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Vom Kind falsch deponierte und anschliessend ´gestohlene´ Perserteppiche

22.07.2014 22:54 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Ich hatte 2 Teppiche (Laut Besitzerin angeblich 100 Jahre alt , Preis vor ca 25 Jahren von Privat ohne Nachweis 5000/6000 DM) von einer alten Dame aus Gefälligkeit zuhause in der Wohnung deponiert, um sie gegebenenfalls in eine spezielle Bio-Reinigung zu bringen und anschließend in Ihr neues Zuhause, ein Altenstift.
Mein Sohn(15 zur "Tatzeit") war , den kommenden Sperrmüll bemerkend, fleißig und räumte nebst dafür gedachtem Müll in meiner Abwesenheit auch die 2 alten Teppiche (die nicht in Bestform waren) ungefragt an die Straße, wo sie noch vor meiner Rückkehr wohl minutenschnell von den typischen Sperrmüllsammlern entfernt wurden.
Suche nach meinem Eintreffen war erfolglos, Polizei machtlos.
Versicherung zahlte nicht weil
-Kind, gerade zu mir gezogen und noch nicht mitversichert, vornehmlich aber weil
- die Teppiche nicht richtig gestohlen und auch nicht zerstört wurden, sondern verlegt und dann entfernt.

Frage jetzt- Bin ich nun persönlich haftbar? ( Das Wort der Dame , die leider psychisch SEHR schwierig ist ist nun der einzige Hinweis auf Wert, Alter, Herkunft der Stücke, es gibt keinerlei Unterlagen) . Folglich wäre es wohl auch für einen möglicherweise von Ihr eingebrachten Anwalt äußerst schwierig eine Forderung zu stellen, erst zu formulieren...Zahlungswilligkeit habe ich mit bisher gezahlten 300 € erstmal bewiesen,bin jetzt allerdings mehrfach darauf hingewiesen worden, dass ich das gar nicht müßte .Unnötig zu erwähnen dass ich als alleinerziehender Vater deutlich verschuldet bin und daher auch nicht einfach mal ne teure Brücke ersetzen kann.
(Was ich hier allerdings nicht wie Andere jammervoll zum Preisdrücken anbringen möchte-wenn 40 € zuwenig sind, bitte Erhöhung anfragen ;-)

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Sehr geehrter Fragesteller,

die Rechtslage ist recht kompliziert, ich versuche sie aber so einfach wie möglich darzustellen:

Zunächst einmal waren Sie selbst ja gar nicht derjenige der den Fehler gemacht hat die Teppiche zum Sperrmüll zu legen, sondern Ihr Sohn. Eine Haftung von Ihnen selbst kommt aber überhaupt nur infrage, wenn Ihnen selbst eine Pflichtverletzung vorwerfbar ist. Hier kommt zunächst eine Haftung wegen einer Aufsichtspflichtverletzung nach § 832 I BGB in Betracht. Hierbei ist zu beachten, dass das Maß der erforderlichen Aufsicht sich nach Alter, Eigenart und Charakter des zu Beaufsichtigenden bestimmt. Wenn Ihr Sohn nicht in mehreren anderen Fällen leichtfertig mit dem Eigentum anderer umgegangen ist oder sich ähnliche Fälle bereits abgespielt haben, ohne dass Sie anschließend versucht haben für Abhilfe durch Gespräche, Ermahnungen, etc. zu sorgen, sehe ich hier gute Chancen den Beweis zu erbringen, dass Sie Ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, insbesondere, wenn man bedenkt, dass Ihr Sohn mit 15 Jahren doch schon recht alt ist und generell nicht mehr die Aufsicht, wie etwa ein 10jähriger benötigt. Zudem kommt Ihnen das Haftungsprivileg nach § 690 BGB (zumindest in entsprechender Anwendung) zugute, nachdem Sie nur diejenige Sorgfalt anwenden müssen welche Sie auch in eigenen Angelegenheiten an den Tag legen.

Zudem haften Sie selbst auch nur wegen einer möglichen Aufsichtspflichtverletzung, wenn Ihr Sohn selbst eine rechtswidrige und schuldhafte Rechtsgutsverletzung begangen hat. In diesem Fall würde er aber wahrscheinlich auch selbst haften, da er wohl die nach § 828 Abs. 3 BGB erforderliche Einsichtsfähigkeit hatte. Ob eine rechtswidrige Rechtsgutsverletzung Ihres Sohnes vorliegt ist hier nicht vollständig zu klären, es kommt dabei maßgeblich darauf an ob Ihr Sohn nach den äußeren Umständen annehmen durfte, dass die Teppiche in Ihrem Eigentum stehen und zum Sperrmüll gehören. Meines Erachtens ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass er dies nicht durfte recht hoch, da ihn bei Unklarheiten zumindest die Pflicht getroffen hätte fragen zu müssen was zum Sperrmüll gehört und was nicht. Auch wenn Sie selbst wohl nicht haften, wäre eine Haftung Ihres Sohnes hier wohl gegeben.

Neben der Frage der grundsätzlichen Haftung stellt sich hier auch die der Höhe des Schadens. Hier teile ich Ihre Ansicht, dass es der Dame ohne entsprechende Nachweise kaum gelingen wird den Wert der Teppiche nachzuweisen. Aber auch dies ist letztlich nicht unmöglich, da aufgrund von Aussagen von Zeugen, die nähere Angaben zu den Teppichen machen können, eventuell ein Sachverständiger ein entsprechendes Wertgutachten erstellen könnte. Ich würde jedenfalls versuchen eine einvernehmliche Lösung mit der Dame zu finden, da hier für alle Seiten erhebliche rechtliche Risiken in einem möglichen Prozess auftreten würden und, wie beschrieben, auch eine Haftung Ihres Sohnes in Betracht kommt.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


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