Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Volljährigenunterhalt bei Studium


03.07.2005 20:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Hallo, ich habe am 25.5.2005 in Homburg/Saar vor dem dortigen Amtsgericht einem Vergleich auf die Klage meiner Tochter (20 Jahre, am 24.5.2005 Abitur gemacht)einem Vergleich zugestimmt, der folgendes besagt: Meine Tochter wird ab dem WS 2005 in Saarbrücken Architektur studieren.
Sie wird laut Vergleich Bafög beantragen, was meine Unterhaltspflicht von 486,- Euro monatlich 1:1 um den zu erwartenden Bafögbetrag reduzieren wird.
Das Gericht hatte meine Verpflichtungen aus Hausbau(ich bin 59 J., aus Krankheitsgründen frühpensionaiiert und bekomme Euro 1,984,--Rente)nicht anerkannt(monatlich 520,-Euro).

Jetzt - nach fünf Wochen nach dme Vergleich will die Tochter plötzlich Biologie studieren und hat sich an die ZVS mit einem entsprechenden Zulassungsantrag gewendet.

Ich habe kein Abiturzeugnis meiner Tochter, weiß nicht, ob es eine Studienwartezeit geben wird oder nicht. Soll nur zahlen. Was kann ich tun?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst bedanke ich mich für Ihre online-Anfrage sowie Ihren Einsatz.

Zu den Auswirkungen des nunmehr gestellten Zulassungsantrags Ihrer Tochter für einem Biologiestudium auf Ihre Unterhaltspflicht nehme ich wie folgt Stellung:

Sollte es sich bei dem Biologiestudium um eine abwegige Ausbildung Ihrer Tochter handeln, welches mit deren Anlagen und Fähigkeiten nicht vereinbar ist und es voraussehbar zu keinem Abschluss kommen wird, sondern nur zu Enttäuschungen führen wird, müsste dieses von Ihnen nicht finanziert werden (vgl. BGH FamRZ 1977, 629; 1989, 853). Es könnte folglich eine Klage auf Abänderung des bestehenden Unterhaltsvergleichs gem. § 323 I, IV ZPO erhoben werden. Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang, dass die Schulleistungen grundsätzlich keine verbindliche Auskunft über die Begabung zu einem bestimmten Beruf geben. Damit hier eine zuverlässige Aussage getroffen werden kann, sollten Sie Ihre Tochter auffordern, den sachlichen Grund Ihrer Entscheidung, numehr Biologie studieren zu wollen, mitzuteilen und das Abiturzeugnis in Kopie zu übersenden. Einen Anspruch auf Übersendung des Zeugnisses gegen Ihre volljährige Tochter besteht allerdings nicht. Sie können in diesem Schreiben auch darauf hinweisen, dass Sie nicht in jedem Fall Ausbildungsunterhalt schulden, sondern nur für ein Studium, das auch der Eignung Ihrer Tochter entspricht.

Sollte Ihre Tochter das beabsichtigte Biologiestudium erst nach einer Wartezeit beginnen können und während der Wartezeit ab dem WS 05 somit keine Leistungen nach dem BaföG auf Ihre Unterhaltspflicht angerechnet werden, dann besteht jedoch die Verpflichtung Ihrer Tochter, die Wartezeit für den gewünschten Studienplatz mit einer auf Gelderwerb gerichteten bedarfsmindernden Tätigkeit zu überbrücken (vgl. OLG Ffm. FamRZ 1990, 789). Im Ergebnis würde sich hierdurch Ihre Unterhaltspflicht vermindern. Sie sollten Ihre Tochter daher vor Beginn des WS 2005 auffordern, mitzuteilen, ob sie den Studienplatz erhalten hat bzw. in welchem Umfang sie sich andernfalls um einen „Aushilfsjob“ bemüht hat. Nimmt Ihre Tochter eine Tätigkeit auf und können Sie sich nicht auf eine entsprechende Reduzierung Ihrer Unterhaltspflicht einigen, müßte eine Abänderungsklage erhoben werden. Verstößt Ihre Tochter schuldhaft gegen die ihr obliegende Erwerbsobliegenheit während der Wartezeit, kann es zu einer Anrechnung von fiktiven Einkünften kommen, so dass auch in diesem Fall eine Abänderungsklage zu erheben wäre, wenn keine Einigung möglich ist.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort zunächst weitergeholfen zu haben und stehe Ihnen gerne für weitere Fragen zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Jutta Petry-Berger
Rechtsanwältin
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER