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Volle Erwerbsminderungsrente vs. Krankengeld - Aussicht auf Besserung

| 15.08.2010 18:37 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Vogt


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit mehreren Jahren chronisch krank und habe Ende letzten Jahres einen Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente gestellt.

Leider verschlechterte sich meine Krankheit kurze Zeit später derart, dass ich überhaupt nicht mehr arbeiten konnte (vorher hatte ich Teilzeit gearbeitet). Daher habe ich seit Dez 09 Krankengeld bezogen.

Nun kam jedoch der Bescheid von der DRV, in dem mir eine Rente wegen VOLLER Erwerbsminderung bewilligt wurde.
Dies ist insofern für mich von Nachteil, als mein Krankengeld höher als meine Vollrente gewesen wäre.

Durch die volle Rente habe ich also finanzielle Einbußen. Hinzu kommt, dass ich vor kurzem eine OP hatte, wodurch eine erkennbare Besserung eingetreten ist. Ich schätze, dass ich in absehbarer Zeit (und ggf. bei einer entsprechenden Reha) wieder in Teilzeit arbeiten könnte (den Zeitraum schätze ich auf mehrere Wochen/einige Monate).

Was soll ich nun tun? Soll ich Widerspruch gegen den Rentenbescheid einlegen? Eine Reha beantragen?
Einen "netten" Brief an die DRV schreiben, in dem ich meine Situation erkläre?
Oder soll ich einfach abwarten, bis ich tatsächlich wieder arbeitsfähig bin?

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße!

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne darf ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung haben nach Ablauf des sechswöchigen Entgeltfortzahlungszeitraums Anspruch auf Krankengeld, wenn sie krankheitsbedingt nicht mehr dazu in der Lage sind zu arbeiten.

Dieser Anspruch besteht wegen derselben Erkrankung für längstens 78 Wochen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Krankenkasse vom Versicherten nach § 51 SGB V verlangen kann, einen Reha-/Rentenantrag zu stellen, wenn nach einem ärztlichen Gutachten die Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder gemindert ist. Da dies in Ihrem Fall offensichtlich gegeben ist, hätte die Krankenkasse unabhängig von Ihrem Eigenantrag verlangen können, dass Sie bei der Rentenversicherung einen entsprechenden Antrag stellen.

Wird die volle Erwerbsminderungsrente dann bewilligt, endet der Anspruch auf Krankengeld vom Beginn dieser Leistung an, § 50 Abs.1 SGB V.

Dementsprechend macht ein Widerspruchsverfahren aus diesem Gesichtspunkt heraus keinen Sinn, da Sie durch die Rentenversicherung letztendlich genau die Leistung bewilligt bekommen haben, die Sie beantragt hatten und Sie darüber hinaus die Krankenkasse aus eigenem Recht zur Stellung eines entsprechenden Antrags hätte auffordern können. Ein Widerspruchsverfahren könnte somit nur dann erfolgreich gestaltet werden, wenn die Rente beispielsweise falsch berechnet worden wäre.

Dennoch sollten Sie aus meiner Sicht Kontakt zur Rentenversicherung aufnehmen, um eine Rehamaßnahme bzw. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu beantragen. Hierbei sollten Sie den Operationsbericht sowie eine Stellungnahme Ihres behandelnden Arztes vorlegen.

Abschließend hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntagabend und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 15.08.2010 | 19:39

Sehr geehrter Herr Vogt,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

Bei meinem Antrag hatte ich eigentlich auf einen Rente wegen teilweiser Erwersbminderung gehofft.

Aber so wie ich es verstanden habe, ist mein Anspruch auf Krankengeld mit Bewilligung der Vollrente auf jeden Fall hinfällig. Auch ein Widerspruch macht wenig Sinn, richtig?

Meine letzte Frage bezieht sich nun auf das ALG I. Mein (befristeter) Arbeitsvertrag ist am 31.12.09 ausgelaufen und wurde nicht verlängert. Davor hatte ich 15 Monate Teilzeit (in Festanstellung) gearbeitet.

Hätte ich wieder auf ALG I Anspruch, wenn ich (ggf. nach einer Reha) wieder als arbeitsfähig eingestuft werde?
Oder hätte ich während der Wiedereingliederung wieder Anspruch auf Krankengeld?

Vielen Dank im Voraus.


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.08.2010 | 19:48

Sehr geehrte Ratsuchende,

richtig, mit Beginn der Rente wegen voller Erwerbsminderung entfällt der Anspruch auf das Krankengeld.

Wenn Sie nach einer erfolgreichen Rehamaßnahme wieder arbeitsfähig sind und dadurch dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen, haben Sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Ein Anspruch auf Krankengeld besteht in diesem Fall nicht.

Mit freundlichen Grüßen


RA Michael Vogt

Bewertung des Fragestellers 17.08.2010 | 09:20

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