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Vollstreckungsbescheid nie erhalten


25.11.2016 09:46 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork



Folgendes Problem liegt bei mir vor.

Ich habe vor ca 9 Jahren gemeinsam mit meiner Mutter in Kaufbeuren gewohnt und dort einen Telefonanschluss auf meinen Namen bei 1&1 gehabt. Als ich dort ausgezogen bin, ist meine Mutter dort wohnen geblieben und ich habe ihr den Anschluss überlassen. Soweit war das auch in Ordnung.
Vor ca einem Jahr ist meine Mutter dann auch dort weggezogen und wollte den Anschluss telefonisch kündigen. Am Telefon bot man ihr dann an, sie solle den Anschluss doch zur neuen Adresse übertragen (leider alles auch ohne mein Wissen - ich dachte der Anschluss sei gekündigt).
Sie hatte bei ihrer alten Adresse einen Nachsendeantrag gestellt und hatte den neuen Router etc zur neuen Adresse bestellt, hat dann nur leider nie die Anschlussgebühr bezahlt und auch den Router nie zurück geschickt. Man muss dazu sagen, meine Mutter und Ich haben sehr wenig Kontakt, so habe ich davon leider keine Kenntniss gehabt.
Jedenfalls habe ich mich zufällig letzten Sonntag online bei "meine Schufa.de" angemeldet und bin aus allen Wolken gefallen, als ich 3 negative Einträge vom Bayerischen Inkassodienst vorfand.
Am Montag rief ich dann sowohl beim Inkassodienst an - sie teilten mir mit, dass es um 3 Vollstreckungsbescheide geht (17.02.16, 22.03.16 & 19.07.16) -> diese habe ich nur leider nie erhalten und sie gingen wohl auch an eine Adresse, an der ich vor 11 Jahren gemeldet war. Die Rechnungen zuvor gingen auch an die neue Adresse meiner Mutter - auch hier war ich nie gemeldet und hatte nie einen Nachsendeantrag dorthin.
Das Merkwürdige: Meine Richtige Adresse wurde dann vom BID in meiner Schufa wieder auf diese Uraltadresse umgeschrieben. Auch die Adresse meiner Mutter, wo ich noch nie gewohnt habe, ist in meiner Schufa vorzufinden. Zunächst habe ich meine Adresse bei der Schufa aktualisieren lassen, indem ich meine Meldebescheinigung und eine Kopie meines PErsonalausweises hingeschickt habe.
Ich habe mir dann die Schreiben vom Bayerischen Inkassodienst zur Kenntnisnahme zuschicken lassen und habe diese heute erhalten. Es geht insgesamt wohl um ca 1700.- Forderung - hierin enthalten sind aber auch Gerichtsvollzieherkosten und Adressermitlung Dateien etc - das verwundert mich alles sehr, denn ich hätte natürlich sofort reagiert, wenn ich von den Forderungen gewusst hätte. Ich soll nun Teilzahlungsangebot/Schuldanerkenntnis unterschreiben. Mir geht es vor Allem um die Frage, wie ich meine Schufa bereinigen kann. Mein Mann und Ich hatten eigentlich vor über Kurz oder Lang evtl ein Haus zu finanzieren und dafür ist eine ordentliche Schufa natürlich unerlässlich.
Die Kanzlei Hörnlein & Feyler ist nun zuständig und ich weiß nicht so genau wie ich mich nun am sinnvollsten verhalte. Meiner Mutter tut das zwar nun alles sehr leid und sie möchte auch gerne ratierlich dafür aufkommen, aber das Schufa Problem habe ich so ja leider nicht gelöst

Wie schätzen Sie meine Chancen ein? Können Sie mir weiterhelfen?

Mit freundlichen Grüßen
Frage 1:
"Wie schätzen Sie meine Chancen ein?"


Ihre Chancen dürften nach Ihrer Schilderung als durchaus gut zu bewerten sein.

Zwar haben Sie grob fahrlässig gehandelt, indem Sie Ihren Anschluss nicht abmeldeten, sondern einfach Ihrer Mutter überließen, aber Sie können belegen, dass die Vollstreckungsbescheide sämtlich falsch adressiert waren und Ihnen nicht zugegangen sind.

Insofern sollten Sie rein vorsorglich Einspruch gegen die Vollstreckungsbescheide unter Schilderung des konkreten Sachverhalts erheben und hilfsweise Wiedereinsetzug in den vorherigen Stand beantragen. Auf diesem Wege schaffen Sie wenigstens die Vollstreckungsbescheide aus der Welt, die auch Grundlage für den Eintrag in der Schufa sind.

Mit dem Unternehmen müssten Sie zeitgleich klären wie mit der offenen Forderung umzugehen ist. Hier stehen Sie grundsätzlich in der Haftung, da Sie das Vertragsverhältnis nicht ordnungsgemäß beendet haben. Hier wird es sich vorbehaltlich einer konkreten Vertragsprüfung zunächst empfehlen, die offene Hauptforderung zu begleichen.

Aufgrund der Vergrößerung des Schadens durch das Nichtaufklären des Sachverhalts durch Ihre Mutter sowie der weiteren Nutzung Ihres Vertrags dürften Sie hier Ansprüche gegen Ihre Mutter haben, die auf Ausgleich des angerichteten Schadens gerichtet sind.

Die Schufaeinträge wären sodann auch zu löschen, da die Einträge nicht ordnungsgemäß zustande kamen.

Sinnvollerweise lassen Sie sich dabei von einem Anwalt vor Ort unterstützen, der den Sachverhalt in Ihrem Sinne mit dem Gericht, dem Gläubiger und der Schufa abklärt.



Mit freundlichen Grüßen

Raphael Fork
-Rechtsanwalt-


Nachfrage vom Fragesteller 25.11.2016 | 11:26

Vielen Dank schon mal für Ihre Nachricht. Ich habe bislang leider noch keinen Rechtsanwalt gefunden, der mich unterstützen möchte. Mal angenommen ich möchte selbst Widerspruch einlegen....mir liegt der Bescheid ja leider bis heute nicht vor - ich kenne nur aus dem Schreiben der Rechtsanwälte das AZ und welches AG zuständig ist. An wen adressiere ich dann den Widerspruch oder macht ein Anruf beim AG sinn? Mir fehlt gerade ein bisschen der Plan wo genau ich anfangen soll. Gibt es irgendwo einen Vordruck oder geht das formlos?

Vielen Dank und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2016 | 12:43

Nachfrage 1:
"ich kenne nur aus dem Schreiben der Rechtsanwälte das AZ und welches AG zuständig ist. An wen adressiere ich dann den Widerspruch oder macht ein Anruf beim AG sinn?"



Das machen Sie schriftlich und nachweisbar bei dem Gericht, welches den Vollstreckungsbescheid erlassen hat.

Ein Anruf unter Angabe des Aktenzeichen kann Ihnen beim Herausfinden der Anschrift des Gerichts hilfreich sein, den Rest sollten Sie schriftlich erledigen.

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