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Vollstreckungsbescheid: Firma ist in Insolvenz

25.11.2010 08:16 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Lausch


Habe 2008 einen Vollstreckungsbescheid gegen eine GmbH erwirkt.
Laut Amtsgericht ging die Fa. im Dez 2009 Insolvent. Zitat: "...wurde die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Gesellschaft mangels einer den Kosten des Verfahrens entsprechenden Masse abgewiesen. Die Gesellschaft ist hierdurch aufgelöst"
Welche Möglichkeiten gibt es noch, eine Forderung von damals ca. 2000€ einzufordern?
Es ist jedoch nicht sicher ob sich der Hauptgesellschafter noch in Deutschland befindet.

Sehr geehrter Fragesteller,

mit Auflösung der Gesellschaft ist der Ihnen vorliegende Vollstreckungstreckungstitel gegenstandslos.

Zu prüfen wäre, ob im Wege der sog. Durchgriffshaftung die Gesellschafter persönlich in Anspruch genommen werden können.

Die Durchgriffshaftung ist jedoch nur in Ausnahmefällen, z.B. einer vorsätzlichen, sittenwidrigen Schädigung zu begründen, ansonsten würde die nach GmbH-Gesetz gewollte Haftungsbeschränkung aufgehoben. Ansprüche im Wege der Durchgriffshaftung sind daher in der Praxis nur schwer durchsetzbar.

Sollten Sie jedoch Anhaltspunkte für eine mißbräuchliche Nutzung der GmbH sehen, sollten Sie durch einen Rechtsanwalt vor Ort die Voraussetzungen der Durchgriffshaftung prüfen lassen. Sie müssten dann gegen einen oder mehrere Gesellschafter einen neuen Titel (Vollstreckungsbescheid oder Urteil) erwirken. Hierfür wird es erforderlich sein, den Aufenthaltsort zu ermitteln.

Angesichts der engen Voraussetzung für eine Gesellschafterhaftung und dem mit einem weiteren gerichtlichen Verfahren verbundenen Kostenrisiko ist zu befürchten, dass Sie die Forderung abschreiben müssen.

Mit freundlichen Grüßen
Lausch
- Rechtsanwältin -





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