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Vollstreckung in Brasilien


| 17.03.2005 09:45 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Ich besitze mehrere Vollstreckungstitel gegen einen Schuldner (Deutscher), der in Brasilien lebt und allem Anschein nach dort über größere Vermögenswerte verfügt (Immobilien, Bankkonten, Barvermögen). Gibt es eine Möglichkeit, mittels meiner (deutschen) Vollstreckungstitel in dieses Vermögen zu pfänden? Wenn ja, wie muss ich vorgehen bzw. an wen muss ich mich wenden und welche Pfändungsversuche wären wohl erfolgreich? Der Schuldner hat meines Wissens in Brasilien seinen einzigen Wohnsitz, definitiv existiert kein Wohnsitz in Deutschland.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Sehr geehrter Ratsuchender,

es ist möglich, in Brasilien einen bestehenden Titel zu vollstrecken. Dieses hat bereits 1954 das LG Bonn (MDR 55, 617) festgestellt. Ob es allerdings von Erfolg gekrönt sein wird, ist fraglich.

Sie sollten sich dafür aber einen in Brasilien tätigen Rechtsanwalt in Verbindung setzen um vor allem die Kostenfrage VORHER abzuklären, wobei Ihnen die

Brasilianische Botschaft in Berlin
Wallstraße 57

10179 Berlin

mit einer Liste deutschsprachiger Kollegen gerne weiterhelfen wird. Wir dürfen und wollen in diesem Forum Namen nicht weitergeben.

Sie müssen dabei aber bedenken, dass die Auskunftsbereitschaft möglicher Drittschuldner (Banken) in Brasilien nicht so ist, wie in Deutschland, da Sie dort den Drittschuldner zur Auskunft nicht zwingen können. Das alles sollte mit dem Kollegen vor Ort geklärt werden (wenn die Forderung denn so hoch ist).



Aber vielleicht haben Sie noch eine viel bessere Möglichkeit, an Ihr Geld zu kommen:

So wie ich Sie verstanden habe, war der Schuldner in Deutschland beruflich tätig. Dann jedoch wird er sicherlich auch Rentenanwartschaften bei der zuständigen (ehem. Wohnort des Schuldners) LVA/BFA erzielt haben, wobei diese Rentenanwartschaften PFÄNDBAR sind.

Auch insoweit sollten Sie sich einmal die weitere Vorgehensweise überlegen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 17.03.2005 | 11:15

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

zunächst vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. Die Pfändung der Rentenanwartschaften ist ein guter Tip, befriedigt meine Forderungen aber nur marginal, da der Schuldner nur äußerst sporadisch erwerbstätig war und kaum Anwartschaften entstanden sind. Meine Forderungen gegen ihn sind hauptsächlich entstanden aus notleidenden Verträgen, einer Bürgschaftsverpflichtung und Kindesunterhalt und haben mittlerweile einen sechsstelligen Eurobetrag erreicht, der mich in den finanziellen Ruin treibt. Er hat offensichtlich alles Geld nach Brasilien verbracht und bietet nun dort eine Villa für ca. 400.000,-- € zum Verkauf an. Außerdem wird in Deutschland wegen mehrerer Straftaten gegen ihn ermittelt. Wie groß würden Sie die Chancen der Vollstreckung vor Ort einschätzen - vorausgesetzt er ist tatsächlich der Besitzer der erwähnten Villa?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.03.2005 | 11:23

Ehrliche Antwort, 50:50.

Es hängt sehr viel von den brasilianischen Behörden ab, da dort sicherlich andere "rechtsstaatliche Prinzipien" gelten, als in Deutschland.

Bei den Beträgen, die Sie nennen, sollten Sie mit dem Kollegen vor Ort die Möglichkeit einer Honorarvereinbarung auf Erfolgsbasis treffen, die dort teilweise -im Gegensatz zu hier- möglich ist.

Schildern Sie dem Kollegen vor Ort (denken Sie an die Zeitverschiebung) den Sachverhalt, wobei dieser Ihnen dann sicherlich auch die Quote, die Sie vom eingezogenen Geld abtreten müssen, nennen wird.

Ich wünsche Ihnen viel Glück.

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