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Vom Anwalt beauftragte Detektei macht Fehler

09.01.2015 20:35 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt!

Im Dezember setzte ich mich mit einem Anwalt in Verbindung, um die Durchsetzbarkeit von relativ hohen finanziellen Ansprüchen gegen Herrn D. abklären zu lassen. Der Anwalt beauftragte im Vorfeld (mit meiner Einwilligung, jedoch noch OHNE Mandat) eine Wirtschaftsdetektei mit der Prüfung der Liquidität des Herrn D.

Die Detektei gab u.a. folgende Auskunft:
"Die angefragte Person ist nach unseren Recherchen an obiger Adresse [in Deutschland] ansässig."
"Nach befragten Nachbarn und uns weiteren zugänglichen Stellen sind die derzeitlichen beruflichen Verhältnisse nicht bekannt."
"Einträge in der Schuldnerkartei liegen nicht vor. Ein Insolvenzverfahren liegt nicht vor. Inkasso-Forderungen wurden bisher nicht benannt."

Wegen drohender Verjährung gab ich dem Anwalt daraufhin ein Mandat zur Beantragung eines Mahnbescheids gegen Herrn D.
In einer Mail, die mir der Anwalt knapp 2 Stunden nach meiner Übermittlung der Vollmacht zukommen ließ, bestätigte er mir auf meine Nachfrage hin noch einmal:
"Im Übrigen war die Anschrift des Herrn XXXXX [in Deutschland] bereits verifiziert. Sollte er zwischenzeitlich umziehen, wird [der Mahnbescheid] selbstverständlich an die neue Anschrift zugestellt."

Vorgestern bekam ich die Mitteilung des Anwalts der Gegenseite mit folgender Information:
"Herr D. ist nach England umgezogen. Am 06.05.2014 wurde dort das Insolvenzverfahren über sein Vermögen eröffnet."

Heute bekam ich die Anwaltsrechnung, die sich auf knapp 3000 Euro beläuft.

Meine Argumentation ist nun, dass ich dem Anwalt möglicherweise kein Mandat gegeben hätte, wenn die von ihm beauftragte Detektei korrekt recherchiert hätte, dass Herr XXXXX seit geraumer Zeit in England ansässig ist; meine Vorgehensweise wäre auf jeden Fall anders verlaufen. Wer haftet für die durch die grobe Fehlinformation entstandenen Mehrkosten? Kann ich dem Anwalt seine Forderung kürzen?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen im Rahmen der von Ihnen gebuchten Erstberatung wie folgt beantworten:

Die eigentliche Rechtsanwaltsvergütung - soweit dort also keine gesonderten Kosten für die Detektei ausgewiesen sind - können Sie vorliegend leider nicht kürzen, da die entsprechenden gesetzlichen Anwaltsgebühren durch die Beantragung des Mahnbescheides durch den Kollegen entstanden und insoweit nicht kürzungsfähig sind.

Grundsätzlich ist es nicht die Aufgabe des Anwalts, Anschriften von Schuldnern zu recherchieren oder sich im Vorfeld nach Eintragungen im Schuldnerverzeichnis zu erkundigen oder die Liquidität eines Schuldners zu überprüfen. Es ist die Aufgabe des Mandanten, diese Informationen bereitzustellen, wobei der Anwalt sich hierbei grundsätzlich auf die entsprechenden Angaben des Mandanten verlassen darf.

Wenn, wie hier, im Vorfeld vorsorglich diese Dinge besprochen wurden und angeregt wurde, zunächst im Kosteninteresse eine Detektei mit der Informationsbeschaffung zu beauftragen, so wurde dieser Auftrag an die Detektei nicht im Interesse des Anwalts, sondern in Ihrem Interesse erteilt. Dementsprechend haftet nicht der Anwalt für eine eventuelle Schlechtleistung der Detektei.

Sollte zudem die Verjährung der Ansprüche gegen Herrn D. gedroht haben, so war es sogar die Pflicht des Anwalts, verjährungsunterbrechende Maßnahmen (hier durch den Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides gegen Herrn D.) einzuleiten.

Wenn sich im Nachhinein, also nach Beantragung des Mahnbescheides und nach Ablauf der Verjährungsfrist, herausstellt, dass die von der Detektei recherchierten Adress- und/oder Liquiditätsdaten unzutreffend waren und die Detektei hieran ein Verschulden trifft, so sind eventuelle Schadensersatzansprüche daher an die Detektei und nicht an den Anwalt zu richten.

Überprüfen Sie daher bitte die Ihnen zugeleitete Anwaltsrechnung daraufhin, ob dort die Kosten für die Detektei enthalten sind, also der Anwalt die Kosten zunächst verauslagt und Ihnen jetzt in Rechnung gestellt hat.

Hinsichtlich der Detekteikosten hätten Sie eine Kürzungsmöglichkeit. Mehrkosten dürften Ihnen jedoch nur entstanden sein, wenn das Verfahren aufgrund der jetzt bekannt gewordenen Umstände nicht weitergeführt werden könnte. Hierzu bedarf es weiterer Sachverhaltsaufklärung, auch zu der Frage, wie es zu der Fehlinformation über die Anschrift des Herrn D. sowie dessen Vermögensverhältnisse gekommen ist.

Schadensersatzansprüche bzw. Ansprüche auf Abzüge von der Rechnung bestehen demnach ausschließlich gegenüber der Detektei. Die Rechtsanwaltsgebühren dagegen sind in vollem Umfang entstanden und vorliegend nicht kürzungsfähig.


Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Überblick zu der angefragten Problematik verschafft und Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben. Für das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich.

Bei Unklarheiten in der Beantwortung können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Dies gilt jedoch nicht für neue oder nun neu aufgetretene Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

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