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Vom Arbeitgeber ausgenutzt und hintergangen! Jetzt wollen sie mich los werden.

19.08.2008 11:17 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo,

mein momentaner Arbeitgeber macht mir Schwierigkeiten und ich weiß nicht ob alles rechtens abläuft, deshalb brauche ich Ihren Rat!

Folgendes hat sich ereignet:

Ich bin 26 Jahre alt, weiblich und arbeite seit 5 Jahren bei einem Catering/Betriebsrestaurant. Vier Jahre lang war ich als Betriebsleiter-Assistentin tätig und seit Sept. 2007 habe ich eine neue Position als Objektleiterin eines Betriebsrestaurants angenommen. Voller Ehrgeiz, Engagement und Freude arbeitete ich nahezu pausenlos und machte meinen Beruf zum hauptsächlichen Inhalt meines Lebens.

Jedoch kamen immer mehr Probleme auf. Ich wurde nicht akzeptiert als junge Führungskraft und es wurde gegen mich gearbeitet, hinzu kam der Personalmangel, falsches Personal wurde eingestellt, ein häufiger Wechsel fand statt. Unzufriedenheit durch Misserfolge und ständige Frustration machten sich breit, hinzu kam die körperliche Überlastung durch Personalausfall oder Urlaubsvertretung.
Ich verdrängte die Misserfolge und sah positiv in die Zukunft. Ich wollt nie aufgeben, doch dann gab mein Körper mich auf.

Nach neun Monaten ohne Urlaub, vielen Überstunden (auch Samstags) kam Ende Mai die Erschöpfung. Ich hatte am 19.05.08 einen schweren Nervenzusammenbruch und war weder in der Lage am Arbeitsplatz, noch meiner Familie bescheid zu geben. Alle machten sich Sorgen, was mir bis jetzt noch sehr leid tut. Ich wünschte es wäre nie so weit gekommen. Ich habe mich erst am nächsten Tag bei meiner Chefin gemeldet und Ihr mitgeteilt das ich bis Ende der Woche krank geschrieben bin.

Am 26.05.08 wurde ich von meiner Chefin zu einem Gespräch eingeladen. Sie teilte mir mit, das mir ab sofort die Leitung in meinem neuen Betrieb entzogen wird. Als Vertretung wurde der Koch wieder zurück geholt, der die ganze Zeit gegen mich gearbeitet hat und den ich 2 Wochen davor erst rausgeschmissen habe, da er mir sonst den Betrieb zu Grunde gerichtet hätte.
Nachdem mir meine Chefin dreimal lautstark ins Gesicht sagte, das irgendetwas nicht mit mir stimmt wurde ich erst mal für 1 Woche in Urlaub geschickt.
Ich war total schockiert, völlig am Ende und wusste nicht wie es für mich weitergehen soll. Ich konnte einfach nicht begreifen was da überhaupt passiert ist, ich machte mir schreckliche Vorwürfe und wurde depressiv. Ich war 2 Monate in ärztlicher und psychologischer Behandlung und war bis zum 31.07.08 krank geschrieben.

In einem Brief habe ich meiner Firma mitgeteilt, das ich ab dem 01.08.08 wieder einsatz- und arbeitsfähig bin. Nachdem ich keine Antwort bekam, rief ich am 31.07.08 meine Chefin an und erkundigte mich wo mein nächster Einsatzort sein wird. Sie antwortete mir das sie mich momentan nirgend wo einsetzen können. Darauf sagte ich ihr, das ich gerne in der Zwischenzeit meine reichlich angesammelten Überstunden abfeiern würde, bis ein entsprechender Einsatzort feststeht. Ganz schockiert antwortete sie mir: Was für Überstunden? Ich musste ihr eine Liste mit allen angefallenen Überstunden zusammenstellen.
Momentan wurde ich in Urlaub geschickt.

Am 01.08.08 erhielt ich einen Brief von meinem Arbeitgeber, dass ich am 07.08.08 für ein Gespräch in die Niederlassung kommen soll.
Bei dem Gespräch wurde mir noch einmal klar gemacht, dass ich in Zukunft nicht mehr als Objektleiterin beschäftigt sein werde.
Mir wurden Positionen als Betriebsleiter-Assistentin, Kassiererin, Serviererin usw. angeboten, alle jedoch außerhalb meines neuen Wohnortes. Also müsste ich wieder umziehen, da es im Großraum München momentan und auch in Zukunft keine freien Stellen geben wird, wurde mir gesagt. Oder ich müsste täglich 3 Std. pendeln, um diese Orte zu erreichen.
Die Berufsbezeichnung „Objektleiterin“ wurde mir ebenfalls genommen und beim nächsten Treffen wird eine Personalveränderungsmeldung mit der neuen Bezeichnung meiner Position und natürlich niedrigerem Gehalt gemacht.
Ich soll mir bis zum nächsten mal überlegen was ich weiterhin machen will.
Wenn wir uns beim nächsten Gespräch nicht einigen können, müssen wir wohl über eine Kündigung sprechen, da Sie mich nicht vermitteln können, wurde mir gesagt bzw. angedroht.

Am 01.09.08 soll ich wieder zu einem Gespräch kommen, bis dahin wurde ich wieder in Urlaub geschickt.

