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Vollmachtlose Vertretung Grundstückskauf


| 06.06.2018 12:28 |
Preis: 57,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


13:32

Ich habe über ein Internetauktionshaus ein Grundstück erworben.
Beim Beurkundungstermin (in 2015) wurde ich mit meiner Vollmacht durch einen Dritten vertreten.
Der Verkäufer wurde durch eine Person des Auktionshauses vetreten. Offensichtlich lag zum Zeitpunkt der Beurkundung
dem Vertreter KEINE Verkäufervollmacht vor.... und auch bis heute nicht.

Im Zuge eines geplanten Weiterverkaufs meinerseits kam dieser Umstand zu Tage. Ich habe seither alle Kosten getragen, auch die Grundsteuer (lt. FA wurde die Einheitswertfortschreibung aufgrund des Notarvertrags durchgeführt).

Der Notar hat nun den Verkäufer zur Abgabe der Einwilligungserklärung aufgefordert. Der Kaufpreis liegt wohl seit 2015 auf seinem Notaranderkonto.

Mit ist bisher schon ein finanzieller Schaden entstanden. Zudem kann ich derzeit nicht weiterverkaufen.

Wer ist nun haftbar. Der Notar wg. Pflichtverletzung und/oder der Vertreter des Auktionshauses als vollmachtloser Vertreter?
Kann ich nicht neben dem evtl. Schadensersatz nun ganz vom Kaufvertrag zurücktreten?
06.06.2018 | 12:55

Antwort

von


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Tel: 07153/9964381
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es kann eine Haftung des Notars gegeben sein, wenn er die entsprechende Bevollmächtigung nicht zeitnah eingeholt hat und die beteiligten Parteien bei Abschluss des notariellen Kaufvertrags nicht auf den Vollmachtsmangel hingewiesen hat. Für eine abschließende Bewertung wäre der Kaufvertrag sowie eine mögliche Protokollierung des Notartermins einzusehen.

Haftbar ist jedoch auf jeden Fall der ohne Vertretungsmacht handelnde Vertreter, vgl. §§ 177, 179 BGB. Genehmigt der Verkäufer nicht den Verkauf, geht dies zu lasten des Vertreters.

Gleichlaufend ist aktuell noch gar kein Vertrag zustande gekommen, da eine wirksame Willenserklärung des Verkäufers noch nicht abgegeben wurde. Denn faktisch hat der Vertreter mit Ihnen ein Vertrag geschlossen. Dieser kann Ihnen die Immobilie jedoch nicht übereignen. Ein Rücktritt wäre somit gar nicht notwendig (lediglich das Verlangen auf Rückabwicklung).

Bevor Sie weitere Schritt in dieser Sache einleiten, rate ich Ihnen die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts an, der Ihren Fall anhand der konkreten Verträge und Dokumente prüft und sodann Ihre Interesssen wahrnimmt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-


Nachfrage vom Fragesteller 06.06.2018 | 13:20

Sehr geehrter Herr Dr.Traub,
vielen Dank für die fundierte Auskunft. Ich habe also eine, möglicherweise zwei Möglichkeiten des Schadensersatzes.
Sowohl das Notariat, als auch das Auktionshaus versuchen derzeit, die Vollmacht des Verkäufers nachträglich einzuholen.
Eigentlich möchte ich aber nun nicht mehr das Eigentum erlangen, da es, wenn erfolgreich, mehrer Monate dauert, bis ich das Grundstück wieder auf dem Immobilienmarkt anbieten kann.
Besteht nicht kurzfristig die Möglichkeit, nun vom Vertrag zurückzutreten (obwohl ich ja notariell zugestimmt habe) und alle Kosten über die Schadensersatzforderung abzuwickeln oder bin in an den Kaufvertrag gebunden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.06.2018 | 13:32

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

gerne will ich Ihre Nachfrage beantworten.

Wie ausgeführt kann - in solch einem komplexen Fall - meine Rechtsausführung nur als Orientierung genommen werden.

Wenn Sie keinen Rechtsanwalt einschalten wollen, sollten Sie vorsorglich das Auktionshaus zur Erteilung der Genehmigung schrifltich und nachweisbar auffordern.

Wird die Genehmigung nicht innerhalb von zwei Wochen erteilt, gilt diese als verweigert und es kam kein Vertrag zustande, vgl. § 177 As. 2 S. 2 BGB. Somit können Sie einfach Rückabwicklung und Auskehrung des hinterlegten Geldbetrages verlangen.

Inwiefern sich im notariellen Vertrag diesbezüglich Sonderregelungen befinden, kann ich nicht einsehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-


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Bewertung des Fragestellers 06.06.2018 | 14:49


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