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Visum - Wechsel des Aufenthaltstitels, Sprachkurs-Visum zu Niederlassungserlaubnis

| 28.01.2020 05:41 |
Preis: 80,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Sehr geehrte Damen und Herren,

Meine Verlobte und ich wohnen derzeit in Sydney und planen aus geschäftlichen Gründen dieses Jahr nach Deutschland zu ziehen.
Sie ist Ecuadorianische Staatsbürgerin, ich bin Deutscher.

Unsere Hochzeit soll, auch zur Vereinfachung der Erteilung der Niederlassungserlaubnis in Deutschland stattfinden.
Es stellt sich für uns die Frage wie wir dies durchführen können um die geringste Zeit getrennt voneinander Leben zu müssen.

Nach unserem derzeitigen Plan ziehe ich vorzeitig nach Deutschland, sie kommt mit einem Sprachkurs-Visum aus ihrem Heimatland Ecuador nach.
Bis dato liegen auf Seiten meiner Verlobten keine Deutschkenntnisse vor.
Sobald sie in Deutschland das Sprachniveau Deutsch A1 erreicht möchten wir unsere Ehe im Inland schließen und den Aufenthaltstitel wechseln ohne das eine Ausreise ihrerseits notwendig wird.

Ein Visum zwecks Eheschließung in Deutschland ziehen wir nur als Alternative in Betracht.
Wir gehen davon aus das das vorherige Erreichen des vorausgesetzten Sprachniveaus Deutsch A1 im Ausland einen zeitlichen Mehraufwand bedeutet.

Konkret möchte ich Ihnen folgende Fragen stellen:
1a. Ist der Wechsel von einem nationalen Visum zum Spracherwerb zu einer Aufenthaltserlaubnis nach Heirat problemlos/ohne Ausreise möglich?
1b. Bedarf es bei einem solchen Wechsel eine genehmigte Mindestlänge des Sprachkurs-Visums? (z.B. länger als drei Monate)
1c. Sollte bei der Beantragung des Sprachkurs-Visums die persönliche Bindung zwischen meiner Verlobten und mir möglichst vermieden werden? (z.B. eine gemeinsame Anschrift oder Erwähnung im Motivationsschreiben)
2. Gibt es für unsere Situation andere/simplere empfehlenswerte Lösungen?

Wir bedanken uns herzlich für jede Form der konstruktiven Hilfe und hoffen bei unserer Suche nach Antworten bei Ihnen fündig zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1a. Ist der Wechsel von einem nationalen Visum zum Spracherwerb zu einer Aufenthaltserlaubnis nach Heirat problemlos/ohne Ausreise möglich?

Sie müssen zunächst das nationale Visum in einen Aufenthaltstitel nach § 16b AufenthG umwandeln. Sodann könne Sie nach der Eheschließung die Änderung des Aufenthaltstitels in einen nach § 28 Ans. 1 S. 1 Nr. 1 AufenthG beantragen. Dies ist problemlos möglich, da bei Erfüllung sämtlicher Voraussetzungen für den Ehegattennachzug ein Anspruch auf Erteilung eines Aufenthaltstitels besteht.

1b. Bedarf es bei einem solchen Wechsel eine genehmigte Mindestlänge des Sprachkurs-Visums? (z.B. länger als drei Monate)

Nein. Wenn der Aufenthaltstitel erteilt worden ist, kann dieser auch sofort geändert werden.

1c. Sollte bei der Beantragung des Sprachkurs-Visums die persönliche Bindung zwischen meiner Verlobten und mir möglichst vermieden werden? (z.B. eine gemeinsame Anschrift oder Erwähnung im Motivationsschreiben)

Ich empfehle Ihnen nicht die persönliche Beziehung offen zu legen. Dies könnte die Botschaft dazu bewegen den tatsächlichen Zweck des Aufenthaltes zum Spracherwerb in Frage zu stellen und den Antrag abzulehnen.

2. Gibt es für unsere Situation andere/simplere empfehlenswerte Lösungen?
Eine simplere Lösung gibt es nicht. In dem Motivationsschreiben an die Botschaft bzw. beim persönlichen Gespräch sollte zwar ein gewisses Interesse zu deutscher Sprache dargelegt werden, es darf aber nicht durchsickern, dass ein langfristiger Aufenthalt in Deutschland ausreicht. Es wäre gut wenn Ihre Verlobte die Erfordernis der deutschen Sprache mit einem anvisierten oder bereits ausgeübten Beruf verbindet. Ein persönlicher und beruflicher Bezug ist immer gut.

Ich gehe davon aus, dass die übrigen Voraussetzungen, wie das Sperrkonto, sowie Nachweis des gebuchten Kurses Ihnen bereits bekannt sind. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 30.01.2020 | 00:52

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