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Videothek verlangt 740 € nach 4 Jahren

01.03.2010 21:17 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


sehr geehrte(r) herr/frau rechtsanwalt/wältin,

habe vor einigen tagen einen brief per einschreiben bekommen in dem steht, das ich noch 2 spiele ausgeliehen haben soll. dieser brief kommt nun aber nicht von der videothek, sondern von irgedjemand anderes der damit beauftragt wurde. inkassobüro ist es aber glaube ich nicht. der brief sieht auch total unseriös aus. hat keinen richtigen briefkopf, rechtschreibfehler, schrift ist schief aufgedruckt usw.

darin steht:

inhaber ....... hat mich durch vollmacht beauftragt die von ihnen ausgeliehenen gegenstände der videothek wie filme / spiele / dvd und anderes außergerichtlich einzuziehen.
rückständige geldbeträge für ihn bei ihnen einzuziehen, termine und ratenzahlung zu vereinbaren.

ich bitte sie mich unter den angegebenen telefonnummern anzurufen um einen termin zu vereinbaren.

es sind folgende gegenstände noch offen:
filme 2/ spiele / schuldschein 120€
leihgebür 620€
summe 740€

sollten sie sich nicht melden laufen sie gefahr einer anzeige wegen unterschlagung. wichtig sind zunächst die filme/spiele, das geld kann auch in raten bei mir bezahlt werden.

ich bitte den offen stehenden betrag schnell zu überweisen. sind die filme/spiele noch vorhanden verringert sich der betrag um 120€.
um die angelegenheit zum abschluss zu bringen setzen wir eine frist bis 24.02.2010.

(ist der genaue wortlaut)

nun habe ich per einschreiben mit rückschein (natürlich vor dem 24.2) einen brief geschrieben, in dem ich nach dem genauen ausleihdatum und nach der genauen rechnungszusammensetzung gefragt habe.

nun habe ich die genauen daten bekommen.
ausgeliehen wurden die spiele am 9.9.2006

in dem 2ten schreiben war auch einen mahnung beigelegt vom 17.07 2007 in der steht:

wir mussten leider feststellen daß sie trotz unserer erinnerungen die unten genannten verleihartikel noch nicht zurückgegeben haben.....

nur dieses schreiben haben ich nie bekommen, angeblich wegen unrichtiger adresse wie ich dem 2ten brief entnehmen konnte.
außerdem habe ich auch 100% nie eine mahnung vor dem 17.7 bekommen, denn sonst hätte ich mich schon vorzeitig darum gekümmert.

nun habe ich bei mir in der wohnung alles auf den kopf gestellt und nach mehrstündiger suche tatsächlich 2 spiele gefunden.
die sind irgendwie verlegt worden und ich wusste nicht mehr genau ob ich sie zurückgegeben habe oder nicht!
ich dachte wenn nicht, wird mir die videothek schon ein erinnerungsschreiben schicken. kam aber nie eines! also dachte ich sie wurden zurückgegeben. ich bin auch irgendwie nicht mehr zu der videothek gekommen weil ich mich dort nur durch meine damalige freundin angemedet habe und das von ihr nicht so weit entfernt war. die beziehung ging dann auch ungefähr zu der zeit auseinander und von mir sind es ca. 35 km bis zur videothek, was mir dann eindeutig zu weit um einen film zu holen.

ist irgendwie alles bischen blöd gelaufen und
nun wollte ich wissen was ich tuns soll!

soll ich ersteinmal mit dem briefersteller in telefonischen konntakt treten und versuchen mich mit ihnen zu einigen?

oder soll ich zu einem anwalt gehn?
(oder lohnt sich das nicht weil ich sowieso keine chance habe und den betrag sowieso bezahlen muss)

evtl. gibt es da ja schon ähnliche fälle. bin ja hoffentlich nicht der erste dem sowas passiert ist.

ist sowas nicht eigentlich nach 3 jahren verjährt?

gelesen habe ich auch schon das der betreiber der videothek verpflichtet ist den betrag so gering wie möglich zu halten, durch benachrichtigungen oder mahnungen!

falsche angaben habe ich bei der videothek nicht gemacht, weil die von einem mitarbeiter von meinem personalausweis abgeschrieben wurden. außerdem können sie ja nicht so falsch gewesen sein, sonst hätte ich ja jetzt keine post bekommen.

dachte ich frage erstmal hier, und erspare mir das hin und hergelaufe und telefoniere.

vielen dank im voraus



Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Frage und hoffe Ihnen auf Basis Ihrer Angaben wie folgt weiterhelfen zu können:

1. Zunächst ist es natürlich möglich, dass der eigentliche Gläubiger, also die Videothek bzw. deren Inhaber, jemanden anderen mit der Einziehung etwaiger Forderungen bevollmächtigen kann. Allerdings sollten Sie eine Bestätigung dieser Vollmacht (z.B. im Rahmen einer Vollmachtsurkunde) verlangen. Soweit Sie von dem angeblich Bevollmächtigten sogar angemahnt wurden, ist diese Mahnung sogar unwirksam, soweit Sie die Mahnung unverzüglich zurückweisen.

2. Da Sie die streitgegenständlichen Spiele tatsächlich in Ihrem Besitz haben, sollten Sie diese unverzüglich herausgeben, da diese nach wie vor im Eigentum des Videothekeninhabers stehen, um Ihnen hinsichtlich der spiele selbst schon mal weitere Unannehmlichkeiten zu ersparen.

3. Das eigentliche Problem des Falls ist aber die nunmehr geforderte Zahlung von 740 € wobei sich dieser Betrag laut des Bevollmächtigten auf 620 € reduziert, soweit Sie die Spiele zurückgeben.

Ob tatsächlich ein Anspruch hierauf besteht hängt von zwei Faktoren ab:

Zum einen, ob der Anspruch möglicher Weise verjährt sein könnte und zum anderen ob man die von Ihnen bereits genannte Schadensminderungspflicht des Vermieters entgegenhalten könnte.

a) Ob der Anspruch auf sog. Nutzungsentschädigung verjährt ist, hängt vor allem von der vereinbarten Mietdauer ab, da der Anspruch auf Nutzungsentschädigung erst ab Beendigung des Mietverhältnisses entsteht.

Dies könnten Sie durch Nachfrage bei dem Bevollmächtigten oder (soweit noch vorhanden) durch Einsicht in die AGB Ihres Mietvertrages bzw. Ihres Kundenaufnahmevertrages in Erfahrung bringen. Üblicher Weise werden Mietverträge bei Videotheken auf ein bis sieben Tage geschlossen. Da Sie die Spiele am 09.09.2006 entliehen haben, wäre die Mietzeit selbst unter Zugrundelegung einer Mietdauer von einer Woche also am 16.09.2006 beendet. Die Verjährung berechnet sich, wie Sie absolut richtig festgestellt haben, nach der regelmäßigen Verjährungsvorschrift und somit binnen drei Jahren beginnend mit dem Schluss des Jahres in dem der Anspruch entstanden ist, mithin also am01.01.2007 sodass der Anspruch am 31.12.2009 verjährt wäre.

b) Nur soweit man (völlig atypisch) annehmen würde, dass die Mietdauer nicht befristet gewesen wäre, müsste man auf die von ihnen genannte Rechtsprechung der sog. Schadensminderungspflicht zurückgreifen, wobei diese nur noch im Rahmen von Treu und Glauben angenommen und teilweise sogar schon wieder abgelehnt wurde, soweit das Verschulden des Mieters dem des Vermieters überwiegt.

Insoweit wäre Ihnen also anzuraten, die Spiel zurückzugeben, sich aber auf Verjährung des anspruchs zu berufen. Die Beweislast der Mietdauer liegt nämlich bei dem Bevollmächtigten. Ich bin auch gerne bereit ein entsprechendes Schreiben im Rahmen einer Direktbeauftragung aufzusetzen oder Sie auch gerne anwaltlich zu vertreten, sollte es weitere Schwierigkeiten geben.

Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Einblick* in die Rechtslage verschafft zu haben und stehe Ihnen jederzeit und ausgesprochen gern für (kostenlose) Rückfragen zur Verfügung!
Da wir bundesweit tätig sind, vertrete ich Sie auch gerne anwaltlich, wenn Sie dies wünschen, wobei die Kommunikation auch via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen kann und einer Beauftragung nicht entgegen steht.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen,

Ihr
Alexander Stephens

________________________________________________________
*Hinweis:
Bei der obigen Beantwortung Ihrer Frage, die ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Bitte berücksichtigen Sie deshalb, dass dies eine umfassende juristische Begutachtung nicht ersetzen kann und soll.
Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung unter Umständen sogar völlig anders ausfallen. Nutzen Sie deshalb die kostenlose Rückfragemöglichkeit, sollten noch Fragen offen stehen. Über eine positive Bewertung durch Sie würde ich mich sehr freuen.

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