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Von GF-Sekretärin zu Sachbearbeiterin

| 28.07.2012 15:50 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


17:25

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde vor 25 Jahren als Sekretärin für GF-A eingestellt. Ca. 16 Jahre ausschließlich für diverse GF-A tätig gewesen, weitere 9 Jahre gleichzeitig für GF-A und GF-B. Ca. 6 Monate gab es keinen GF-A, also nur für GF-B gearbeitet. Dann wurde Anfang des Jahres ein BL zu GF-A ernannt, seine BL-Sekretärin wurde somit GF-A-Sekretärin. Mir wurde diese Stelle nicht angetragen. War darum auch nicht „traurig", da es eine gewaltige Aufgabe ist, zwei GF gleichzeitig zu betreuen.

Derzeit Wechsel bei GF-B: bisheriger hat das Unternehmen verlassen, neuer ist GF-D (hat schon seit längerem eigenen Bereich im Unternehmen), der jetzt auch GF-B-Bereich mit übernimmt. GF-D hat eine eigene Sekretärin, die er wahrscheinlich auch behalten wird. Somit bin ich „überflüssig".

Mir wurde eine Stelle als Sachbearbeiterin in Abteilung XXX in Aussicht gestellt. Gehalt würde gleich bleiben. Ich empfinde dies als extreme Degradierung/Abschiebung.

Meine ehemalige Stelle als Sekretärin GF-A ist ja nicht weggefallen, sondern nur von einer anderen Person besetzt. Derzeit gibt es auch keinen GF-A; der hat das Unternehmen ebenfalls verlassen, ein neuer wird gerade gesucht. Habe ich Anspruch darauf, dass ich wieder als Sekretärin GF-A eingesetzt werde? Meine jährlichen Beurteilungen fielen immer überdurchschnittlich gut aus, auch diverse Zwischenzeugnisse (wegen Chefwechsel) beurteilen mich sehr gut. Ich habe die Befürchtung, dass ich mit meinen 51 Jahren für diese Position zu „alt" geworden bin, da die anderen Sekretärinnen alle wesentlich jünger sind.

Es handelt sich um ein mittelständisches Unternehmen mit mehr als 3.500 Beschäftigten. Betriebsrat vorhanden, wurde aber von mir noch nicht kontaktiert. Ich möchte das Unternehmen nicht verlassen. In unserer Region gibt es auch nicht so viel Auswahl (ländlicher Bereich). Mein Arbeitsvertrag lautet „… Sie übernehmen mit Wirkung vom xx.xx.1987 die Aufgabe als Sekretärin im Sekretariat der Geschäftsführung A." Allerdings ist auch folgende Klausel enthalten: „Wir behalten uns vor, Ihnen im Bedarfsfall eine andere, Ihren Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit innerhalb unserer Firma zu übertragen, wobei wir Ihre berechtigten Interessen angemessen berücksichtigen wollen.

Ich gehe davon aus, dass demnächst Fakten geschaffen werden und ein Gespräch mit dem Personalleiter ansteht. Es könnte für mich gut ausgehen und ich kann weiterhin als GF-Sekretärin arbeiten, muss aber auch damit rechnen, dass man mir die Sachbearbeiterstelle anbieten wird. Ich weiß nun nicht, wie ich mich beim Personalgespräch verhalten soll. Welche Rechte und Pflichten habe ich? Wäre es aus Ihrer Sicht unklug, die noch vorhandene GF-A-Sekretärinnen-Stelle anzusprechen? Könnte das meine Position verschlechtern? Was muss ich sonst noch beachten?

Für eine Beantwortung im Voraus besten Dank!

Mit freundlichem Gruß


28.07.2012 | 16:43

Antwort

von


(1217)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie Folgt Stellung:


1.

Da es in Ihrem Fall um eine Versetzung von der Position der Sekretärin der Geschäftsführung zur Sachbearbeiterin geht, stellt sich in arbeitsrechtlicher Hinsicht die Frage, ob diese Versetzung noch vom Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt ist oder ob eine solche Versetzung das Direktionsrecht überschreitet.

Ob die Übertragung der Sachbearbeitertätigkeit im konkreten Fall zulässig ist, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Hervorzuheben sind der Arbeitsvertrag sowie die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit.

Ihr Arbeitsvertrag scheint dem Arbeitgeber die Möglichkeit einzuräumen, Sie auch in einer anderen Position einzusetzen („Wir behalten uns vor, Ihnen im Bedarfsfall eine andere, Ihren Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit innerhalb unserer Firma zu übertragen, wobei wir Ihre berechtigten Interessen angemessen berücksichtigen wollen."). Dem steht aber meiner Auffassung nach entgegen, daß Sie 25 Jahre als Sekretärin eines Geschäftsführers gearbeitet haben.

Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Übertragung "geringwertiger" Arbeit nicht vom Direktionsrecht gedeckt ist, selbst bei gleicher Bezahlung.


2.

Vor diesem Hintergrund sind Ihre Rechte zu prüfen.

Geht man davon aus, daß es sich bei der Sachbearbeitertätigkeit objektiv um eine Arbeit handelt, die vom Wert her gesehen unter Ihrer bisherigen Tätigkeit angesiedelt ist, wäre die Versetzung in eine Sachbearbeiterposition nicht zulässig. Zu beachten ist allerdings, daß es nicht auf Ihren subjektiven Eindruck ankommt, sondern auf objektive Kriterien. Die Tätigkeit eines Sachbearbeiters ist ja nicht zwangsläufig "geringwertiger" anzusehen, als die Tätigkeit einer Sekretärin. Auch ist der Begriff "Sachbearbeiter" sehr weitgehend, so daß man prüfen müßte, welche Sachbearbeiterposition Ihnen angeboten wird.

D. h. ohne nähere Kenntnis der angebotenen Stelle kann man nicht beurteilen, ob Ihre mögliche Versetzung einer rechtlichen Überprüfung standhält.


3.

In einem Gespräch sollten Sie durchaus ansprechen, daß Sie der Auffassung seien, aufgrund Ihrer langjährigen Tätigkeit als Geschäftsführersekretärin ein Recht erworben zu haben, in dieser Position weiterhin für den Betrieb zu arbeiten. Im Übrigen gäbe es keine betrieblich bedingte Situation, die Ihre Versetzung zwingend erforderlich mache. Hier können Sie die Position der Sekretärin des Geschäftsführers A ansprechen. Daß sich hierdurch Ihre Verhandlungsposition verschlechtere, ist anhand der Sachverhaltsschilderung nicht zu erkennen.

Spricht man Ihren Arbeitsvertrag an, können Sie entgegenhalten, daß das Ermessen des Arbeitgebers durch Ihre 25-jährige Tätigkeit als Geschäftsführersekretärin eingeschränkt sei, da Sie hierdurch einen Anspruch auf Ihre jetzige Position erworben hätten. Das ist gewohnheitsrechtlich, aber insbesondere aus dem Gesichtspunkt betrieblicher Übung möglich.


4.

Schließlich sollten Sie noch erwägen, den Betriebsrat einzuschalten, da die Versetzung dessen Zustimmung bedarf.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 28.07.2012 | 17:15

Sehr geehrter Rechtsanwalt Raab,

die Firma könnte mir ja auch eine Änderungskündigung aussprechen. Dann bliebe mir ja nur, rechtlich dagegen vorzugehen, oder? Ein Rechtsstreit mit der Firma würde mir aber nichts bringen. Dann wäre mein Arbeitsverhältnis dort endgültig zerrüttet.

Den Betriebsrat hatte ich bisher noch nicht eingeschaltet, weil alles vertraulich war.

Sollte ich jetzt den Betriebsrat schon vor dem Personalgespräch informieren bzw. mit einbinden?

Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.07.2012 | 17:25

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Sollte der Betrieb eine Änderungskündigung aussprechen, müßten Sie sich dagegen mit der Kündigungsschutzklage zur Wehr setzen, sofern Sie mit der Änderung nicht einverstanden sein sollten. Da bei der Änderungskündigung im Rahmen der Kündigungsschutzklage einige Besonderheiten zu beachten sind, empfehle ich Ihnen dringend, in diesem Fall einen Rechtsanwalt vor Ort einzuschalten.

Ob und inwieweit eine Klage sinnvoll ist, wäre im Hinblick auf die angesprochene Zerrüttung des Arbeitsverhältnis dann im Detail auszuloten und zu erörtern.


2.

An Ihrer Stelle würde ich, bevor Sie den Betriebsrat einschalten, das Gespräch mit der Personalabteilung abwarten. Vom Ergebnis dieses Gesprächs wird Ihr weiteres Vorgehen abhängen.

Vielleicht erledigt sich der Fall von selbst, wenn es Ihnen gelingt, die Entscheidungsträger davon zu überzeugen, daß für Sie nur eine Tätigkeit als Sekretärin eines Geschäftsführers in Frage kommt.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 28.07.2012 | 17:41

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