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Visum auf Familienzusammenführung - Deutsch Zertifikat

| 06.02.2015 21:48 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Ariane Hansen


Zusammenfassung: Visum zur Familienzusammenführung bei fehlendem
A1 Sprachtest

Sehr geehrte Anwälte,
in meiner Frage geht es in erster Linie um das für ein Visum auf Familienzusammenführung notwendige Zertifikat zum Spracherwerb.
Folgender Sachverhalt: Ich bin deutsche Staatsbürgerin mit Migrationshintergrund, also auch in Deutschland geboren und aufgewachsen. Im Sommer 2014 habe ich in Tunesien geheiratet. Daraufhin fing mein Mann an intensiv Deutsch zu lernen. Ende Januar 2015 belegte er nun den Deutsch A1 Test an dem Goethe Institut in Tunis. Leider hat er diesen nicht bestanden mit 58 Punkten. Das heißt es fehlten lediglich 2 Punkte.
Nun hatten wir aber bereits vor seinem Deutsch A1 Test einen Termin bei der deutschen Botschaft für ein nationales Visum zu Mitte März 2015 beantragt und erhalten. Ein Wiederholen des A1 Tests sei nach Goethe Institut erst Anfang April wieder möglich. So, hier nun auch schon meine Frage.
1) Ist es möglich trotz des fehlenden Zertifikats zum Spracherwerb den VISA Antrag abzugeben und das Zertifikat dann im April nach Bestehen des Tests nachzureichen, wenn ich eine Verpflichtungserklärung abgebe und darin äußere, dass ich damit einverstanden sei nur unter Vorbehalt des Zertifikats ein Visum wünsche? Wenn Nein, ist es andernfalls auch möglich, dass mein Mann in Deutschland das A1 Zertifikat absolviert, wenn ich zum VISA Antrag eine Aufnahmebestätigung zu einem Kurs in Deutschland beifüge ?
2) Beim Analysieren des Aufenthaltsgesetztes §§ 27 - 36 bin ich auch auf den Hinweis der Ausnahmen zum deutschen Spracherwerb gestoßen. „Satz 1 Nr. 2 ist für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis unbeachtlich, wenn bei dem Ehegatten ein erkennbar geringer Integrationsbedarf im Sinne einer nach § 43 Abs. 4 erlassenen Rechtsverordnung besteht oder dieser aus anderen Gründen nach der Einreise keinen Anspruch nach § 44 auf Teilnahme am Integrationskurs hätte(§30 (1) AufenthG" . Mein Mann verfügt über einen rechtswissenschaftlichen Hochschulabschluss in Tunesien. Dieses ist übersetzt und soll in Deutschland auf Anerkennung überprüft werden, um die Erwerbstätigkeit voranzubringen. Daher sehe ich hierin einen geringen Integrationsbedarf aufgrund seiner fachlichen Qualifikation möglichst zeitnah nach Einreise eine Erwerbstätigkeit in Deutschland aufzunehmen.
3) Laut der Homepage der deutschen Botschaft sei es „kein Problem, einen Antrag für ein Besuchsvisum schon 2 oder 3 Monate vor der geplanten Reise zu stellen" (Quelle: http://www.tunis.diplo.de/Vertretung/tunis/de/01/Visabestimmungen/Visabestimmungen.html). Unsere Reise nach Deutschland wird Ende Mai stattfinden. Nun haben wir den Termin für das nationale Visum bereits Mitte März. Sollten wir um unsere Reise für Mai sicherzustellen auch noch ein Besuchsvisum beantragen ? Und wenn ja, dann vor oder nach dem Termin zum nationalen Visum ?
Außerdem bin ich beim Recherchieren zu meinem Sachverhalt auf folgenden Hinweis gestoßen. Und zwar heißt es, dass wenn ich für meinen Mann ein Besuchsvisum beantrage, dieses abgelehnt werden kann, aufgrund des Verdachts, dass keine Rückkehrbereitschaft entsteht und aufgrund der ehelichen Lebenssituation.
Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis. Ich bin berufstätig, sodass der Lebensunterhalt meines Mannes durch mich gesichert ist. Und kein Bedarf an staatlicher Hilfe bestünde.

Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst ist Ihre Einschätzung richtig, dass das Besuchervisum nicht das richtige Visum ist und abgelehnt werden würde.
Sie müssen, da Sie verheiratet sind, ein Visum zur Familienzusammenführung beantragen.

Der A1 Test wird auf jeden Fall vor der Einreise nach Deutschland verlangt werden, ansonsten wird die Einreise abgelehnt.
Ich würde den Termin im März auf jeden Fall wahrnehmen und auf dieses Problem hinweisen.
Ob die Botschaft mit der Nachreichung einverstanden ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da sie sicherlich einen Ermessensspielraum hat.
Falls die Botschaft mit der Nachreichung nicht einverstanden ist, sollten Sie sofort einen neuen Termin beantragen, in dem dann der A1 Test vorgelegt werden kann.

Ihr Mann kann bei der Vorsprache auf die unter 2) von Ihnen genannten Ausnahmen hinweisen.
Ob die Botschaft darauf eingehen wird, bezweifel ich, da ich die Botschaft bislang nicht als besonders kooperativ erlebt habe, aber man sollte keinen Versuch auslassen.
Sie sagen aber selbst, dass der Hochschulabschluss in Deutschland noch nicht anerkannt ist, was ein Problem sein könnte.

Leider kann ich Ihnen nicht versprechen, dass Sie das Visum bis Mai erhalten werden.
Die Dauer der Bearbeitung eines Visums beträgt bis zu 3 Monaten, dann müßte aber auch der A1 Test vorliegen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.02.2015 | 21:23

Vorab Vielen Dank Frau Hansen für die schnelle Antwort.
Leider sind sie nicht auf meine Frage eingegangen. Ist es auch möglich, dass mein Mann in Deutschland den Deutsch Test A1 absolviert?
Und ist eine Verpflichtungserklärung sinnvoll ? Diese wird von der Botschaft nicht verbindlich verlangt auf ein Visum für Familienzusammenführung aber erreichen, möchte damit dass kein Bedarf auf staatlicher Hilfe besteht.
Was meinen Sie?


Vielen Dank und viele Grüße
ihre Anfragestellerin


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.02.2015 | 08:15

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.
Von der Vorlage eines A1 Zertifikats wird in der Regel eine Ausnahme gemacht bei Ausländern, die einen Hochschulabschluss oder eine entsprechende Qualifikation besitzen.
Da dies bei Ihrem Mann der Fall ist, könnte es sein, dass der A1 Test nicht notwendig ist.

Falls er jedoch verlangt werden sollte, muss er vor der Erteilung des Visums bestanden worden sein. Es wird dann nicht gestattet, diesen in Deutschland nachzuholen.

Ich würde an Ihrer Stelle bereits jetzt einen Termin mit der zuständigen Ausländerbehörde machen und diese Problematik besprechen, genauso wie Ihre Frage nach der Verpflichtungserklärung.

Diese wird normalerweise nur bei einem Besuchervisum verlangt. Denn bei der Erteilung eines Visums zur Familienzusammenführung zu einem Deutschen, darf die Erteilung eines Visums nicht davon abhängig gemacht werden, dass der Lebensunterhalt gesichert ist.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.
Gerne können Sie sich auch bei weiteren Fragen an mein Büro wenden.


Mit freundlichen Grüßen
Ariane Hansen
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 11.02.2015 | 20:41

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