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Vollkasko & Totalschaden: Nettoentschädigung und Abschlepp-/Standkosten

| 05.07.2021 11:36 |
Preis: 50,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Hallo,

ich hatte mit meinem gebrauchten Fahrzeug nach 3 Monaten einen Totalschaden verursacht.
Für das Fahrzeug war bei der HUK eine Voll-Kaskoversicherung Classic Plus mit "36 Monate Kaufwertentschädigung für Gebrauchtfahrzeuge" abgeschlossen.

Das Fahrzeug hat grob/gerundet 20.000 € inkl Mehrwertsteuer gekostet.

Der Gutachter hat den Wiederbeschaffungswert von 22.000 € ermittelt

Das Fahrzeug wurde durch einen von der Versicherung vermitelten Autoverwerter aufgekauft, und ich habe von der Versicherung so den Restwert (ca. 10.000) und die Differenz zwischen Restwert und Wiederbeschaffungswert abzgl. MwSt in Höhe von ca. 18.500 € (=22.000 minus 19% MwSt) überwiesen bekommen.

Nun habe ich ein Neus Fahrzeug für ca. 12.000 € gekauft, bei der Versicherung die Rechnung fpr den Kauf des Ersatzfahrzeuges eingereicht und nun die MwSt für den Ersatzwagen in Höhe von ca. 2.000 € nohc zusätzlich überwiesen bekommen.
In Summe also 18.500 + 2.000 = 20.500 €

Folgende Fragen :
1. Die Versicherung hat mich angerufen und bittet um zusätzliche Zusendung des Kaufvertrages des Originalfahrzeges (als über die 20.000), weil man mir noch zusätzliche Mehrwertsteuer auszahlen möchte (?).
Ist das so korrekt bzw. wofür bruachen die den alten Kaufvertrag? Und kann ich von der Versicherung noch zusätzliche Mehrwertsteuer zur Erstattung verlangen, wenn die gezahlte Entschädigung + Restwert + Mehrwertsteuer des Ersatzfahrzeuges in Summe schon MEHR ergeben (20.500), als das Originalfahrzeug gekostet hat (20.000)

2. Abstell und Standkosten: Die Vollkaskoversicherung möchte nur einen Teil der Abschleppkosten zahlen und keine Standkosten bezahlen - ist das zulässig?

a) Zu den Abstellkosten: Das Fahrzeug hatte einen Restwert von ca. 10.000 €, es lag also keine offensichtliches Miessverhältnis zischen Abschleppkosten und Restwert vor. Der Unfall geschah auf eienr Autobahn, so dass der Wagen dort nicht stehen bleiben konnte. Unter diesen Umständen musste das Fahrzeug abgeshcleppt werden. Kann in diesem Fall die Versicherung sich weigern, die kompletten Abschleppkosten zu übernehmen?

b) Zu den Standkosten: Die versicherung weigert sich, die Standkosten ganz oder auch nur anteilig zu übernehmen. Dabei lag mir das Gutachten des Gutachters erst nach 11 Tagen vor und es gab wegen mangelnder Erreichbarkeit der Versicherung wegen Corona weitere Vrzögeurngen in der Schadensabwicklung.
Zumindest die Standkosten bis zum vorliegen des gutachtens müssten meines Erachtens ersetzt werden, da ja erst durch die Verbringung und Unterstellung zum Abschleppunternehmen es für den Versicherer möglich war, ein gutachten zu erstellen bzw. einen Totalschaden festzustellen. Welche Standkosten muss daher der Versicherer bezahlen?


Einsatz editiert am 07.07.2021 10:06:54

07.07.2021 | 12:28

Antwort

von


(462)
Hauptstraße 3
64665 Alsbach-Hähnlein
Tel: 06257-506060
Web: http://www.kanzlei-diefenbach.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Fragen gerne wie folgt:

"1. Die Versicherung hat mich angerufen und bittet um zusätzliche Zusendung des Kaufvertrages des Originalfahrzeges (als über die 20.000), weil man mir noch zusätzliche Mehrwertsteuer auszahlen möchte (?).
Ist das so korrekt bzw. wofür bruachen die den alten Kaufvertrag? Und kann ich von der Versicherung noch zusätzliche Mehrwertsteuer zur Erstattung verlangen, wenn die gezahlte Entschädigung + Restwert + Mehrwertsteuer des Ersatzfahrzeuges in Summe schon MEHR ergeben (20.500), als das Originalfahrzeug gekostet hat (20.000)"

