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Visa als freiberuflicher Dienstleister in den USA + Steuern

| 10.09.2014 18:12 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Ein E1-Treaty-Trader-Non-Immigrant-Visa der USA setzt u.A. voraus, dass der Visa-Antragsteller sich aus den Umsätzen des substancial bzw. princial trades während des Aufenthalts in den USA auch selbst finanzieren kann. Es kommt nur auf den Handel zwischen den USA und dem anderen Treaty-Country an.

Der Geschäftsführer einer amerikanischen Firma möchte international Seminare geben. Ich bin deutscher Staatsbürger und soll als Seminarorganisator freiberuflich weltweit diese Seminare organisieren. Ich habe in Deutschland ein Gewerbe als Einzelunternehmer angemeldet.
Ideal wäre es, wenn ich für diese Tätigkeit 2 x im Jahr für 2-3 Monate in den USA sein könnte, damit wir uns besser abstimmen können und auch um den Teil der Seminare, die in Amerika stattfinden, vor Ort zu organisieren. Mehr als 60% meiner Tätigkeit betrifft jedoch Seminare, die in Europa stattfinden, vor allem in Deutschland und der Schweiz.

Ich suche nun nach einem Weg, dies zu ermöglichen und dachte an ein E-1 Handelsvisum für meine Tätigkeit, da ich keine anderen Kategorien als Möglichkeit sehe bzw. diese mit einer jahrelangen Wartezeit verknüpft wären.

Das E-1 Visum beinhaltet ein „beträchtliches Handels- oder Dienstleistungsvolumen". Meine Recherche hat ergeben, dass dieses Volumen ab $100.000 pro Jahr betragen müsste.

Die Abwicklung der Seminare könnte wie folgt laufen:
Ich organisiere die Seminare und kümmere mich um die Abwicklung mit den Teilnehmern. Die europäischen Teilnehmer würden mir die Seminargebühr auf mein deutsches Konto überweisen. Ich würde der amerikanischen Firma eine Rechnung über 10% als Provision stellen und den Rest der Seminargebühr der amerikanischen Firma nach USA überweisen. Das jährliche Volumen an Seminargebühren würde auf ca. $100.000 kommen.

Frage 1: Sehen Sie mit diesem Modell eine realistische Chance auf ein E-1 Visum?

Frage 2: Müssen die $100.000 durch Seminare erwirtschaftet werden, die in Deutschland stattfinden, oder kann ein Teil der Summe auch aus Einnahmen aus Seminaren in anderen europäischen Ländern stammen, sofern diese auf mein deutsches Konto einbezahlt und hier von mir abgerechnet werden?

Frage 3: Unterliegen die Einnahmen der amerikanischen Firma hier in Deutschland oder den anderen Ländern (z.B. Italien, Schweiz, Österreich, England) der Einkommenssteuer oder Umsatzsteuer, oder muss nur ich meine Provision hier in Deutschland versteuern? Besteht die Gefahr, dass ich als Niederlassung der US Firma angesehen werde?
10.09.2014 | 20:25

Antwort

von


(134)
Winsstraße 66
10405 berlin
Tel: 03040393365
Web: http://www.jahn-law.com
E-Mail:


Sehr geehrte Fragestellerin,

so gerne ich auch Ihre Frage auf der Grundlage der gegebenen Informationen verbindlich.

Sie wollen ein E1-Non-Immigrant-Visa beantragen. Zunächst einmal gibt es zwischen den USA und Dtl. eine Treaty-of-Friendship und um als sogenannter „Treater Trader" klassifiziert zu werden, muss man nicht unbedingt mit Waren handeln sondern das geht auch bei Dienst-leistungen.

8. C.F.R. 214-1 ...(9) lautet: Trade—definitions. For purposes of this paragraph: Items of trade include but are not limited to goods, services, international banking, insurance, monies, transportation, communications, data processing, advertising, accounting, design and engineering, management consulting, tourism, technology and its transfer, and some news-gathering activities. For purposes of this paragraph, goods are tangible commodities or merchandise having extrinsic value. Further, as used in this paragraph, services are legitimate economic activities which provide other than tangible goods.

