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Video mit manipulativem Inhalt

| 12.03.2016 10:05 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Rückforderung von Spenden

Hallo,
ein Forenbetreiber (Hobbybereich) zeigt auf einer bekannten Plattform ein von ihm gefertigtes Video, das dem Zweck einer Geldspende für ihn beinhaltet.
Der Inhalt besteht aus 3 Themen - Operation seiner Person, eingeschränkte Funktionen der Videoplattform und Aufruf zur Spende.
Bei genauerer Betrachtung habe ich nun festgestellt, dass das ganze Video, samt des sogenannten benutzerdefinierten Thumbnails darauf ausgelegt ist, den Usern des Forums das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Im 1. Teil erzählt er im weinerlichen Ton über seine Krankheit und dass er für eine gewisse Zeit ins Krankenhaus müsse. Im 2. Teil bedauert er Änderungen der Plattform, die ihm bedauernswerterweise die Nähe zu seinen Fans rauben würden und im 3. Teil möchte er Geld von den Usern seines Forums, damit er sich etwas Schönes für seine Filmausrüstung kaufen könne. (Die Richtung zum Ziel ist nicht zu übersehen.)

Als Dank für die Spenden würde er etwas (Gegenstand wird gezeigt) verlosen (Wert ca. 1000 EUR), das jeder gewinnen könne, der mindestens 5 EUR gespendet hätte.

Meine Fragen:
Ist es statthaft von Minderjährigen Geld zu erbetteln?

Ist die 5 EUR-Untergrenze Nötigung, der sich auch die Minderjährigen der User ausgesetzt sehen müssen, da ja jeder von denen das Objekt gewinnen möchte, obwohl er vielleicht vorhatte nur 4 EUR zu spenden?

Ist es statthaft dieses Thumbnail so übertrieben darzustellen, dass der Betrachter den Eindruck hat, der Forenbetreiber würde gleich tot vom Stuhl kippen, obwohl es sich um eine harmlose Operation handelt, wie sich im Inhalt des Videos rausstellt?

Das heißt, das ganze Video ist von vorne bis hinten auf Beeinflussung des Betrachters ausgerichtet, wobei für mich die Methoden sehr zweifelhaft und verwerflich sind. Es kamen 1700 EUR zusammen, mindestens, wovon er sich etwas kaufte und stolz in einem weiteren Video präsentierte, völlig genesen und lebensfroh.

Für mich unglaublich.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich können auch Spendenzahlungen gem. § 123 Abs. 1 BGB wegen arglistiger Täuschung angefochten werden, wenn eine Zweckentfremdung vorlag und der wahre Grund nur vorgespielt wurde. Damit würde die Nichtigkeit eintreten und ein Rückzahlungsanspruch gem. §812 BGB entstehen.

Ich würde daher - wenn bekannt - den Usern dass ggf. mitteilen, dann muss jeder selber entscheiden.

Sie können auch eine Strafanzeige wegen Betruges erstatten und der Polizei die Beweise vorlegen, dann ermitteln diese weiter und Sie haben zumindest etwas getan.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 16.03.2016 | 08:39

Hallo Frau Seiter,
besten Dank für Ihre Antwort, trotz des geringen Einsatzes.
Allerdings denke ich, trifft die nicht den Kern meiner Frage. Die war, ob man von Minderjährigen das Taschengeld erbetteln darf, wenn die nicht merken was mit ihnen angestellt wird.
Die Täuschung bestand in dem Thumbnail, auf dem ein fast Toter zu sehen ist. Er erzählt von seinem anstehenden Krankenhausaufenthalt, danach wird die angebliche Nähe zu seinen Fans erläutert und danach zur Spende aufgerufen. Das ist alles gut durchdacht. Dafür ist der Mann bekannt.
Ich war ja in seinem Forum User, und wurde aufgrund meiner Aufklärung gesperrt und die Beiträge gelöscht. Auf YT versuchte ich dasselbe. Dort allerdings sind die Beiträge noch erhalten, aber dafür konnte ich sehen, dass die Leute nichts vom Spenden abhielt. Die wollten ihr Geld loswerden. Aber ich bin sicher, dass eben das Thumbnail und seine Bekundungen zu seinen Fans eine große Rolle dabei spielten. Nur alleine der Spendenaufruf hätte wohl nicht den Erfolg gebracht. Schließlich ist der Mann nicht arm.

Besten Dank nochmal.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.03.2016 | 10:31

Die Frage habe ich oben beantwortet, denn es ist egal, ob es Minderjährige sind oder Erwachsene - Täuschung bleibt Täuschung - er erzählt wahrheitswidrig den Zustand seine Gesundheit - und daher ist es nicht zulässig und daher können die Menschen das Geld zurückverlangen.

Ob es Minderjährige sind oder Volljährige spielt dabei keine Rolle, beide sind rechtlich gleichgestellt. Moralisch mag das noch verwerflicher sein, spielt aber rechtlich keine Rolle, wie alt der Spender ist - ein 80 Jähriger wird genauso getäuscht und es ist genauso unzulässig!

Um es deutlich zu sagen: Sie finden das verwerflicher, das das Minderjährige sind, ich sage, es ist falsch, was er tut und daher können sie das Geld zurückverlangen - also ist ja Ihre Frage beantwortet.

Bewertung des Fragestellers 16.03.2016 | 10:41

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"Tut mir leid, aber incl. der Nachfrage wurde die Frage nicht verstanden. Habe schon viele Probleme hier gut beantwortet bekommen, aber dieses nicht."
Stellungnahme vom Anwalt:
Die Frage wurde sehr wohl beantwortet, aber scheinbar gefällt dem Fragenden die Antwort nicht, aber man kann das Recht ja nicht neu erfinden!
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