Hier habe ich in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der HUK nachgeschlagen und folgenden Passus gefunden:
"A.8.3 Kaufwertentschädigung für Gebrauchtfahrzeuge
Bei Totalschaden, Zerstörung oder Verlust eines Fahrzeugs, das Sie gebraucht gekauft haben, gilt: Bei einem Schadenereignis in Kasko in den ersten 36 Monaten nach der erstmaligen Zulassung des Fahrzeugs
auf Sie zahlen wir den Kaufwert. Den Kaufwert berechnen wir so: Wir ermitteln rechnerisch den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Zulassung auf Sie.
Davon ziehen wir eventuell zwischenzeitlich eingetretene Schäden ab, die
zum Schadenzeitpunkt noch nicht fachgerecht repariert waren.
Bei Totalschaden, Zerstörung oder Verlust eines mitversicherten Teils,
das Sie gebraucht erworben haben, ersetzen wir den Kaufwert. Es gelten
die Regeln der Kaufwertentschädigung für Gebrauchtfahrzeuge sinngemäß. Dabei berechnen wir den Zeitraum, in dem wir die Kaufwertentschädigung leisten, ab dem Datum, an dem Sie das Teil erworben
haben."

Gemäß den obigen Bedingungen wird der Wiederbeschaffungswert zu Grunde gelegt. Dieser gilt dann als Kaufwert. Da hier der Wiederbeschaffungswert bei 22.000 € lag, wird dies zu Grunde gelegt und entsprechend daraus die MWSt. gezahlt. Diese wird aber immer nur dann gezahlt, wenn sie angefallen ist. Daher will man von Ihnen den alten Kaufvertrag haben.

2. Abstell und Standkosten: Die Vollkaskoversicherung möchte nur einen Teil der Abschleppkosten zahlen und keine Standkosten bezahlen - ist das zulässig?

a) Zu den Abstellkosten: Das Fahrzeug hatte einen Restwert von ca. 10.000 €, es lag also keine offensichtliches Miessverhältnis zischen Abschleppkosten und Restwert vor. Der Unfall geschah auf eienr Autobahn, so dass der Wagen dort nicht stehen bleiben konnte. Unter diesen Umständen musste das Fahrzeug abgeshcleppt werden. Kann in diesem Fall die Versicherung sich weigern, die kompletten Abschleppkosten zu übernehmen?

Zum Thema Abschleppen findet sich in den allgemeinen Versicherungsbedingungen folgendes:
"Bei Beschädigung des Fahrzeugs zahlen wir die Kosten für das Abschleppen vom Schadenort bis zur nächstgelegenen für die Reparatur geeigneten Werkstatt. Wir zahlen jedoch nicht, wenn ein Dritter Ihnen gegenüber
verpflichtet ist, die Kosten zu übernehmen."

Ich sehe daher nach Ihrer Schilderung keinen Grund, dass sich die Versicherung weigert, die Kosten zu zahlen. Außer es war weiter als die nächstgelegene Versicherung. Einen Grund, warum jemand anderes die Kosten zahlen müsste, ist nach Ihrer Schilderung auch nicht zu erkennen.

b) Zu den Standkosten: Die versicherung weigert sich, die Standkosten ganz oder auch nur anteilig zu übernehmen. Dabei lag mir das Gutachten des Gutachters erst nach 11 Tagen vor und es gab wegen mangelnder Erreichbarkeit der Versicherung wegen Corona weitere Vrzögeurngen in der Schadensabwicklung.
Zumindest die Standkosten bis zum vorliegen des gutachtens müssten meines Erachtens ersetzt werden, da ja erst durch die Verbringung und Unterstellung zum Abschleppunternehmen es für den Versicherer möglich war, ein gutachten zu erstellen bzw. einen Totalschaden festzustellen. Welche Standkosten muss daher der Versicherer bezahlen?