Das Problem liegt wie Sie schon richtig erkannt haben, hier aber im Trading-Volume, für das es auch keine feste Grenze gibt. Die gesetzliche Grundlagen sind folgende: 8 C.F.R. 214:

(10): "Substantial trade. Substantial trade is an amount of trade sufficient to ensure a continuous flow of international trade items between the United States and the treaty country. This continuous flow contemplates numerous transactions over time. Treaty trader status may not be established or maintained on the basis of a single transaction, regardless of how protracted or monetarily valuable the transaction. Although the monetary value of the trade item being exchanged is a relevant consideration, greater weight will be given to more numerous exchanges of larger value. There is no minimum requirement with respect to the monetary value or volume of each individual transaction. In the case of smaller businesses, an income derived from the value of numerous transactions which is sufficient to support the treaty trader and his or her family constitutes a favorable factor in assessing the existence of substantial trade.
(11) Principal trade. Principal trade between the United States and the treaty country exists when over 50 percent of the volume of international trade of the treaty trader is conducted between the United States and the treaty country of the treaty trader's nationality."

Ich denke, diese Code Sections machen relativ klar, woran das hier scheitern dürfte. Die Provisionen in Höhe von USD 10.000,- dürften nicht ausreichen, um Sie für bis zu sechs Monte in den USA zu finanzieren, und das müssen Sie aber gem. des letzten Absatzes von 8.C.F.R. 10, letzter Satz am Ende. Nach dem Wortlaut dieser Vorschrift kommt es auch wirklich nur auf den Umsatz zwischen zwischen den Treaty-Parties an. Treaty-Parties sind nun einmal die USA und die BRD und nicht die USA und alle anderen EU-Staaten oder Drittstaaten wie die Schweiz. (Allerdings vermute ich, dass man darüber noch hinweg kommen könnte, das Hauptproblem ist einfach, dass Ihr Unterhalt aufgrund der Provisionen allein nicht gesichert ist). Außerdem ist die durch diese Vorschriften aufgestellte 50%-Regel auch nicht erreicht.

Ich denke damit sind die Frage 1 und 2) erstmal beantwortet. Zu Frage 3 gilt im Grundsatz erstmal, das zu der gestrigen Frage Gesagte. Solange Sie in Deutschland ihren Wohnsitz haben, sind sie hier einkommenssteuerpflichtig und müssen auch die Provisionen angeben. Wenn Sie allerdings anfangen Ihren Lebensmittelpunkt immer stärker in die USA zu verlagern, werden die Vorschriften des DBA Dtl.-USA für die Einkommenssteuer relevant. Vereinfacht gesagt, kommt es dann für die Bestimmung Ihres Ansäßigkeitsstaates für die Zwecke der Einkommenssteuer wirklich darauf an, wo der Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen ist (Zahl der Aufenthaltstage, Mietwohnung usw.).

Die Frage, ob Sie hier eine Betriebsstätte auslösen, ist nicht für Sie persönlich relevant, sondern für die etwaige Einkommenssteuerpflicht der US-Gesellschaft. Ich würde erstmal sagen, dass diese Gefahr solange nicht besteht, wie es hier keine festen Einrichtungen der US-Gesellschaft gibt, diese Ihnen z.B. kein Büro anmietet.

Ein praktischer Hinweis: Unabhängig von all dem sollten Sie Zahlungen, die bei Ihnen für die US-Gesellschaft eingehen und Ihre Provisionen davon getrennt auf unterschiedlichen Konten verwalten. Anwälte haben für so etwas ein Treuhandkonto. Ich weiß aber nicht, ob Banken das auch anderen Freiberuflern anbieten.

Ich hoffe, Ihre Fragen sind damit erst einmal beantwortet, Sie haben hier natürlich auch die kostenlose Nachfragefunktion. Können mich aber auch gerne per E-Mail kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn


Nachfrage vom Fragesteller 10.09.2014 | 22:32

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, das hat mir schon mal sehr weitergeholfen. Vielleicht können Sie mir noch folgende Nachfrage beantworten: Sollte die amerikanische Forma in den USA noch mehr Seminare in Deutschland geben und ich dadurch ca. $30.000 Provision pro Jahr verdienen, was dann wahrscheinlich ausreichend sein dürfte als Volumen, und die amerikanische Firma dadurch jedoch 80% ihres Gesamtumsatzes durch Seminare in Deutschland erzielen würde, bliebe sie dann dennoch wegen ihres Sitzes und des Wohnortes des Inhabers und Seminarleiters in den USA steuerpflichtig anhand des Welteinkommens?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.09.2014 | 00:11

Ja, das schon, kein Dba knüpft an derartig starre Regeln, die man in Zahlen ausdrücken könnte an. Das tut auch nicht das DBA-Dtl-USA für die Einkommenssteuer der US-Gesellschaft.

Bewertung des Fragestellers 11.09.2014 | 09:02

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