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Vollkaskoschaden, Abrechnung gemäß Wiederbeschaffungswert minus Restwert


18.04.2007 16:54 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von



Ich habe an meinem Fahrzeug (Neufahrzeug 35.000 Euro, seit 1,5 Monaten zugelassen, 3800km) einen Karossarie-Schaden. Es handelt sich um einen zum Wohnmobil umgebauten Kastenwagen, beim Einparken habe ich das Dach oberhalb der Hecktüren eingedrückt. Es besteht eine Vollkaskoversicherung.

Nun zum Problem: Da sowohl Fahrzeug als auch das Fahrzeug-Modell neu sind (Citroen Jumper), gestaltet sich die Werkstattsuche äußerst schwierig. Bislang haben 4 Werkstätten (davon 2 Citroen-Vertragswerkstätten und 1 auf Unfallschäden spezialisierter Karassariebauer) es abgelehnt, auch nur einen Kostenvoranschlag abzugeben - Begründung: bei Citroen sind die Ersatzteile noch nicht listenmäßig lieferbar, d.h. sie müßten einzeln angefragt und aus Frankreich/Italien geordert werden.
Der von meiner Versicherung beauftragte Sachverständige hat mir erklärt, daß ich ihm einen Kostenvoranschlag mindestens einer Werkstatt zukommen lassen soll, da er sonst den Schaden nicht einschätzen kann (wozu gibt es denn Sachverständige??). Ich denke nicht, daß dies zu meinen Pflichten gehört?

In den Gesprächen mit den Werkstätten hat sich folgendes Ergeben (schriftlich will mir das aber keiner geben): die Wiederherstellungskosten würden für die jetzt erkennbaren Schäden bei min. 5000 Euro liegen (3000 für die Fahrzeuginstandsetzung, 2000 für den kompletten Ein- und Ausbau der Wohnmobileinrichtung - notwendig weil der Dachhimmel abgenommen werden müßte), die Reparaturdauer würde ohne Komplikationen bei 1 Monat liegen, wenn später Teile nachbestellt werden müssen ggf. auch 2 Monate.


Meine Fragen:

1. Gibt es Richtlinien, wie lange es nach einem Vollkaskoschaden zumutbar ist, auf sein Fahrzeug zu verzichten bzw. auf ein Gutachten der Versicherung zu warten?

2. Da der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs ja noch nah am Kaufpreis liegen dürfte, frage ich mich, ob ich mich gegenüber der Versicherung nicht auf folgenden Paragraphen der "Bestimmungen zur Kaskoversicherung" berufen kann:

"Wird das Fahrzeug nicht oder nicht vollständig repariert, so ersetzt der Versicherer die geschätzten Kosten bis zur Höhe des um den Restwert des beschädigten Fahrzeugs verminderten Wiederbeschaffungswertes".

Ich hätte dann jetzt den Verlust für die 1,5 Monate Nutzung, der Verlust beim Verkauf des Unfallwagens dürfte jedoch mindestens genau so groß sein. Und ich müßte nicht 1-2 Monate auf mein Fahrzeug verzichten.
18.04.2007 | 23:00

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Etwaige Richtlinien helfen hier nicht weiter, da die Verzögerung ja nicht auf ein Verschulden des Versicherers zurückzuführen ist, sondern darauf, dass es offensichtlich schwierig ist, das Auto zu reparieren bzw. ein Gutachten zu erstellen.

Auch die von Ihnen angeführte Regelung hilft nichts, weil es sich hierbei nur um die Höchstgrenze der Versicherungsleistung für den Fall handelt, dass auf Gutachtenbasis abgerechnet wird. Dazu muss aber erst mal ein Gutachten vorhanden sein.

Sie sind allerdings nicht an den vom Versicherer beauftragten Gutachter gebunden. Wenn Sie einen finden, der in der Lage ist, ein Gutachten zu erstellen, können Sie diesen selbst beauftragen, wobei ich in diesem speziellen Fall die Versicherung vorab informieren würde.

Wenn auch das nicht zu einer Lösung führt, könnten Sie versuchen, mit der Versicherung eine Einigung zu finden, wobei ich mir zwei Alternativen vorstellen könnte:

a) das Kfz wird in eine Citroen-Vertragswerkstatt gebracht und die Reparatur beauftragt. Die Versicherung gibt eine Kostenübernahmeerklärung auch ohne vorherige Begutachtung
b) Das Kfz wird verkauft, die Versicherung zahlt den Neuwagenpreis abzüglich Verkaufserlös, abzüglich einer auszuhandelnden Pauschale dafür, dass Sie das Kfz 1,5 Monate genutzt haben

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


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