Zu den Standkosten findet sich keine explizite Regelung in den o.g. Bedingungen. Dieses Thema ist auch oft Streitpunkt bis hin zu Gerichtsverfahren. Unüblich ist es bereits, dass die Werkstatt von Anfang an Standgebühren verlangt. Bis die Schadensbegutachtung und die damit verbundene Reparaturfreigabe erfolgt, vergeht üblicherweise etwas Zeit. Die von Ihnen geschilderte Zeitspanne ist nun nicht übermäßig lange. Üblich ist es aber erst bei langen Standzeiten über eine übliche Bearbeitungszeit hinaus, dass Standkosten verlangt werden. Möglicherweise liegt es daran. An sich ist der Grundsatz des Schadenersatzrechtes so, dass Sie so zu stellen sind, wie sie ohne das schädigende Ereignis stehen würden. Die Weigerung erscheint daher an sich nicht gerechtfertigt. Verlangen Sie aber eine rechtliche Begründung/ Benennung der Rechtsgrundlage für die Weigerung. Nur so kann man näheres dazu sagen.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Draudt
Rechtsanwältin









Rückfrage vom Fragesteller 19.07.2021 | 08:37

Sehr geehrte Frau Draudt,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Zur „Kaufwertentschädigung" folgende Nachfrage:

Nach meiner bisherigen Recherche zahlt die Versicherung die Mehrwertsteuer nur dann, wenn die Mehrwertsteuer beim Kauf eines Ersatz-Fahrzeuges anfällt. Das Ersatzfahrzeug muss also bei einem gewerblichen Verkäufer, der beim Kauf des Ersatzfahrzeuges Mehrwertsteuer ausweist, gekauft werden.
Dass die Mehrwertsteuer beim Kauf des ursprünglichen Fahrzeuges angefallen ist, ist NICHT ausreichend. Von daher erscheint mir die Mehrwertsteuer-Regelung und –Erstattung primär „nach vorne gerichtet", also auf den Kauf des Ersatzfahrzeuges bezogen.

In der aktuellen Situation ist es ja so, dass mir die Versicherung mit dem Nettowert des Altfahrzeuges (18.500) zuzüglich der Mehrwertsteuer für das (neue) Ersatzfahrzeug (2.000) zusammen schon 500 € mehr erstattet hat, als das Ersatzfahrzeug inkl. Mehrwertsteuer gekostet hat (Kosten Ersatzwagen inkl. MwSt: 20.000, Summe Entschädigungen (Nettowert auf Basis des druch DEKRA ermittelten Wiederbeschaffungswert zzgl. MWSt für Ersatzfahrzeug): 20.500).

Wie bereits gesagt wünscht nun die Versicherung (erstmalig) den Kaufvertrag des Altfahrzeuges zu sehen, um eie Ermittlung der „Kaufpreisentschädigung" durchzuführen.

Meine Bedenken bzw. Befürchtungen sind nun, dass die Versicherung ggf. Geld zurückfordert, damit sie eben nicht im Summe 500 € mehr erstattet, wie ja geschehen.

Daher zur Sicherheit nochmals meine Frage: Muss ich befürchten, dass mich die Versicherung zur Rückzahlung der 500 € auffordert, die mir über den Brutto-Kaufpreis des Originalfahrzeuges hinaus überwiesen wurden, wenn ich der Verischeurng nun den Kaufvertrag des originalfahrzeuges vorlege?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.07.2021 | 08:50

Sehr geehrter Fragesteller,

auch wenn die Regelung in den AVB sich anders liest, sehe ich die Gefahr schon auch, da Sie ja kein „Geschäft" mit der Mehrwertsteuer machen dürfen, also nicht mehr erhalten als gezahlt- das wäre die sinngemäße Möglichkeit.

Mit freundlichen Grüßen
Draudt Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 20.07.2021 | 08:36

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"

Die Antworten auf die Frage zur Mehrwertsteuer haben nicht wirklich weitergeholfen. Entweder stimmt die erste, oder die zweite Antwort, die sich jedoch leider widersprechen. Dabei war die Ausgangslage und Frage eigentlich klar beschrieben.

"
Stellungnahme vom Anwalt:

Nein, bitte genau lesen. Die Regelung in den AVB ist eine Sache. Ob die Versicherung wirklich so vorgeht, eine andere. Sie hatten nachgefragt, ob diese Gefahr bestehe.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 20.07.2021
2,4/5,0

Die Antworten auf die Frage zur Mehrwertsteuer haben nicht wirklich weitergeholfen. Entweder stimmt die erste, oder die zweite Antwort, die sich jedoch leider widersprechen. Dabei war die Ausgangslage und Frage eigentlich klar beschrieben.


ANTWORT VON

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