Ich habe von meiner ehemaligen Mitarbeiterin erfahren, dass die Überstundenlisten entfernt und beseitigt wurden. Wir haben keine Stempelkarten, die Überstunden werden handschriftlich erfasst. Jetzt bin ich besorgt, das mir meine 37 Tage Überstunden, die sich in den Jahren angesammelt haben, nicht genehmigt werden.
Außerdem teilte sie mir mit, das der Koch erwähnt hat, das die Firma nicht weiß, wie sie mich loswerden soll!

Zum Schluss muss ich noch erwähnen, das ich momentan keinen Arbeitsvertrag habe wo ich z. B. nachschauen könnte was mir zusteht und was nicht.
Ich war 1 Jahr lang Berufspraktikantin (Praktikantenvertrag) und dann bekam ich drei mal einen befristeten Vertrag (jeweils für ein Jahr). Anschließend wurde ich versetzt und bekam nur die Gehaltserhöhungen, mit neuer Berufsbezeichnung und die Versetzungsmeldung auf einem Blatt Papier. Ich bin zwar bei der Firma fest angestellt, bekomme aber erst nach einem Jahr einen richtigen Arbeitsvertrag wurde mir gesagt (das ist so üblich!?, wurde mir gesagt).

Nun meine Fragen an Sie:

- Darf ich einfach so zurück gestuft werden, obwohl ich fest angestellt bin, obwohl nichts weiteres außer der Arbeitsunfähigkeit vorgefallen ist?
- Muss ich eine andere Stelle annehmen oder kann ich mich weigern? Muss ich dann mit einer Kündigung rechnen?
- Wie würden die Chancen vor Gericht für mich stehen, wenn ich mich weigere einen neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben und darauf bestehe auch weiterhin als Objektleiterin tätig zu sein?

Ich hoffe sie können mir helfen! Mir wäre wichtig von einem Experten zu hören, was er dazu zu sagen hat. In diesem Falle Sie.

Vielen Dank schon mal im Voraus!

Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Allein aufgrund der Krankheit ist eine Zurückstufung nicht möglich.
Entscheidend ist, ob dies vom Weisungsrecht des Arbeitgebers umfasst ist. In Ihrem Fall ist die Beurteilung aber schwierig, da Sie haben keinen schriftlichen Arbeitsvertrag haben.
Zunächst ist festzustellen, dass Sie in dem Betrieb unbefristet beschäftigt sind. Da Sie ein Schreiben haben, indem Sie als Objektleiterin bezeichnet wurden, spricht einiges dafür, dass Ihr vertraglich festgelegtes Tätigkeitsfeld das einer Objektleiterin ist. Dies gilt auch für das höhere Gehalt. Damit endet aber die Weisungsbefugnis des Arbeitgebers, wenn Sie nicht mehr als Objektleiterin tätig sein sollen. Denn das wäre dann eine einseitige Vertragsänderung. Diese ist aber nicht möglich. Eine Zurückstufung wäre dann allenfalls durch eine sogenannte Änderungskündigung möglich. Es kommt nicht darauf an, dass Sie keine schriftlich voll ausformulierte Vertragsurkunde haben. Gegen eine Änderungskündigung müssen Sie – genau wie gegen jede andere Kündigung – innerhalb von drei Wochen nach Zustellung gerichtlich vorgehen.

Das gleiche gilt für eine Versetzung an einen anderen Ort.
Ist im Arbeitsvertrag geregelt, dass Sie auch an anderen Standorten des Betriebs eingesetzt werden können, so ist eine Versetzung dorthin vom Arbeitsvertrag umfasst. Ist dies aber nicht der Fall, so müssen Sie keiner anderen Beschäftigung nachgehen, die nicht an Ihrem bisherigen Beschäftigungsort liegt. Da Sie keinen schriftlich ausformulierten Arbeitsvertrag haben, muss der Arbeitsvertrag wieder ausgelegt werden. In den meisten Fällen wird ein Arbeitsvertrag nur für einen Standort abgeschlossen. Ein Weisungsrecht des Arbeitgebers bezüglich einer Veränderung des Beschäftigungsortes ist nur in Ausnahmefällen üblich. Dies gilt besonders dann, wenn der andere Beschäftigungsort weit entfernt ist. Da wiederum einiges gegen ein Weisungsrecht des Arbeitgebers spricht, ist eine Versetzung an einen anderen Beschäftigungsort nur durch eine Änderungskündigung möglich.


Bezüglich der Überstunden ist zu sagen, dass die Behandlung dieser im Arbeitsvertrag geregelt wird. Da jedoch kein schriftlicher Arbeitsvertrag vorliegt, muss die übliche vorgehensweise in Ihrem Betrieb herangezogen werden. Gängige Möglichkeiten sind die Bezahlung der Überstunden, oder das Abfeiern. Den Nachweiß, dass Sie Überstunden gemacht haben, und dies auch betrieblich veranlasst war, müssen Sie bringen.

Die Chancen vor Gericht sind schwer einzuschätzen.
Wie ausgeführt kommt es auf eine Auslegung des Vertrags an. Da jedoch einiges für Sie spricht, erscheint ein Erfolg vor Gericht denkbar.

Abschließend rate ich Ihnen dringend, einen Anwalt aufzusuchen, der sich umfassender mit Ihrem Fall beschäftigen kann, als es hier möglich ist. Gerne stehe ich hierfür zur Verfügung. Des weitern sollten Sie keinerlei Schriftstücke oder Erklärungen unterzeichnen, bevor diese nicht von einem Anwalt geprüft wurden.


Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

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