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Volljährigenunterhalt - Berufsausbildung, Fachabitur


04.07.2007 21:55 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

Vorgeschichte:

Ich bin verheiratet und habe eine 5-jährige Tochter. Gemeinsam mit meiner Familie lebe ich in Sachsen.

Aus erster Ehe habe ich eine weitere Tochter. Sie wurde im Mai 2007 18 Jahre alt und lebt in Baden-Württemberg. Am 02.07.2007 ist sie bei Ihrer Mutter ausgezogen und lebt jetzt bei einer Freundin. In ca. 3 Wochen möchte Sie wieder nach Sachsen ziehen.

Von 2003 bis 2005 lebte sie mit in meinem Haushalt. In der Schule war sie vorher derart abgerutscht, das sie zu diesem Zeitpunkt „nur“ die Hauptschule mit mäßigem Erfolg besuchte. Diesen Hauptschulabschluss hat sie 2004 nur geschafft, weil meine zweite Frau täglich mit ihr für die Prüfungen gelernt hat. Im Schuljahr 2004/2005 konnte sie dank unserer Bemühungen wieder an die Realschule wechseln und schloss diese 2006 mit einem Durchschnitt von ca. 3,5 ab.

(Aufgrund pubertärer Differenzen war sie zwischendurch in 2005 wieder zu Ihrer Mutter nach Baden-Württemberg gezogen.)

Ab 2006 besuchte meine Tochter ein 2-jähriges Berufskolleg mit dem Ziel das Fachabitur zu absolvieren und anschließend zu studieren.
In diese Wahl des Berufsweges wurde ich nicht mit einbezogen, obwohl wir beide (Elternteile) das Sorgerecht haben. Auf vorherige Anfragen meinerseits bezüglich des voraussichtlichen Realschulabschlusses und ihre weiteren Pläne, erhielt ich nie eine Antwort.
Im Gegenteil, ich wurde dann vor vollendete Tatsachen gestellt.
Ich habe der Mutter und meiner Tochter mitgeteilt, das ich mit diesem Bildungsweg (Fachabitur) nicht einverstanden bin, da ich weiß, das meine Tochter keine gute Schülerin ist. Dies hatte der bisherige Verlauf Ihrer Schulbildung gezeigt. Ich schlug Ihnen eine Berufsausbildung vor und übersandte Ihnen mehrere Lehrstellenangebote. Aber sie zeigte daran kein Interesse. Im Gegenteil, eine feste Lehrstelle als Rettungsassistentin sagte sie wieder ab. Mir wurde in diesem Zusammenhang nur unterstellt, das ich sie in eine Berufsausbildung drängen will, damit ich keinen Unterhalt mehr bezahlen muss.

Nun kam es, wie es kommen musste. Meine Tochter hat das erste Jahr des Berufskollegs heute mit Ihrer letzten Prüfungsarbeit abgeschlossen. Aufgrund Ihres schlechten Zensurendurchschnitts wird sie für das 2. Jahr nicht zugelassen und somit auch das angestrebte Fachabitur nicht abschließen. Sie hat sich aber bisher auch nicht weiter um einen Ausbildungsplatz bemüht. Natürlich sind jetzt alle Ausbildungsplätze vergeben.

Ab 01.09.2007 bis 31.08.2008 absolviert sie nun ein Freiwilliges Soziales Jahr. (Diese FSJ-Stelle ist keine Bedingung für eine weitere Berufsausbildung) Sie erhält dort (nach eigenen Angaben) 280 € Taschengeld und auch das Kindergeld. Soweit ich informiert bin, wird im FSJ von der FSJ-Stelle auch die Unterkunft und Verpflegung übernommen. In dieser Zeit wird meine Tochter im Schwesternwohnheim wohnen oder mit Ihrem Freund gemeinsam in eine Wohnung ziehen.

Seit Mai sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Ich zahle weiterhin regelmäßig meinen Unterhalt. Ihre Mutter zahlte bisher keinen Cent Unterhalt an unsere Tochter. Aus meinen bisherigen Erfahrungen wird sie das auch zukünftig nicht tun.
Meiner Meinung nach ist meine Tochter nun (Auszug bei der Mutter und Schulabbruch) auch keine sogenannte privilegierte Volljährige mehr.

Nun (endlich) zu meinen Fragen:

1.Muß ich ab September 2007 noch Unterhalt an meine Tochter bezahlen? Ihre Unterhaltskosten werden doch eigentlich von der FSJ-Stelle übernommen?

2.Wie verhält es sich mit dem Unterhalt, wenn sie ab 2008 eine Berufsausbildung anfangen sollte?
In einer anderen beantworteten Frage in Ihrem Forum habe ich gelesen (bzw. habe ich es so verstanden), das ich diesen zweiten Bildungsweg dann evtl. nicht mehr finanzieren muss.
Zitat:
„ Hätte es sich jedoch bei dem Beruf um eine abwegige Ausbildung Ihrer Tochter gehandelt, welches mit den Anlagen und Fähigkeiten nicht vereinbar ist und es voraussehbar zu keinem Abschluss kommen wird, sondern nur zu Enttäuschungen führen wird, müsste diese von Ihnen nicht finanziert werden (vgl. BGH FamRZ 1977,629;1989;853)
Und ich denke, dieser Sachverhalt ist mit dem Abbruch des Berufskollegs hier gegeben. Oder nicht?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
04.07.2007 | 22:55

Antwort

von


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Tel: 089 4306522
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Der Unterhaltsanspruch besteht bis zum Abschluss EINER Berufsausbildung, wird also sicherlich auch noch bis zum Abschluss der Lehre fortdauern.

Dass Ihre Tochter das Berufskolleg nicht geschafft und dadurch nun ein Jahr verloren hat ist bedauerlich und mag (für Sie) vielleicht auch vorhersehbar gewesen sein, das alleine wird aber keine Einstellung der Unterhaltszahlungen rechtfertigen. Denn immerhin hat Ihre Tochter nach schlechten Leistungen dann doch noch den Realschulabschluss geschafft, es war also zumindest nicht völlig abwegig, das Fachabitur noch zu versuchen. Im übrigen ist ja weder der Realschulabschluss noch ein etwaiges Fachabitur eine Berufsausbildung, sondern lediglich die notwendige schulische Vorstufe hierzu.

Allerdings sind seit Eintritt der Volljährigkeit tatsächlich beide Elternteile barunterhaltspflichtig und Ihre Tochter hat eigenes Einkommen und das Kindergeld für ihren Bedarf (590 EUR) zu verwenden. Nachdem sie im sozialen Jahr nicht nur ein Taschengeld sondern auch Unterkunft und Verpflegung bekommt, wird sich für dieses Jahr wahrscheinlich rechnerisch keine Zahlungsverpflichtung ergeben.

Für eine anschließende Lehre gilt dann grundsätzlich das selbe. Sobald das Einkommen Ihrer Tochter in der Lehre feststeht, müsste berechnet werden, ob daneben noch ein Unterhaltsanspruch besteht, wenn ja, in welcher Höhe und wie der Betrag zwischen Ihnen und der Mutter aufzuteilen ist. Um die Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen gegen die Mutter muss sich Ihre Tochter dann selbst kümmern.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


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