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Videoaufnahmen gegen meinen Willen / Schadensersatz

27.10.2017 11:19 |
Preis: 35,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf


Guten Tag,

ich bin Servicemitarbeiter für ein großes Fernbusunternehmen in Deutschland. Ich hatte gestern einen sehr blöden Vorfall auf der Arbeit. Ein Bus von meiner Firma hatte ca 1h 45 Minuten Verspätung. Ein sehr aufgebrachtes Ehepaar kam auf mich zu und dieses Ehepaar wurde gleich direkt sehr ungehalten und beleidigend mir gegenüber. Dieses Ehepaar wollte sofort Ihren Fahrpreis erstattet bekommen, ich sagte dem Ehepaar, dass dieses erst ab einer Verspätung von zwei Stunden möglich ist und das dieser Antrag schriftlich beim Kundenservice binnen 7 Tage gestellt werden muss. Darauf hin wollte dieses Ehepaar persönlich von mir, dass Geld bekommen, welches ich natürlich abgelehnt habe. Daraufhin wurden gegen meinen Willen Videoaufnahmen von mir gemacht mit der Androhung dieses auch zu veröffentlichen. Ich habe mehrmals dieses untersagt, da die Kamera direkt auf mich gerichtet war. Ich habe darauf hin meine zum Handy gehalten und durch eine unglückliche Bewegung (ich kann es nicht genau sagen, wie es dazu kam), es ging alles sehr schnell) fiel das Smartphone auf dem Bussteig und der Display ging zu Bruch. Jetzt forderte dieses Ehepaar, dass ich für den Schaden aufkomme, dieses habe ich natürlich abglehnt, da ich es als Verteidigung meines Persönlichskeit ansah. Meine Fragen sind eigentlich zwei Frage. Zum einen wie ist die rechtslage bei Foto/Videoaufnahmen gegen meines Willen ohne Veröffentlichung. Wie ist die Lage mit Veröffentlichtlichung. Zum anderen muss ich damit rechnen, dass ich für den Schaden aufkommen muss? Dieses Ehepaar will nun rechtliche Schritte gegen mich einleiten. Über eine Antwort freue ich mich sehr.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sowie Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt beantworte:

1. Ob und inwiefern das bloße Erstellen eines Fotos rechtswidrig und unzulässig ist, richtet sich nach dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht.
Hier ist eine Güter-und Interessenabwägung zu treffen. Da der oder die Fotografin bereits beim Erstellen des Lichtbildes von Ihnen ankündigte, sie werde das Foto veröffentlichen – dies ist gemäß § 22 Kunsturhebergesetz ohne bzw. gegen den Willen des Abgebildeten nicht zulässig und im Übrigen gemäß § 33 Kunsturhebergesetz strafbar – war hier meines Erachtens bereits das Fertigen der Fotografie rechtswidrig und auch unzulässig.

2. Ihre Verpflichtung, einen Schadensersatz für das zerbrochene Display des Mobiltelefons zu begleichen, sehe ich hier nicht. Zum einen lässt sich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht nachvollziehen, aus welchem Grund das Mobiltelefon zu Bruch ging. Zum anderen durften Sie sich hier gegen das rechtswidrige Erstellen eines „Porträts" wehren (zumindest indem Sie hier Ihre Hand vor das Mobiltelefon des Ehepaars hielten). Den Schaden haben mithin die Gegner zu tragen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Einschätzung ermöglicht zu haben, und stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Kämpf
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht


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