weiteren Vorgang berät, kann ich dem Tischler dann dafür die Kosten in Rechnung stellen, oder müsste ich sie selber tragen (vorausgesetzt, es kommt zu keinem Gerichtsverfahren)?

Sie haben geschrieben, dass der Tischler für Ersatz und mangelfreie Montage der Schränke verantwortlich ist. Der Tischler macht in den nächsten Wochen Urlaub und wird erst in voraussichtlich drei Wochen neue Schränke montieren, so dass ich bis dahin mehrere Umzugskartons mit dem Inhalt der Schränke in der Küche stehen habe. Kann ich eine frühere Montage, ggf. durch einen anderen Tischler verlangen? Und kann ich generell verlangen, dass ein anderer Tischler die Arbeiten ausführt, da ich dem ersten nicht mehr so recht vertraue?

Die als Ersatz montierten Schränke werden voraussichtlich eine kompliziertere Aufhängung bekommen als die herunter gefallenen. Kann der Tischler die bereits erstellte Rechnung deswegen erhöhen?
Falls es relevant sein sollte: Es gibt kein schriftliches Auftragsschreiben, das den genauen Umfang seiner Leistungen bestimmt, sondern den mündlichen Auftrag, die Küche zu montieren. In der Rechnung, die ich erhalten (und noch nicht bezahlt habe), steht als erbrachte Leistung "Küche aufgestellt und montiert".

An einer anderen Wand der Küche sind ebenfalls Hängeschränke montiert, die bislang einwandfrei halten. Ich habe jetzt allerdings Bedenken, dass hier das gleiche passieren könnte. Wenn der Tischler sagt, dass bei den noch hängenden Schränken keine Nachbesserung notwendig ist, kann ich dann (auf Kosten des Tischlers) einen Gutachter hinzuziehen, der die Anbringung überprüft?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 8. Juli 2011 | 01:59

Vielen Dank für Ihre Nachfrage. Bitte haben Sie zunächst Verstandnis dafür, dass im Rahmen dieser Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes keine vollständige Schadensberechnung stattfinden kann. Daher in der gebotenen Kürze:

Wenn die Aufräumarbeiten einen ganzen Arbeitstag in Anspruch genommen haben und Sie sich hierfür unbezahlten Urlaub genommen haben, können Sie den Verdienstausfall wie vorgeschlagen berechnen.

Kosten der vorgerichtlichen Rechtsverfolgung, die eine adäquatkausale Folge der Mangelhaftigkeit des hergestellten Werkes sind, können als Mangelfolgeschäden erstattet verlangt werden, wenn die Inanspruchnahme eines Anwalts erforderlich oder zweckmäßig war, was nach den Umständen des Einzelfalles zu beurteilen ist,
OLG Düsseldorf, Urteil vom 17. Dezember 2009 - Az: I-5 U 57/09 .

Grundsätzlich müssen Sie den Tischler zunächst unter Fristsetzung zur Nachbesserung auffordern, bevor Sie den Mangel selbst beseitigen bzw. einen Dritten beauftragen. Etwas anderes gilt nur, wenn der Tischler die Nachbesserung verweigert oder dies für Sie unzumutbar ist. Dem Auftraggeber kann die Nacherfüllung durch den Auftraggeber dann unzumutbar sein, wenn der Unternehmer durch sein vorheriges Verhalten das Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit oder seine Leistungsbereitschaft erschüttert hat. Beispielsfälle für eine solche Unzumutbarkeit sind die Konstellationen, in denen die Mängel so zahlreich und gravierend sind, dass das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Unternehmers zu Recht nicht mehr besteht.
Der Tischler muss in der Regel alle Kosten der Nachbesserung übernehmen. Ist für eine ordnungsgemäße Anbringung eine teuere Konstruktion nötig, muss er diese Kosten tragen.

Die Rechnung dürfte als Beweis ausreichen, da die Aufstellung und Montage einer Küche üblicherweise auch das Anbringen der Schränke umfasst.

Die Kosten für ein vom Auftraggeber beauftragtes Gutachten über Ursache und Ausmaß der eingetretenen und noch zu erwartenden Mängel können als Mangelfolgeschaden materiellrechtlich zu ersetzen sein, wenn dies erforderlich oder zweckmäßig war, was ebenfalls nach den Umständen des Einzelfalles zu beurteilen ist.

Welche Schäden Sie konkret ersetzt bekommen könnten, kann aus der Ferne nicht abschließend beurteilt werden. Sie sollten daher überlegen, einen Anwalt vor Ort mit der Angelegenheit zu beauftragen, insbesondere wenn der Tischler die Mängelbeseitigung verweigern sollte.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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